19.06.2010 | Lifestyle Blut im Stuhl ernst nehmen

Blut im Stuhl ernst nehmen
Blut im Stuhl bedeutet nicht immer das Schlimmste. Auch wenn Blut im Stuhl ein spätes Alarmsignal für Darmkrebs ist, gibt es viel harmlosere Ursachen für Blut im Stuhl, die jedoch ebenfalls ärztlich abgeklärt werden sollten.

Blut im Stuhl - Ursachen
Blut findet man als verborgenes (okkultes) Blut, Teerstuhl (Meläna), als sichtbares Blut oder Blutbeimischung zum Stuhl (Hämtochezie). Während okkultes Blut nur durch einen Stuhltest z.B. einen Hämoccult zu finden ist, entspricht der Teerstuhl häufig einer Blutung aus dem oberen Magen-Darm-Trakt (Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür). Demgegenüber werden hellrote Blutauflagerungen z. B. häufig durch Blutungen aus dem Analbereich hervorgerufen (Hämorrhoiden oder kleinen Schleimhautrissen -Analfissuren).

Als weitere Ursachen sind aber auch chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn oder die Colitis ulcerosa) zu nennen sowie Darmdivertikel, Darmpolypen, Darmkrebs (Kolonkarzinom), Gefäßmissbildungen im Darm (Angiodysplasien) und insbesondere auch bakteriellen Infektionen.

Blut im Stuhl - Diagnostik

Blut im Stuhl ist keine Banalität. Bei chronischem Blutverlust entwickelt sich eine Blutarmut (Anämie), welche die Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigen kann.

Während in jüngeren Jahren übertragbare bakterielle Infektionen oder eine chronisch entzündliche Darmerkrankung die häufigste Ursache ist, können ab 50 Jahren zunehmend auch Polypen oder Dickdarmtumore als Ursache gefunden werden. Durch die Entfernung von Polypen kann
Darmkrebs in über 80 % vermeiden werden.

Zur Klärung der Blutungsquellen erfolgt in aller Regel eine Magen- und Darmspiegelung bis die Ursache gefunden ist. Diese Untersuchung ist heute durch entsprechende Medikamente schmerzlos und kann ggf. die Ursache (z. B. Polypen) in gleicher Sitzung beheben.

Weitere Verfahren z. B. die Kapselendoskopie oder Röntgenverfahren können in Einzelfällen ebenfalls zur weiteren Diagnostik erforderlich werden.

Blut im Stuhl - Therapie
Ziel ist es die Blutungsquelle zu lokalisieren und die Blutung zu stoppen. Vor allem bei plötzlichen, starken Blutungen (z.B. bei Magengeschwüren), ist ein rasches Handeln nötig.

Grundsätzlich richtet sich die Behandlung nach der Ursache der Blutung. Hämorrhoiden können verödet (sklerosiert) oder komplett entfernt werden. Darmpolypen müssen operativ, in der Regel mittels Endoskopie, entfernen werden. Infektiöse Darmerkrankungen werden ggf. antibakteriell, chronische Darmerkrankungen mit spezifischen Medikamenten behandelt Sollte dennoch ein Darmkrebs das Blut im Stuhl verursacht haben, ist eine gezielte Behandlung (z. B. Operation, Chemotherapie, Strahlentherapie) erforderlich.