22.07.2019 | Reise Kostenfallen im Urlaub: Wenn ihr das mit eurem Handy macht, wird es teuer!

Das Smartphone: Für viele ist der Begleiter im Alltag auch im Urlaub nicht wegzudenken. Erreich­bar bleiben, mal die Familie zuhause anrufen, im Reiseland mobil surfen und die Social-Media-Kanäle füttern. Überall können Kosten­fallen lauern. Wie ihr nicht hineintappt, erfahrt ihr hier.

Kostenfalle Mailbox: Im Nicht-EU-Ausland wirds teuer

Wer im Nicht-EU-Land auf Reisen ist, sollte über die Einstellungen seiner Mailbox Bescheid wissen. Denn es kann richtig viel Geld kosten, wenn ihr angerufen werdet und euch jemand eine Nachricht hinterlässt. 

Zum einen zahlt ihr als Angerufener die Roaming-Gebühren, die für eine Umleitung des Anrufs auf eure Mailbox fällig werden. Wenn ihr zum Beispiel in der Schweiz oder Türkei seid und eine Nachricht auf der Mailbox landet, kann das je nach Netz und Tageszeit mehr als zwei Euro pro Minute kosten.

Zum anderen zahlt ihr weitere Kosten, wenn ihr eure Mailbox im Nicht-EU-Ausland abhört. Schalten eure Mailbox deshalb am besten schon vor der Reise ab.

Kreuzfahrtschiffe: Böses Erwachen bei blauäugiger Handynutzung

Die Einwahl in Mobilfunknetze von Kreuzfahrtschiffen ist eine der größten Kostenfallen. Denn sie ist von der EU-Roaming-Regelung ausgenommen. Handy-Nutzer gehen oft davon aus, dass sie die Netze ohne weiteres nutzen können. Allerdings betreiben Reede­reien auf ihren Schiffen eigene Mobil­funk­netze, die das Telefon- und Internet-Signal per Satellit an Bord bringen. 

Bekannte Schiffs­netze sind zum Beispiel:

  • Costa Cruises
  • Ocean Cell
  • OnMarine
  • Telenor Mari­time (MCP)

Das lassen sich die Betreiber logischerweise teuer bezahlen. Auf Kreuzfahrtschiffen sind also höhere Preise für die mobile Datennutzung, Telefonate oder SMS üblich. Für Roaming in Schiffs­netzen verlangen deutsche Netzbetreiber mitunter folgende Preise:

  • pro abgehender Gesprächsminute: 3 bis 7 Euro
  • ankommende Telefonate: 1,70 bis 7 Euro pro Minute
  • einma­lige Verbin­dungs­gebühren für jedes Telefonat
  • pro versendeter SMS: bis zu 1 Euro
  • pro 100 kB genutztes Datenvolumen: 1,60 bis 2,50 Euro

Ratsam ist es deshalb, das Handy in den Flugmodus zu schalten und die mobile Datennutzung zu deaktivieren. Stattdessen empfiehlt es sich, auf ein WLAN-Netz an Bord zurückzugreifen. Dafür werden zwar in der Regel auch Kosten fällig, aber bei weitem nicht so hohe, wie über das Mobilfunknetz.

Vorsicht vor ständigen App-Updates

Viele Smartphone-Apps kommu­nizieren unauffällig dauernd mit dem Internet, selbst wenn sie geschlossen sind. So knabbern die Apps ständig am Daten­volumen, auch im Ausland, was zu zusätzlichen Kosten für die mobile Datennutzung führen kann.

Deshalb solltet ihr Hintergrund­aktualisierungen auf Reisen immer ausschalten. Geht dafür in die „Einstel­lungen“ eurer Smartphones und deaktiviert in den Menü-Punkten „Daten­nutzung“, „Daten­verbrauch“ oder „mobile Daten“ die entsprechenden Häkchen.

Vor allem bei WhatsApp: Push verursacht Kosten

Push-Benach­rich­tigungen kommen als Meldungen direkt aufs Display, um zum Beispiel über neue Mails oder WhatsApp-Nachrichten zu informieren. Dieser Service kann ungewollt Kosten verursachen, wenn diese Datennutzung nicht auf euer Datenvolumen angerechnet wird (etwa im Nicht-EU-Ausland). Es kann sich also lohnen, die Pushes während einer Fernreise auszuschalten und Mails/Kurz­nach­richten nur bei Bedarf zu checken.

Teure Weggefährten: Navigation im Urlaub mit Handy
Foto: Florian Kleinschmidt/dpa

Navigationssysteme auf dem Handy können auf Reisen viel Datenvolumen schlucken, wenn sie auf mobile Daten Daten zugreifen. So macht es zum Beispiel GoogleMaps. Um die lauernden Kosten zu vermeiden, solltet ihr euch Offline-Karten downloaden, mit denen ihr euch im Ausland navigieren lassen könnt.

Sicherheitsgefahr: Finger weg von unverschlüsseltem WLAN

In Zeiten von Social Media, wo wir tolle Urlaubsfotos mit unseren Freunden zuhause teilen können, sind WLAN-Spots im Urlaubsland ein willkommener und oft kostenfreier Weg ins Netz. Auf eurer Reise solltet ihr allerdings immer vorsichtig sein, wenn ihr offenes WLAN an euren Smartphones angeboten bekommt. Nutzt im Hotel, an öffentlichen Plätzen oder in Cafés und Restaurants nur WLAN-Netzwerke, bei denen ihr vorher ein Kennwort eingeben müsst.

Vor allem bei vertraulichen Daten solltet ihr unverschlüsselte WLAN-Netze meiden. Deshalb immer darauf achten, dass ihr euch immer über verschlüsselte Online-Verbindungen einwählt (URL mit „https“ statt „http“).

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