14.07.2010 | Lifestyle Zahnarztangst muss nicht sein

Zahnarztangst muss nicht sein
Patienten die Angst vorm Zahnarzt nehmen - moderne Behandlungswege erleichtern den Gang zum Zahnarzt.
Wer kennt das nicht: Die freundliche Zahnarzthelferin erinnert mich an meinen längst fälligen Zahnarzttermin. Schon bei der Terminvereinbarung erhöhen sich Puls- und Herzfrequenz erheblich. Wenn da bloß nicht immer diese Zahnarztangst wäre...

Herr Dr. Ludwig, warum leiden denn so viele Patienten unter der so genannten Zahnarztangst?
Es gibt verschiedene Ursachen: Zumeist sind es persönliche Gründe, die häufig verborgen in der Kindheit liegen. Zum anderen können "Horrorgeschichten" und extrem übertriebene Erfahrungsberichte dazu führen, dass sich ein ängstlicher Mensch vollkommen einschüchtern lässt. Auch das Gefühl "Hilfe, ich fühle mich auf dem Behandlungsstuhl ausgeliefert", kann Ursache sein, die zahnärztliche Versorgung zu verweigern.

Welche Symptome entwickeln Patienten bei einer Zahnarztphobie?
Es kann sich ausdrücken durch verstärktes Zittern, kalte Hände und Schweißausbrüche. Es gibt, zum Glück eher selten, Patienten, die mit Schwindel, Übelkeit und Herzrasen reagieren. Egal, wie stark oder schwach ausgeprägt die Symptome sind, führen sie leider dazu, dass die Betroffenen dem Zahnarztbesuch aus dem Weg gehen. Das geht zu Lasten der Gesundheit und hat auch gravierende Nachteile bei der Kostenübernahme im Falle von Zahnersatz: Wer nicht regelmäßig sein Bonusheft führt, also mindestens 1x im Jahr eine Vorsorge durchführen lässt, verliert wertvolle finanzielle Unterstützung durch die Krankenkasse.

Welche Optionen bietet die moderne Zahnarztpraxis zur Linderung von Zahnarztangst?
Zunächst hilft ein erster Orientierungsbesuch in der Praxis des Vertrauens. Der Patient kann das Praxisteam und die Räumlichkeiten kennenlernen. In ruhiger Atmosphäre findet anschließend ein Gespräch mit dem behandelnden Zahnarzt statt. Arzt und Patient haben die Gelegenheit, die individuelle Problematik und einen Behandlungsmodus zu besprechen. Dieses Vorgehen ist sehr wichtig, um beidseitig Nähe und Vertrauen aufzubauen. In dieser ersten, wichtigen Phase kann der Patient frei entscheiden, ob eine Vorsorge oder Behandlung durchgeführt werden soll.

Wie geht es dann weiter, wenn sich der Angstpatient für eine Behandlung entscheidet?
Der Zahnarzt macht den Betroffenen mit der Möglichkeit der lokalen Betäubung vertraut. Dabei wird schon das Setzen der Spritze sensibel durchgeführt, indem der Mundraum mit einem Betäubungsspray unempfindlich gemacht wird. Das danach injizierte Lokalanästhetikum ist heutzutage sehr gut verträglich und wirkt in kürzester Zeit zuverlässig. Sollte einem extrem ängstlichen Patienten diese Methode nicht ausreichen, kann natürlich auch unter Vollnarkose behandelt werden. Zu dieser Behandlungsmethode wird ein hochqualifiziert ausgebildeter Narkosearzt hinzugezogen. In einem ausführlichen Vorgespräch klärt er den Patienten auf und bemisst für jeden Patienten individuell das Vorgehen während der Narkose / Behandlung.

Herr Dr. Ludwig, gibt es denn auch so genannte "sanfte" Methoden, der Zahnarztangst zu begegnen?
Der Zahnarzt kann neben guter Aufklärung, freundlichem Auftreten des gesamten Praxisteams natürlich auch über Ablenkung einiges erreichen: Liegt der Patient auf dem Behandlungsstuhl, schwebt über ihm ein Bildschirm, auf dem Filme laufen. Dabei darf man ruhig seine persönliche DVD mitbringen. Aus Erfahrung weiß man, dass auch dezente Hintergrundmusik sehr beruhigend wirken kann. Sollte dem Patienten das Angebot nicht ausreichen, darf er selbstverständlich eigene Musikkonserven mitbringen und sich während der Behandlung auf diese Weise entspannen.