15.07.2014 | Prominente & Buntes Cheftypologie: Vom richtigen Umgang mit Kumpel-Typen und Tyrannen

"Müller!!! Was haben Sie Vollpfosten denn nun schon wieder verbrochen?" Oh ha, so etwas möchte man nicht von seinem Chef hören. Erst recht nicht, wenn alle Kollegen es mitbekommen. Geht auch gar nicht anders. Bei der Lautstärke, die der Chef da grad anschlägt... Dieser Vorgesetze scheint wohl ein Exemplar den Tyrannen zu sein. Das ist unangenehm. Aber sogar mit dem können Sie besser auskommen. Wir haben die verschiedenen Chef-Typen und wie Sie am besten mit ihnen umgehen können.

Cheftypologie: Vom richtigen Umgang mit Kumpel-Typen und Tyrannen
wütender chef boss mitarbeiter anschreien konferenztisch

Es gibt Vorgesetzte, die wirken auf den ersten Blick zu toll um wahr zu sein. Freundlich, interessiert an Ihrer Person als Privatmensch interessiert und jeden Freitag gibt es ein gemeinsames Feierabendbierchen. Auf seine (oder ihre) Kosten. Herrlich! Doch irgendwie bleibt auch immer so viel Arbeit liegen...

Manch einer hat es auch mit einem eitlen Selbstdarsteller zu tun. Rücksichtslos verkauft er Ihre Ideen und Verdienste als seine eigenen. Er heimst die Lorbeeren ein, bekommt noch mehr Gehalt damit er künftig vier Mal im Jahr in den Urlaub fliegen kann während Sie immer noch die Abstellkammer im Keller als Ihr Büro bezeichnen dürfen. Na toll!

In den meisten Fällen kann man sich seine(n) Vorgesetze(n) nicht aussuchen. Arbeiten müssen Sie trotzdem irgendwie mit ihr oder ihm. Doch wenn man weiß, was für ein Typ der Chef ist, kann einem das das Leben ungemein erleichtern. Und so steht einem auch der Weg auf der Karriereleiter offen. Außerdem schlägt es viel weniger auf die Psyche wenn man seine Chefin oder den Chef richtig zu handhaben weiß.

In unserer Galerie finden Sie die häufigsten Typen Vorgesetzter. Natürlich gibt es in der Arbeitswelt auch viele Mischtypen. Sie selbst kennen Ihren Chef am besten und wissen ihn (oder sie) daher auch am besten einzuordnen. Wenn Sie sich dann noch an unsere Umgangs- und Verhaltensregeln halten, kann Ihnen das den Joballtag um einiges erleichtern.

  • Welcher Chef?

    Wenn es kein Foto von ihm auf der firmeneigenen Homepage der Firma gäbe, wüssten Sie nicht mal wie Ihr Chef eigentlich aussieht. Ständig sitzt er in Konferenzen, ist auf wichtigen Außenterminen, im Flieger, im Zug oder sons twie einfach nicht da. E-Mails beantwortet er eigentlich auch nie.

    Was tun?

    Für die meisten Mitarbeiter ist so eine Situation nicht die schrecklichste. Denn wenn der Chef nie da ist, können sie in der Regel viel selbst entscheiden und relativ autark handeln. Problematisch ist es nur, wenn man den Chef dringend erreichen müsste, er aber nicht zu erwischen ist. Oder wenn er im Nachhinein Entscheidungen kritisiert. Da muss Klarheit geschaffen werden. Am besten handeln Chef und Mitarbeiter einen festen (Telefon-)Termin aus. Einmal täglich oder sogar nur einmal wöchentlich. Bei diesem Termin können die wichtigsten Absprachen getroffen werden.

  • Der Kontroll-Freak

    Er ist das krasse Gegenteil des abwesenden Chefs. Er stoppt die Zeiten in denen Mitarbeiter eine Zigarette rauchen, Pünktlichkeit ist oberstes Gebot, Schriftstücke werden drei Mal Korrektur gelesen und E-Mails dürfen Sie ohne sein finales Okay auch nicht abschicken.

