15.07.2014 | Prominente & Buntes Typologie des Frühjahrsputzes

Typologie des Frühjahrsputzes

Alle Jahre wieder kann man sie beobachten - die verschiedenen Typen des Frühjahrsputzes. Mit wem Sie es zu tun haben und welcher Kategorie Sie selbst angehören, erfahren Sie hier.

Alljährlich wollen wir uns nicht nur von Schnee und Eis, sondern auch Staub und Krempel verabschieden. Sobald die Tage etwas wärmer und auch länger  werden, lässt er sich nicht mehr lange verschieben - Der Frühjahrsputz.

Gründlich oder schlampig?

Doch jeder hat eine andere Herangehensweise ans Großreinemachen. Da gibt es die super Gründlichen, die knieend auch in die hintersten Winkel robben um dem Staub den Kampf anzusagen. Und es gibt auch welche, denen das bisschen Krempel eigentlich gar nichts ausmacht.

Wie ist es bei Ihnen? Wienern Sie planvoll bis alles blitzt oder betrachten Sie Wollmäuse als ein geliebtes Haustier? Wir haben hier eine Typologie der verschiedenen Putztypen erstellt:

  • Der Pragmatiker:
    Ordnung zu schaffen ist für den Pragmatiker ein Kinderspiel. Alles, was nach Müll aussieht, wird einfach in große Säcke verfrachtet. Pappen, Kaffeefilter, Flaschen. Immer rein damit und ab in die Tonne vorm Haus. Geht doch ganz fix. Auch sonst lebt er nach der Devise: Aus den Augen, aus dem Sinn. Wozu gibt es die vielen tollen Aufbewahrungsmöglichkeiten von IKEA? Klappe auf, Zeug rein, Kiste zu, fertig! Natürlich geht das mit Staub nicht ganz so einfach. Der Platz unter dem Bett quillt auch irgendwann vor Wollmäusen über. Wenn es soweit ist, macht der Pragmatiker an den betreffen Stellen auch mal richtig sauber. Also werden die ganzen Flusen hervorgekehrt und dann nix wie ab in den Müllsack. Wozu gibt’s denn die Tonne vorm Haus?

  • Der Analyst:
    Egal ob es ums Einkaufen, Beziehungen oder den Frühjahrsputz geht. Der Analyst braucht eine Liste, die er akribisch abarbeiten kann. Sein Putzplan steht mindestens seit dem 1. Januar, da gründlich Reinemachen zu seinen guten Vorsätzen gehört. Was der Analyst sich vornimmt, schreibt er auf eine Liste. Und diese Liste arbeitet er ab. Immer. Ohne Abweichungen. Stolz schwingt er also Staubwedel, Schrubber und Co. und hakt jede erledigte Aufgabe mit einem tiefen Gefühl der Zufriedenheit ab. Eins muss man ihm lassen: Er ist konsequent und die Wohnung sieht hinterher besser aus als bei ihrem Erstbezug. Während er aber seine Putzphase hat, sollten Sie ihn auf jeden Fall nicht mit einem nett gemeinten Besuch oder ähnlichem behelligen. Dafür hat er nämlich so gerade gar keinen Nerv. Es sei denn, Sie stehen auf seiner Liste.

  • Der Schussel:
    Na klar. Putzen muss irgendwie sein auch wenn es eigentlich eine Millionen Dinge gäbe, die wichtiger sind. Also wo fangen wir an? Am besten erstmal den ganzen Kram aus den Regalen holen damit man Staub wischen kann. Und schon mal Wasser für den Abwasch einlassen. Ach ja! Und der Wäscheschrank gehört auch umsortiert. Also nix wie raus mit den ganzen Klamotten und erstmal aufs Bett damit! Nach fünf Minuten Staub wischen klingelt das Telefon. Nach einer Stunde schwatzen und weiteren fünf Minuten wischen, knurrt der Magen. Nachdem man sich was zu Essen gekocht hat, stapelt sich der Abwasch noch mehr. Blöd. Jetzt ist das Abwaschwasser kalt. Außerdem scheint draußen die Sonne. Also schnappt man sich fix was zum anziehen (liegt ja alles schon griffbereit auf dem Bett) und geht spazieren. Aufräumen? Ach nee. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

  • Der Idealist:
    Dieser Typ Mensch bräuchte den Frühjahrsputz eigentlich gar nicht. Seine Wohnung ist immer top in Schuss. Auf dem Glastisch liegt stets ein Untersetzer für die Gläser, benutztes Geschirr wird sofort nach dem Gebrauch abgespült und die Bettwäsche gehört alle zwei Wochen gewechselt. Trotzdem wirft sich der Idealist jedes Jahr aufs Neue mit Begeisterung in seinen Putzoverall um mal wieder so RICHTIG sauber zu machen. Schließlich macht es ihm Spaß in einer Wohnung zu leben in der man theoretisch vom Boden essen könnte. Und zu tun gibt es ja auch immer was. Die Ritzen an der Heizungslüftung zum Beispiel. Oder die Fliesenfugen auf dem Balkon. Falls Sie so jemanden im Bekanntenkreis haben, scheuen Sie sich nicht ihn zu sich nach Hause einzuladen. Vor allem dann nicht, wenn bei Ihnen auch mal ein bisserl aufgeräumt werden könnte.

  • Der Verweigerer:
    Putzen? Wozu? In einer Woche sieht es doch eh wieder aus wie vorher. Dass man durch die Fenster nicht durchgucken kann, ist eher praktisch als störend. Braucht man halt keine Vorhänge um sich vor den Blicken der neugierigen Nachbarn zu schützen. Wenn man mal frisches Geschirr braucht, spült man eben den einzelnen Teller ab, der nötig ist. Der Verweigerer sieht schlicht keine Notwendigkeit im Aufräumen. Frei nach dem Motto: Nur das Genie beherrscht das Chaos fühlt er sich in seiner Räuberhöhle auch ganz wohl. Wenn er mal zu Besuch bei Freunden ist und deren Wohnung blitzt und blinkt, fühlt er sich ganz unwohl. Um den Zustand ein bisschen aufzulockern krümelt er die Kekse, die ihm zum Kaffee angeboten werden, auch ein bisschen herum um heimelige Atmosphäre zu schaffen. Es bringt nichts den Verweigerer zu bekehren. Er ist eben so.