09.08.2010 | Lifestyle Chirurgischer Zahnerhalt oder Zahnimplantat?

Chirurgischer Zahnerhalt oder Zahnimplantat?
Bevor ein Zahn aufgegeben und entfernt werden muss, kann er möglicher Weise durch Kürzung der Wurzelspitze (Wurzelspitzenresektion) viele Jahre erhalten bleiben!

Welche Argumente für eine WSR gibt es?

  1. Der eigene Zahn ist immer noch das beste Implantat!

  2. Die operative Wurzelspitzenresektion (WSR) wird von der Krankenkasse voll übernommen.

  3. Die WSR ist in der Reihe der Zahnerhaltungsmaßnahmen ein weiterer zusätzlicher Schritt.

  4. Das Risiko dieser Behandlung besteht allenfalls in einem Misserfolg, der sich aber auch erst nach längerer Zeit, u. U. nach vielen Jahren, einstellt. In jedem Fall ergibt sich ein Zeitgewinn. (Ein Behandlungsmisserfolg zeigt sich nicht durch wiederkehrende Schmerzen, weil eine WSR keine Schmerztherapie sein kann).


Weiche Argumente sprechen gegen eine operative Wurzelspitzenkürzung (WSR)?

  1. Der Patient muss sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen.

  2. Der Befund nach der Operation muss regelmäßig kontrolliert werden, da es zu einem Rückfall kommen kann, auch noch nach mehreren Jahren.

  3. Eine WSR ist zur Schmerztherapie ungeeignet.

  4. An bestimmten Zähnen könnte eine WSR wegen hochwertiger Nachbarstrukturen problematisch werden. In diesen Fällen empfiehlt sich eine offene Operationsmethode. Auch wenn diese "aus der Mode gekommen ist", bleibt sie ein seriöses Angebot für den Patienten, der auf diese Weise für viele Jahre einen eigenen Zahn behalten möchte.


Welche Argumente sprechen für ein Implantat im Vergleich zur WSR-Operation?

  1. Implantate stehen als Basis für Zahnersatz vermutlich für eine lange Zeit zur Verfügung.

  2. Die Nachbarzähne der Implantate werden entlastet und geschont, da sie nicht beschliffen werden. Besonders bei Einzelimplantaten kommt die Zahnersatzsituation der originären mit dem eigenen Zahn am nahesten.

  3. Die Belastung für den Patienten durch den chirurgischen Eingriff ist in aller Regel gering.


Welche Argumente sprechen gegen ein Implantat?

  1. Implantate verursachen deutlich höhere Kosten.

  2. Der einmal beschrittene Weg des Zahnersatzes durch Implantate muss häufig weiter beibehalten werden.

  3. Der Implantaterfolg steht und fällt mit der Qualität des Knochens. Vorsicht ist geboten, wenn die eigenen Zähne bereits durch Lockerung verloren gegangen sind. In diesen Fällen wird die Implantate vermutlich das gleiche Schicksal ereilen.

  4. Implantate können neue, bislang unbekannte Beschwerden verursachen. Neben schwer zu lokalisierenden Schmerzen und Entzündungen zählen auch Knochenabbau und Nervschäden dazu.

  5. Die Zeit von der Entfernung eines Zahnes bis hin zum Ersatz durch ein Implantat, das mit einer Zahnkrone versehen wird und danach belastet werden kann beträgt in etwa 1 Jahr. Wer sich nicht entscheiden kann empfindet vielleicht die Feststellung als Entscheidungshilfe, dass ein Ersatz ein Ersatz ist und ein Original ein Original bleibt!