Das Brezn-Battle

Die Breznhymne zum Nachhören und das sagen Söder, Kretschmann und Özdemir dazu

Das große Brezn-Battle geht in eine neue Runde! Baden-Württemberg will, dass die "Brezel" als immaterielles Kulturerbe der UNESCO aufgenommen wird. Das können wir mit unserer bayerischen Breze nicht auf uns sitzen lassen. Jetzt äußern sich Ministerpräsident Markus Söder, Winfried Kretschmann und Cem Özdemir zum Brezn-Battle.

Die schwäbische "Brezel" soll immaterielles Kulturerbe der UNESCO werden. Das will Baden-Württemberg, denn da wurde die Breze angeblich vor hunderten Jahren zum ersten Mal geformt.  Aber so einfach geht das nicht, denn es gibt nur ein Bundesland, das bekannt für seine Weltbesten Brezen ist: Unser wunderschönes Bayern natürlich. 

Bayernhymne = Breznhymne? 

Wir sammeln jetzt fleißig sämtliche Indizien und Beweise, dass die Breze ganz klar eine Bayerin ist. Das wichtigste Beweisstück: Unsere traditionelle Bayernhymne aus dem Jahr 1860: Selbst die zeigt, die Breze ist eindeutig eine Bayerin. Denn wir haben uns den Text nochmal genau angeschaut. 

Überzeugt euch selbst: 

Die "richtige, inoffizielle Version" der Bayernhymne gibts jetzt hier zum nachhören: 

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Wir haben nachgefragt, was die Politiker dazu sagen:

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg:
„Bei mir gibt es zwei Gemeinden, die beanspruchen, die Brezel erfunden zu haben. Da es schon zwischen den beiden Gemeinden in Baden-Württemberg nicht geklärt werden kann, wer sie nun wirklich erfunden hat, ist klar, dass man sie erst recht nicht zwischen Bayern und Baden-Württemberg wird klären können"
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder:

„Wo Breze / Brezel erfunden wurde ist egal, aber wir schützen sie gern gemeinsam und wir erklären sie auch gerne gemeinsam Kultur. Es gibt ja auch bei uns sehr unterschiedliche. In München isst man sie anders, wird das Salz anders gemacht als zum Beispiel in meiner fränkischen Heimat. Beides schmeckt super. Was ich allerdings gut finde: Ich habe es letztens in so einem Ratgeber für gesundes Essen gemerkt, auch von jemand, ich glaube, aus deiner Richtung mehr so, dass man Breze nicht so essen sollte, weil das so ja dick macht und Ähnliches mehr. Ich freue mich, dass wir da noch einer Meinung sind, es gemeinsam vertreten. Und am besten schmeckt es auch nicht nur mit Butter. Manchmal kann man auch was Fleischiges zu essen, zum Beispiel Weißwurst oder auch Nürnberger Bratwürste, die besonders schmackhaft sind. Muss man halt mehr essen davon"

Cem Özdemir, Bundesminister für Ernährung & Landwirtschaft glaubt hingegen fest daran, die Brezel komme aus Bad Urach: 
„Der Legende nach wurde die Brezel 1477 in meiner Heimatstadt Bad Urach erfunden. Und das gilt für mich. Insofern weiß ich das. Habe aber mittlerweile erfahren, dass es auch andere Regionen auf unserem Planeten geben soll, in unserem Land geben soll, die das auch von sich sagen. Auch da gilt: Man muss halt dran glauben. Die Liebe zur Brezel verbindet die Bayern, die Baden-Württemberger. Wir haben ja auch in Baden-Württemberg nicht nur Württemberg, sondern auch Baden. Und die Badener gehen natürlich auch davon aus, dass ihre Brezel die beste ist und jeder nach seiner Fasson. Und zu Bayern vielleicht, um da eine Brücke zu bauen, sage ich natürlich: Wer in Bayern ist, der weiß, zur Maß Bier gehört auch eine ordentliche Brezen, wie ihr sagt. Das weiß man ja und die Kombination lernen auch internationale Gäste, wenn sie das Oktoberfest besuchen."

„Und das verbindet uns. Egal, ob wir Badener sind, Württemberger sind, ob wir zu einem der bayerischen Stämme gehören oder ob wir sogar Österreicher, Schweizer sind, oder Elsässer sind. Wir alle, die wir die Brezel mögen, finden, dass diese wunderbare Technik, des Schwingens der Bretzel, das ist ja wirklich Kunst in höchster Vollendung, dieses Handwerk nämlich, dass man die Brezel von Hand macht, diese Tradition, die muss auch in künftige Generationen getragen werden. Und natürlich geht es jetzt nicht nur darum, dass es immaterielles Kulturerbe wird. Sondern es geht ja auch darum, dass man darüber die Aufmerksamkeit lenkt auf das Handwerk, auf unsere Bäcker. Mittlerweile ist die Brezel ja auch das Symbol der Bäcker geworden. Wenn man in eine Bäckerei reingeht, draußen hängt eben die Brezel als Symbol, daran erkennt man, dass es sich um die Bäckerei handelt. Also ist es auch eine gute Geschichte, um auf das Brezel backen, auf das Handwerk, auf die Nachwuchsprobleme, auf all diese Themen hinzuweisen."