27.04.2020 | Reise Nachhaltig Verreisen: Dein grüner Urlaub auf Rügen

Du willst umweltbewusst verreisen, aber dabei trotzdem nicht auf einen Strandurlaub am Meer verzichten? Dann lohnt sich ein Urlaub in der deutschen Heimat - zum Beispiel auf Rügen. Von der Anreise bis hin zum eigentlichen Aufenthalt – wir geben dir ein paar praktische Tipps, wie du deinen verdienten Urlaub in diesem Jahr möglichst nachhaltig verbringst.

Die Insel Rügen mit ihren Kreidefelsen... Immer eine Reise wert!

Nachhaltige Unterkunft

All-inclusive ist sowas von out! Wenn du wirklich nachhaltig verreisen willst, solltest du einen auf Selbstversorger machen. Klar, es ist bequemer, wenn man sich einfach am Büffet den Teller vollmachen kann und das wann immer du willst. Allerdings solltest du immer bedenken, dass dort, wo viel angeboten wird, auch immer viel weggeworfen wird. Am Beispiel einer Kreuzfahrt erkennt man es ganz deutlich: rund 3.500 Menschen verursachen in einer Woche etwa 16 Tonnen Essensabfall. Das ist fast so viel, wie in Deutschland von allen Bürgern pro Jahr weggeworfen wird.

Am besten versorgst du dich bei deinem Urlaub auf Rügen also selbst. Beispielsweise, indem du eine Ferienwohnung anmietest. Der Vorteil dabei ist, dass du hier viel flexibler bist, als wenn du im Hotel unterkommst. Du bist nicht an bestimmte Zeiten gebunden und hast somit viel mehr Freiheit. In den meisten Fällen ist ein Urlaub in einer Ferienwohnung auch günstiger als im Hotel.

Angenehmer Nebeneffekt: Du wirst nicht von anderen Gästen gestört, weil du die komplette Wohnung nur für dich hast. Die ist übrigens auch viel individueller und persönlicher eingerichtet als viele sterile Hotelzimmer. So kannst du es dir so richtig gemütlich machen und dich einfach nur wohlfühlen.

Zug statt Flug

Es muss und sollte nicht immer eine Reise mit dem Flugzeug sein. Nach Rügen macht das auch nicht wirklich Sinn, denn Rostock-Laage als nächster Verkehrsflughafen ist von der Insel immer noch rund 130 km entfernt. Auch die Zeitersparnis ist insgesamt ziemlich überschaubar und die innerdeutschen Flugpreise relativ hoch. Außerdem schadet das Fliegen der Umwelt ungemein. Pro Kilometer und Person werden durch ein Flugzeug 211 Gramm CO2 ausgestoßen. Vergleichst du das mit den Emissionen der Bahn, stehst du bezogen auf deinen ökologischen Fußabdruck mit einer Reise im Zug deutlich besser da. Hier werden nämlich nur 41 Gramm pro Person und Kilometer Treibhausgase ausgestoßen.

Klar, mit der Bahn bist du deutlich länger unterwegs, dafür aber mit einem deutlich besseren Gewissen. Willst du beispielsweise von München nach Rügen reisen, brauchst du für die rund 700 Kilometer etwas länger als acht Stunden. Mit cleverer Planung und ein wenig Glück zahlst du für die Strecke übrigens nur knapp 15 Euro. Allerdings kosten manche Verbindungen auch bis zu 250 Euro. Am besten informierst du dich hier möglichst früh.

So wenig wie möglich einpacken

Auch das Kofferpacken kannst du möglichst nachhaltig gestalten. Grundsätzlich gilt hier: je mehr du einpackst, desto mehr Gewicht muss transportiert werden. Um mehr Gewicht zu transportieren, wird mehr Energie verbraucht und das sorgt wiederum für einen höheren CO2-Ausstoß. Das gilt für fast alle Transportmittel, außer natürlich, wenn du zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs bist. 

Beliebtes Foto-Motiv: Die Seebrücke Sellin auf der Insel Rügen.

Am besten reist du also - sofern es möglich ist - nur mit Handgepäck. Dadurch schonst du nicht nur die Umwelt, sondern auch deinen Geldbeutel. Verzichte, wo es geht, auf Plastik. Für Schuhe benutzt du spezielle Schuhbeutel, statt Plastiktüten, um deine anderen Kleidungsstücke zu schützen. Bei Kosmetika kannst du statt vieler Einzelartikel auf Kombiprodukte setzen. Kernseife ist ebenfalls nachhaltiger als Flüssigseife aus der Plastikflasche.

Wo es geht, auf Papier verzichten

Tickets, Landkarten und so weiter - auf einer Reise sammeln sich schnell mal ein paar Papierberge an. Doch das muss nicht sein. Das Meiste gibt´s auch digital und ist dank Smarthpone & Co. jederzeit und überall verfügbar. Auch wenn du gerne liest, dann brauchst du nicht unbedingt diverse fette Wälzer mitzunehmen, sondern kannst alles platzsparend und bequem auf deinem E-Book-Reader dabei haben.

Nachhaltig auch vor Ort

Vor Ort auf Rügen muss es kein Mietauto sein, um die Insel zu erkunden. Wenn du nicht sowieso zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs bist, sind gerade die touristischen Hauptstrecken bestens mit dem Bus zu erreichen. Und das Beste daran: Mit dem Bernsteinticket, dem Königsstuhl-Ticket und dem Hiddensee-Ticket reist man nicht nur bequem, sondern spart auch noch richtig Geld.

Für deine Versorgung im Ferienhaus kaufe lokal ein und nutze die saisonalen Angebote aus der Region. Leider ist es nämlich immer noch so, dass sich von den Deutschen nur jeder fünfte für die Nachhaltigkeit seiner Einkäufe interessiert.

Beim Restaurantbesuch achte darauf, wo auch die Einheimischen gerne essen gehen. Da schmeckt es erfahrungsgemäß am besten und ist auch nicht überteuert. Gute Küche ist immer regional und saisonal – also trau dich mal was und probiere es aus!

Es ist also eine ganze Menge, dass du tun kannst, um im Urlaub wirklich nachhaltig unterwegs zu sein. Und wenn du es auf die Spitze treiben willst, dann kannst du über das Projekt „Waldaktie MV“ sogar noch deinen eigenen Baum auf Rügen pflanzen.