    Was tun?

    Diese Art Vorgesetzte(r) ist extrem anstrengend. Durch den Kontrollwahn werden Angst und Missmut geschürt. Da er dem Mitarbeiter nicht vertraut und ständig mit Fehlern rechnet, werden Fehler durch die miese Atmosphäre sogar noch provoziert. Schwierig! Den Kontrollfreak können Sie eigentlich nur beruhigen indem Sie extrem zuverlässig und sauber arbeiten. Ändern kann man diesen Typus Chef meist nicht. Wenn die Situation unerträglich wird, sollte man sich überlegen, ob dieser Job es wirklich wert ist soviel Lebenszeit in ihn zu investieren.

  • Kameradschaft

    Dieser Chef ist klasse. Er interessiert sich für Sie als Person, Ihr Privatleben und hat Verständnis für Probleme. Ein echter Kumpel-Typ einfach. Und seine Gartenfeste sind legendär! Eigentlich ist er eher Freund als Vorgesetzter.

    Was tun?

    So einen Chef zu haben klingt im ersten Moment fast wie ein Sechser im Lotto. Aber im Berufsleben ist es gar nicht so einfach mit dem Kumpel-Typen. Denn oft fehlt es ihm an Durchsetzungsvermögen und Führungsqualitäten. Er möchte seinen Mitarbeitern nicht vor den Kopf stoßen. Auch wenn er unzufrieden mit deren Leistung ist, fällt es ihm schwer Kritik zu äußern. Schließlich will er das gute Verhältnis nicht gefährden. Da hilft alles nix. Er MUSS lernen auch mal mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Und so gern SIE Ihren Chef auch haben: Verzichten Sie darauf ihn zum Trauzeugen ernennen. Es hat schon seinen Grund warum man Privates und Berufsleben nicht allzu sehr vermischen sollte. Sie dürfen gern Einblicke gewähren aber nicht vergessen dass ein Job nun mal ein Job ist.

  • Springteufel

    Er lobt Sie überschwänglich für eine Leistung, die Sie selbst gar nicht so besonders finden. Er brüllt Sie beim kleinsten Missgeschick (falsch zusammen getackerte Unterlagen, zwei Minuten zu lang Mittagspause gemacht.) Das Arbeitsleben mit dem Choleriker als Chef ist von seinen extremen Stimmungsschwankungen geprägt. Das klingt ganz schön anstrengend, muss es aber gar nicht sein. Denn als Führungsperson hat so ein Chef durchaus Qualitäten. Denn er hat in der Regel auch eine begeisternde, zupackende Art.

    Was tun?

    Je besser Sie Ihren Chef kennen, desto besser. Nach einer gewissen Zeit können Sie Hundert Meter gegen den Wind seine Laune erkennen. Hat er einen schlechten Tag, sollten Sie Termine mit ihm (oder ihr) lieber verschieben. Ist er einmal am Toben, bleiben Sie stets sachlich. Und am allerwichtigsten: Nehmen Sie nichts allzu persönlich was er sagt wenn er gerade in Rage ist. Fünf Minuten später sind Sie nämlich schon wieder vom Vollidioten zum besten Mitarbeiter der Firma aufgestiegen. Ganz ohne etwas zu tun.

  • Held!

    Er hat nicht unbedingt von allem eine Ahnung, doch das stört ihn überhaupt nicht. Der Selbstdarsteller ist einfach großartig in allem was er sagt, tut und denkt. Und dabei sieht er auch noch umwerfend aus. Jedenfalls findet er das selbst. Dieser Typus Chef kämpft mit Ellenbogen und hat keine Skrupel Ihre Leistungen als seine eigenen auszugeben. Das kann frustrieren. Und dem eigenen Weg die Karriereleiter hinauf hilft es leider auch nicht.

    Was tun?

