09.08.2019 | Reise Island für Tierfreunde: Von Ausritten bis Walbeobachtung

Unter Naturliebhabern ist Island als das Land von Geysiren und Vulkanen bekannt. Immer mehr Touristen besuchen die rauen Landschaften, die sich für einmalige Mountainbike-Ausflüge und Wanderungen eignen. Der Inselstaat beheimatet jedoch auch eine einzigartige Fauna, die Urlauber innerhalb einer Rundreise ganz aus der Nähe beobachten können.

Einen Wal in natura zu sehen, gehört zu den beeindruckendsten Erlebnissen im Leben.

Wale, Delfine und Papageitaucher kennenlernen

Reykjavík, die Ringstraße und die Vulkane gehören zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Islands. Doch auch die seltenen Tiere auf der Insel sind ein Grund für viele, den hohen Norden anzusteuern. Pauschalreisen in Island versprechen mit Ausflügen für Tierfreunde jede Menge Abwechslung und die Gelegenheit, sich Vögel, Säugetiere und Meereslebewesen anzuschauen, die auf dem europäischen Festland selten oder gar nicht heimisch sind.

Zu den populärsten Attraktionen zählen dabei Wale. Fast alle Walarten suchen die Küsten Islands vor allem in den Sommermonaten auf, da sie in den flachen Gewässern der Fjorde ausreichend Nahrung finden. Im Winter schwimmen die Zwerg-, Buckel-, Mink- und Blauwale dagegen vermehrt Richtung Süden. Die besten Monate für Whale Watching sind der Juni, der Juli und der August. Mit Glück können Urlauber sie während dieser Zeit nahezu an jedem Küstenabschnitt bewundern. Besonders die Bucht Faxaflói im Süden Islands ist dabei sehr zu empfehlen. Aber auch die Gegend rund um Hólmavík an den Westfjorden und die Skjálfandi-Bucht im Norden sind Hot Spots für Fans der weltweit größten Säugetiere. Die nördliche Stadt Húsavík hat ihnen sogar ein eigenes Museum gewidmet.

Die Riesen des Meeres spielen in isländischen Volkssagen schon immer eine wichtige Rolle, zum Beispiel im mittelalterlichen Werk „Heimskringla“ von Snorri Sturluson. In diesem versucht ein böser Zauberer in Gestalt eines Wals Island zu erobern, wird von den Schutzgeistern der Insel aber besiegt. Jahrhunderte lang lieferten Wale wertvolles Fett und Fleisch. Inzwischen verliert der Walfang allerdings zunehmend an Bedeutung und die meisten Isländer sprechen sich für eine Abschaffung aus. Viele Boote, die einst dem Walfang dienten, werden heute für Ausflüge genutzt. Die erste offizielle Walbeobachtungstour startete übrigens im Jahr 1991.

Drei Papageientaucher an der Küste Islands.

Delfine fühlen sich in den kalten Gewässern des Atlantiks ebenfalls wohl. Vor allem die Weißschnauzendelfine leben dort in Gruppen und fallen durch ihr spielerisches Verhalten auf. Nicht selten erleben Urlauber, wie sie sich den Booten nähern, in die Wellen springen und wieder verschwinden. Ausgezeichnete Akrobaten sind auch die Papageitaucher, die sich in den Sommermonaten in den Felswänden und Höhlen der Insel paaren und sonst auf dem Meer leben. In den Klippen rund um Kap Dyrhólaey an der Südküste werden die Vögel oft gesichtet. Auch das Naturschutzgebiet rund um Kap Ingólfshöfði beherbergt während der Brutzeit zahlreiche Kolonien von Papageitauchern.

Unterwegs mit Islandpferden und Schlittenhunden

An Bord der Wikingerschiffe, die Island im 9. Jahrhundert n. Chr. erreichten, befanden sich die ersten Islandpferde. Die isländische Regierung verbot die Einfuhr fremder Pferde jedoch um 982 n. Chr. Da sich die Gene der Pferde nie mit denen anderer Rassen vermischten, behielten sie ihre Eigenschaften. Dazu zählen unter anderem Robustheit und Langlebigkeit. Im Schnitt werden die Tiere 40 Jahre alt und damit zehn Jahre älter als die meisten Pferde.

Islandpferde sind v.a. für ihre Robustheit bekannt - und ihre zwei zusätzlichen Gangarten.

Im Laufe der Jahrhunderte passten sie sich optimal an das raue isländische Klima an. So besitzen sie ein dickes Fell, um sich im Winter vor der Kälte zu schützen. Im Frühjahr streifen sie es ab. Obwohl sie als Pferde gelten, sind sie kräftiger und kleiner als ihre Artgenossen auf dem europäischen Festland und ähneln eher Ponys. Ein weiterer Unterschied zu den bekannteren Pferderassen ist die Beherrschung von zwei zusätzlichen lateralen Gangarten namens „Tölt“ und „Skeið“ (auch „Pass“ genannt). Ein Ausritt mit den isländischen Pferden kann daher selbst für versierte Reiter eine interessante Erfahrung bedeuten. Touristen treffen auf der Insel oft auf Pferde, die sich innerhalb großer, eingezäunter Weiden bewegen. Die Tiere sind in der Regel neugierig und fürchten keine Menschen. Wichtig ist allerdings, sie nicht zu füttern, denn menschliche Nahrung ist für sie nicht geeignet.

Im Winter besteht während einiger Ausflüge zudem die Möglichkeit, mit Grönlandhunden durch die weiße Landschaft zu sausen. Jeder Schlitten wird üblicherweise von acht bis zwölf Exemplaren gezogen. Die Vierbeiner gelten als treu, stark und intelligent und gehören weltweit zu den ältesten Hunden.