23.05.2019 | Lifestyle Gastbeitrag von Bloggerin Livia Kerp zur Europawahl 2019

Diese Europawahl ist tatsächlich für uns Jugendliche sehr interessant. Weil einige der großen politischen Themen, die für uns Jugendliche wichtig sind, eben europäisch sind. Also Themen die man nur europäisch lösen kann. Wie sehen wir Jugendliche also die Wahl in Zeiten von Schüler-Klimademonstrationen oder dem Brexit?

Die Europawahl 2019 aus der Sicht von uns Jugendlichen

Sehr viele Jugendliche, die sich seit vielen Monaten laut auf den Straßen politisch positionieren und mit einer Stimme sich für eine nachhaltigere Klimapolitik oder sich für ein freies Internet einsetzen, dürfen bei dieser Europawahl noch keine Stimme abgeben, weil bei uns bekanntlich das Wahlrecht erst ab 18 Jahren ist.

Außer in Österreich und da haben wir schon die erste Ungerechtigkeit. Denn in unserem Nachbarland dürfen bereits 16-Jährige an der Europawahl teilnehmen. Für mich stellt sich hier natürlich die Frage, warum darf ein 16- oder 17-jähriger Österreicher wählen und ich nicht? Gut, ich hätte meinen Hauptwohnsitz mindestens drei Monate vor der Wahl nach Österreich verlegen und mich dann ins Wählerverzeichnis eintragen lassen können, dann hätte ich auch mitwählen dürfen. Das ginge tatsächlich so, aber letztlich ist es natürlich auch etwas zu aufwendig. Das Problem könnte man auch bei uns in Deutschland ganz leicht lösen, indem man das Wahlrecht herabsetzt, aber das ist ein anderes Thema.

Livia Kerp im Porträt:

Ich bin Livia Kerp, 17 Jahre, Radiofangirl und blogge seit 2015, war Jurymitglied zum Jugendwort des Jahres 2016-2018 und schreibe die RTL Jugend-Kolumne.

Auf meinem LiviaJosephine-Magazin (Young Media Award 2018) schreibe ich über gesellschaftliche Themen aus der Politik, aus dem Bereich der Unterhaltung und aus meiner Heimatstadt München.

Foto: Foto: Livia Kerp

Klar ist der Klimawandel kein exklusiv deutsches Problem, sondern ein weltweites und daher vor allem ein europäisch zu lösendes Problem. Das man im besten Fall auch nur europäisch lösen kann, indem man eine einheitliche und nachhaltige Umweltpolitik macht. Aber nicht nur was den Klimaschutz betrifft, sondern auch die Frage, wie wir das Plastikmüllproblem schnellstmöglich in den Griff bekommen. Wie die letzten Monate mit den vielen europaweiten Schüler-Demos gezeigt haben, sind das die Zukunftsthemen, die nicht nur die Zukunft von uns Jugendlichen betreffen, sondern was auch von der Wissenschaft unterstützt wird. Und genau bei dieser so entscheidenden Wahl, können wir Jugendliche nur zusehen.

Und wir sehen sehr genau hin.

Denn eines darf man nicht vergessen. Für sehr viele Jugendliche, genau wie für mich auch, wird es die letzte Wahl sein, in der wir nur die Rolle des Zuschauers haben. Das heißt, dass sich die Politik langsam auch auf junge Wähler einstellen muss, die sich nicht nur politisch interessieren, sondern auch eine klare Meinung haben. Ich denke, dass dazu ein gutes Signal wäre, wenn man in der Politik der jungen Generation eine Chance geben würde.

Für mich als 17-Jährige ist die Europawahl am 26. Mai 2019 aber auch aus einem anderen Grund noch so einschneidend für unsere Zukunft und das macht sie auch so wichtig. Denn wir haben nicht nur ein Zeitproblem, was unseren Kampf gegen die Klimaerwärmung betrifft, sondern Europa war noch nie so wacklig wie jetzt. Der Brexit oder besser gesagt der politische Umgang mit dem Brexit ist für mich nicht nachvollziehbar.

Ich glaube, dass wir die großen und teils dramatischen Probleme in Europa nur gemeinsam und solidarisch lösen können. Solidarität mag ein altes Wort sein aber es ist doch aktueller denn je. Nur die Solidarität jedes einzelne Landes gegenüber der 28 Mitgliedsstaaten garantiert, dass die Ziele der EU auch erreicht werden können. Und je mehr diese Gemeinschaft bröckelt, umso schwieriger wird es doch die wichtigen Ziele für unsere Zukunft zu lösen und ich glaube von zeitnah brauchen wir dann gar nicht mehr reden.

Wie sollen wir Jugendliche jetzt diese Wahl sehen?

Die nächsten ein, zwei Jahre werden entscheidend sein. Die politischen Entscheidungen, die in diesem Zeitraum in Europa getroffen werden, können die Zukunft positiv aber auch negativ bestimmen und zwar mit unumkehrbaren Folgen.

Wir Jugendliche können nur hoffen, dass viele Wähler auch in diesen Sinne ihre Stimme abgeben. Aber auch, dass die Politiker im Europäischen Parlament diese Verantwortung die sie für unsere Zukunft haben auch ernst nehmen.

Ich darf noch nicht wählen! Aber bitte wählt ihr.

Deshalb meine Bitte im Namen aller, die noch nicht wählen dürfen:

Geht für uns und unsere Zukunft!