29.07.2019 | Lifestyle Schluss mit Silvester-Krachern? In diesen Städten in Bayern droht ein Böllerverbot

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat bundesweit in 31 Städten ein Verbot privater Silvesterböllerei beantragt - als Maßnahme zur Luftreinhaltung. Es gehe vor allem um belastete Innenstadtbereiche. In diesen Städten in Bayern soll es zum Jahreswechsel weniger knallen...

Foto: Christoph Schmidt/dpa

„Dort wo viele Menschen leben und die Grundbelastung bereits so hoch ist, dass lungengeschädigte Menschen und asthmakranke Kinder durch archaische Böllerei mit Schwarzpulver akute Atemprobleme bekommen, muss es aus Sicht der DUH ab diesem Winter klare Verbote geben“, teilt die Deutsche Umwelthilfe mit. 

In 5 bayerischen Städten soll es weniger knallen

Bundesweit hat die DUH zur Luftreinhaltung ein Silvester-Böllerverbot in 31 Städten beantragt. Dazu gehören solche, deren innerstädtische Luft mit einer Feinstaubbelastung von mindestens 20 µg/m3 belastet ist. Auch diese bayerischen Städte sind betroffen:

Stadt Belastung durch Feinstaub (PM10)
Nürnberg 26 µg/m3
München 25 µg/m3
Würzburg 22 µg/m3
Regensburg 20 µg/m3
Passau 20 µg/m3

Die bayerische Landeshauptstadt hat bereits Maßnahmen eingeleitet. Der Kreisausschuss im Münchner Stadtrat hat kürzlich beschlossen, dass das Silvester-Feuerwerk in der Innenstadt künftig eingeschränkt wird. In der Münchner Fußgängerzone sind Böller und Raketen schon ab kommendem Silvester komplett verboten. Zu viele Menschen haben sich in den vergangenen Jahren verletzt. Man wolle, dass die Münchnerinnen und Münchner fröhlich und vor allem gesund ins neue Jahr kommen, sagte ein Rathaus-Sprecher. Die Stadt will als Alternative Licht- und Lasershow zeigen.

Deutscher Umwelthilfe gehen bisherige Verbote nicht weit genug

„Wir wollen keine Spaßbremse aufbauen. Die Menschen sollen sich auch weiterhin an Silvesterfeuerwerken erfreuen können“, sagte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Feuerwerke könnten auch von professionellen Veranstaltern außerhalb der Stadtzentren organisiert werden. Möglich sei auch die Einrichtung von Gebieten, in denen privat geböllert werden dürfe.

Die Anträge richten sich an die Städte, deren Innenstädte besonders mit Feinstaub belastet sind. Dazu zählen Stuttgart, Berlin, Gelsenkirchen, Hagen und Köln. Zum Teil gebe es zwar bereits Verbote, aber diese seien noch nicht umfassend genug, sagte Resch.

DUH will notfalls vor Gericht ziehen

Umweltschützer warnen schon lange vor der hohen Feinstaubbelastung durch die Silvesterböllerei. „Viele hunderttausend Menschen mit Atemwegserkrankungen, wie beispielsweise schwerem Asthma, flüchten zum Jahreswechsel aus ihren Wohnungen oder müssen sich dort regelrecht luftdicht verbarrikadieren“, so Resch.

Im Januar hatte die DUH angekündigt, ein Böllerverbot in deutschen Großstädten mit hoher Feinstaubbelastung durchsetzen und dazu notfalls auch vor Gericht ziehen. „Wir sind zuversichtlich, dass wir Kraft der Argumente weiterkommen.“