19.02.2019 | Prominente & Buntes Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist tot

Karl Lagerfeld ist tot. Das hat das Mode-Label Chanel am Dienstag in Lagerfelds Geburtsstadt Hamburg mitgeteilt. Der Modeschöpfer wurde 85 Jahre alt.

Foto: Christophe Ena/AP/dpa

Die Modewelt trauert um einen der größten und berühmtesten Modeschöpfer: Karl Lagerfeld ist am Dienstag (19.02.) im Alter von 85 Jahren gestorben. Das haben zunächst französische Medien übereinstimmend berichtet. Inzwischen hat das Mode-Label Chanel Lagerfelds Tod bestätigt. Laut „Paris Match“ wurde Lagerfeld schon Montagabend in eine Klinik gebracht, wo er am Dienstagmorgen verstarb.

Schon seit Monaten Sorge um Gesundheit des Modezars

Lagerfeld war schon im Januar nicht auf der Chanel-Modenschau in Paris aufgetreten, zum ersten Mal überhaupt in seiner Zeit als Chanel-Kreativdirektor. Chanel begründete sein Fehlen damals mit „Müdigkeit“. 

In Paris, wo er nach dem Tod von Modeschöpfer Yves Saint-Laurent der letzte noch verbliebene Modezar war, war die Sorge groß. Erst im November hatte er noch die berühmte Festtagsbeleuchtung auf der Pariser Prachtmeile Champs-Élysées eingeweiht.

Modisches Genie: Lagerfeld machte Models zu Stars

Trotz seines Alters entwarf er laufend neue Kollektionen, neben Chanel auch für Fendi und sein eigenes Label. Keiner prägte die Modeszene so wie Lagerfeld. Der Mann mit dem weißen Pferdeschwanz und der schwarzen Sonnebrille verhalf Topmodels wie Claudia Schiffer zu einer beispiellosen Karriere.

Claudia Schiffer zum Tod von Lagerfeld:

Mehr als ein halbes Jahrhundert Mode mitbestimmt

Karl Lagerfeld hat königliche Körper in Traumkreationen gehüllt und Outfits für Pop-Stars wie Madonna und Kylie Minogue entworfen. Nach eigenen Angaben kam Lagerfeld 1935 in Hamburg zur Welt. Als Geburtsjahre kursieren aber auch 1933 und 1938.

Mitte der 50er Jahre begann er in Paris große Couture-Häuser wie Balmain, Patou, Chloé oder Fendi zum Erfolg zu führen. Er habe sich schon immer für Kleider interessiert, ohne zu wissen, dass man das Mode nenne, sagte Lagerfeld einmal in einem seiner zahlreichen Interviews. Als Kreativdirektor übernahm er 1983 Chanel. Ein Wechsel, der für das französische Modehaus wegweisend war.

Lagerfeld für Chanel ein Glücksgriff

Der deutsche Modeschöpfer rüttelte die traditionsreiche Luxusmarke aus ihrem Dornröschenschlaf. Die typischen Tweedstoff-Jacken poppte er mit Bändern und Fransen neu auf, Haute-Couture-Kleider kombinierte er mit Sportschuhen. Treu blieb er dem klassischen Cocktailkleid und dem rosa Kostüm. Kollektionen unter seinem eigenen Namen entwarf er ab Mitte der 70er Jahre. Heute hinterlässt der Wahlpariser ein Modeimperium, dessen Wert auf mehrere Millionen Euro geschätzt wird.

Seine Mode war elegant, minimalistisch und innovativ. Unvergesslich sind das kleine Chanel-Jäckchen, die tiefe Rücken-Dekolletés, seine Wollmäntel mit Gürtelschließe am Kragen. Lagerfeld hat klassische Formen erneuert und „Looks“ geschaffen. Er schickte die schönsten Models über die Laufstege, darunter Claudia Schiffer und Inès de la Fressange.

Über Sonne und Jogginghosen: Die berühmtesten Sätze des Modegenies

Legendär waren Lagerfelds Aussprüche. Über seine Haut sagte er: „Ich gehe nicht mehr in die Sonne. Schon seit Ewigkeiten nicht mehr. Ich will nicht aussehen wie eine alte Schildkröte.“ Über seine Ausbildung sagte der Besitzer von 300.000 Büchern: „Ich habe ja im Grunde nie etwas gelernt. Ich habe nicht einmal Abitur gemacht und nix.“ Vernichtend war das Urteil des Modezaren über Freizeitkleidung: „Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“

Lagerfeld entwarf nicht nur Haute-Couture

Lagerfelds unermüdlicher Gestaltungswille beschränkte sich nicht nur auf die Haute-Couture. Für Aufsehen sorgte 2004 seine Ankündigung, kostengünstige Mode für den schwedischen Discount-Modefilialisten H&M zu entwerfen. Lagerfeld war der erste Design-Kooperationspartner. Ihm folgten unter anderem Lanvin und Versace.

Vor allem in Frankreich als Kreativkopf verehrt

Frankreichs Presse nannte den Sohn des Hamburger „Glücksklee“-Kondensmilch-Fabrikanten Otto Lagerfeld wegen seiner rastlosen Kreativität auch „König der Maßlosigkeit“ oder „Karl den Großen“. Eine Anspielung an den gleichnamigen Herrscher, der bis 814 König des Frankenreichs war, das unter ihm zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung fand.

Schwarze Sonnenbrille, weißer Mozartzopf, steifer Vatermörderkragen und Ringe an jedem Finger: So kannte Lagerfeld die ganze Welt. Seinen fast schon maskenhaften Stil hat er zu seinem Markenzeichen gemacht. Wen er als Muse auserkor, wurde zum funkelnden Stern am Modelhimmel. Privat mochte er es lieber ruhig. Seit sein Lebensgefährte Jacques de Bascher 1989 an AIDS verstarb, lebte der Kreativkopf alleine - mit Ausnahme seiner Katze Choupette, der er diverse Designs widmete. Das Kätzchen zierte sogar bereits das Cover der „Vogue“ und hatte einen eigenen Instagram-Account.

Choupette: Lagerfelds Katze ein Internet-Star

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

Hide-and-seek with Choupette. #KARLLAGERFELD

Ein Beitrag geteilt von KARL LAGERFELD (@karllagerfeld) am