19.03.2019 | Reise Neue Benimmregeln auf Mallorca: Ab April kommen diese Strafen und Verbote

​Seit Jahren versucht Mallorca, die Alkoholexzesse an der Playa de Palma in den Griff zu bekommen - bislang ohne echten Erfolg. Das soll sich mit der Saison 2019 ändern. Ab April gelten diese neuen Benimmregeln. Wer dagegen verstößt, dem drohen saftige Strafen.

Foto: Jens Kalaene/dpa

Lärm machen Mitte März am Ballermann nur die Baubagger. Kurz vor Saisonstart werden viele Hotels auf Mallorca noch renoviert, andere ganz neu gebaut. Im April wird das ganz anders, wenn es wieder mit Schlager-Sound, Sonne, Strand - und dem für viele Inselfans obligatorischen Alkohol losgeht. Aber: Die Stadtverwaltung will jetzt mehr denn je gegen Sauftourismus vorgehen. Ab 1. April gelten auf Mallorca deutlich strengere Benimmregeln. 

Schinkenstraße im Fokus der Sittenhüter

Vor allem rund um die berühmt-berüchtigte „Schinkenstraße“ soll es künftig gesitteter zugehen. Auf Malles Saufmeile und in ihren Querstraßen sind die Regeln besonders streng:

  • Biergärten müssen eingezäunt werden.
  • Getränke dürfen nicht mehr auf den Bürgersteig oder die Straße mitgenommen werden.
  • Currywurst und Co.: Auch Essen ist auf der Straße verboten.

Die verabschiedete Ergänzung der Ballermann-Benimmregeln heißt ZEIT (ausgesprochen: Zeh-it). Das Kürzel steht für „Zona d'Especial Interès Turístic“ - ein Gebiet von besonderem touristischen Interesse. Die gesamte Playa de Palma wurde zu einer solchen Zone erklärt. In der Praxis bedeutet das auch:

  • ein Verbot von Alkohol in Schaufenstern,
  • ein Verbot von Sonderangeboten wie der „Happy Hour“ mit starken Drinks zu Dumpingpreisen,
  • ein Verbot von Lärm durch verstärkte Musikanlagen
  • und ein Verbot des Betretens öffentlicher Gebäude mit nacktem Oberkörper.

Die Maßnahmen gelten ab April bis Ende Oktober - und wer sie nicht beachtet, dem drohen hohe Strafen.

Drakonische Strafen: Mindestens 2.200 Euro

Drastisch erhöhte Geldbußen sollen zur Einhaltung der Regeln anspornen. 2.200 Euro beträgt die Mindeststrafe für Vergehen gegen die neuen Regelungen. Nach oben liegt die Grenze vorerst bei 3.000 Euro. Allerdings mit Augenmaß, wie ein Sprecher der Stadt Palma erklärt: „Niemand kriegt Ärger, nur weil er ein Bier auf offener Straße trinkt.“ Es gehe darum, unsittliches Verhalten zu unterbinden, nicht mehr und nicht weniger. Anders sieht es auch, wenn Menschen

  • auf der Straße urinieren,
  • sich übergeben
  • oder andere Urlauber belästigen.

„Dann schreiten wir ein - und dann wird es Strafen geben“, versprechen die Sittenhüter der Stadt.

Mallorca-Bewohner und Wirte begrüßen härtere Gangart

Die Anwohner jedenfalls freuen sich über die Maßnahmen der Stadtverwaltung gegen die ausschweifenden Saufgelage. Biel Barceló, Chef der Nachbarschaftsvereinigung Playa de Palma, die seit Jahren ein Eingreifen fordert, spricht von einem Erfolgserlebnis. „Es ist der richtige Schritt für ein besseres Miteinander. Die große Mehrheit der Touristen hier ist ja auch nicht zum Saufen da, sondern die meisten Touristen wollen einfach Spaß haben“, sagt er. „Und das können sie sicherlich viel besser ohne die Leute, die den Exzess suchen.“

Aber was sagen die Wirte? Aus dem populären Partylokal „Bierkönig“ heißt es, die neuen Regeln würden befürwortet: „Sie erlauben, asoziales Verhalten, Alkoholkonsum auf der Straße und Straßenhandel zu unterbinden.“ Für die Umsetzung sei allerdings eine höhere Polizeipräsenz erforderlich. „Das verbessert die Sicherheit für uns alle - Anwohner, Gäste und Lokale.“