    Auch wenn es Ihnen schwer fallen sollte: Bewunderung für den Selbstdarsteller wirkt Wunder. Suggerieren Sie Ihrem Vorgesetzen dass Sie zu ihm aufschauen. Wenn Sie sich einmal über etwas beschweren wollen, kritisieren Sie ihn niemals direkt. Stellen Sie einer Kritik immer voran, dass Sie zu Ihrem Chef aufschauen. Dann wird er auch gleich viel mehr Verständnis haben. Denn dass jemand genau so toll sein will wie er, das kann er gut verstehen.

  • War was?

    Es gibt Vorgesetzte von denen niemand weiß, wie um alles in der Welt sie es in diese Position geschafft haben. Sie sind irre nett, tun sich schwer mit Anweisungen und verpennen schon mal Abgabefristen. Das klingt erst mal nicht dramatisch sondern sogar ziemlich entspannt aber mit der Zeit kann es zu einem Problem werden. Denn wenn der Mitarbeiter kompetenter ist als der Chef, entsteht schnell schlechte Luft.

    Was tun?

    Da der Schluffi-Chef so ein Netter ist, kann man gut mit ihm reden. Sagen Sie ihm offen, was Sie stört. An seiner Arbeitsmoral werden Sie wenig ändern können aber er bemüht sich zumindest. Ärger bekommen Sie von so einem Typ Chef eigentlich nie. Wenn in Ihrer Abteilung aber ständig etwas wegen der lapidaren Arbeitseinstellung liegen bleibt oder zu spät gemacht wird, bekommen möglicherweise bald alle ein Problem. Nämlich die Kündigung von ganz oben.

  • Aber Zack! Zack!

    Er verspricht Dinge, die er niemals hält. Auf ihn ist kein Verlass. Eiskalt putzt er seine Mitarbeiter herunter. Gern vor versammelter Mannschaft. Und wenn er das tut, kann er richtig fies werden. Im Gegensatz dazu hat er seine Lieblinge, die in den Himmel gehoben werden. Glücklicherweise wechselt die Verteilung der Günstlinge und Nichtskönner aber ziemlich regelmäßig. Das Leben mit dem Tyrannen kann daher sehr schwierig sein. Oder eben nicht. Je nachdem, auf welcher Seite man gerade steht.

    Was tun?

    Wenn Sie vor dem Tyrannen aktuell in Ungnade gefallen sind, bringt es gar nicht ihn direkt auf sein Fehlverhalten (öffentliches Anbrüllen finden Sie irgendwie kontraproduktiv) anzusprechen. Warten Sie immer einen Tag ab bevor Sie das Gespräch suchen. Mucken Sie gleich auf, wird das Ganze in einem Duell enden. In diesem können Sie als Arbeitnehmer nur verlieren. Nehmen Sie nichts allzu persönlich und suchen Sie immer wieder das Gespräch. Sollte das nicht fruchten, ist es im Sinne Ihrer psychischen Gesundheit vielleicht besser zu gehen.

  • Yes, we can!

    Der Chef ist ein Macher. Er ist stets motiviert, packt viel selbst mit an und delegiert wenig. Denn die Person, die Aufgaben (egal welcher Art) am besten erledigt, ist nun mal er selbst. Das ist zumindest seine Meinung. Der Macher ist ein Chef, der sehr motiviert ist. Seine Abteilung oder gar eigene Firma steht meist gut da. Allerdings neigt er auch zur Selbstüberschätzung und halst sich und seinen Mitarbeitern zu viel Arbeit auf.

    Was tun?

    Der Macher funktioniert ähnlich wie der Selbstdarsteller. Loben Sie ihn, unterstützen Sie ihn und bewundern Sie hin und wieder seine Leistung. Dann werden Sie es mit diesem Typen leichter haben. Auf Kritik reagiert er empfindlich. Dennoch muss er hin und wieder eingebremst werden. Bevor er sich euphorisch in ein Projekt stürzt, das dafür sorgt, dass Sie das nächste halbe Jahr Ihre Familie nicht mehr sehen. Aber tun Sie es stets mit Bedacht. Alles in allem ist der Macher nicht der schlechteste Chef.