19.07.2010 | Lifestyle Leistenbruch-Operation in Minimalinvasiver TEP-Technik

Leistenbruch-Operation in Minimalinvasiver TEP-Technik
Die Leistenbruch-Operation wurde durch die minimalinvasiven operativen Behandlungsmethoden für den Patienten erheblich verbessert und führt bei routinierter Anwendung zu besseren Behandlungsergebnissen, mehr Patientenkomfort und rascherer Wiedereingliederung in den Alltag.

Die gewebeschonende Minimalinvasive OP-Technik mit Verstärkung der Bauchwand durch ein optimal gewebeverträgliches feines Kunststoffnetz bieten gegenüber den herkömmlichen offenen OP-Methoden erheblich mehr Patientenkomfort und Sicherheit bezüglich der Belastbarkeit.

Bei der von mir angewandten sog. TEP-Technik wird über drei kleine Schnitte (5-10 mm) minimalinvasiv/videoendoskopisch eine Bauchdeckenspiegelung durchgeführt. Dieser endoskopische Eingriff ist äußerst gewebeschonend, da die nervenenthaltende Bauchmuskulatur sowie das Bauchfell weder geschnitten noch genäht werden. Das dünne Netz wird ohne Metallclips oder Nähte zwischen die Bauchdeckenschichten eingelegt und verstärkt damit anhaltend die Bauchwand mit sofortiger Belastbarkeit.

Die von mir in der Regel nicht angewandte sog. TAPP-Technik gestaltet die endoskopische Netzeinlage über die Bauchhöhle, weswegen hier Darmverletzungen möglich sein können. Das Bauchfell muss hierbei aufgeschnitten und abschliessend wieder vernäht werden. Das Netz wird üblicherweise mit Metallclips an der Bauchmuskulatur fixiert, mit dem Risiko der Nervenverletzung.

Vorteile der minimalinvasiven Operationstechniken (MIC):

1. Sie haben erheblich weniger postoperative Schmerzen, über 90% nehmen keine Schmerzmittel am Tag nach der Operation.

2. Sie können äußerst rasch wieder belastasten, für leichtere Alltagstätigkeiten sofort.

3. Sie haben ein minimales Rezidivrisiko (Wiederauftreten eines Bruches).

4. Beidseitige Leistenbrüche können in einer Sitzung mit den gleichen drei kleinen Zugängen operiert werden.

5. Insbesondere Rezidivbrüche nach Voroperationen können technisch besser und risikoärmer versorgt werden.

Bei der TEP-Technik bestehen weitere Vorteile gegenüber der TAPP-Technik:

6. Es ist kein Eingehen in die Bauchhöhle erforderlich, dadurch weniger Verletzungsgefahr, insbesondere vorteilhaft bei stattgehabten Voroperationen im Bauchraum.

7. Zur Netzfixierung ist keine Verwendung von Titanklammern erforderlich, wodurch Nervenverletzungen so gut wie ausgeschlossen sind.