17.03.2020 | Reise Reisewarnung: Das müssen alle wissen, die Urlaub gebucht haben

Urlaub in Zeiten von Corona? Die Bundesregierung hat heute (17.03.) eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Wer seinen Urlaub bereits gebucht hat, ist jetzt unsicher, ob und wie die Reise storniert werden sollte. Wie ihr in einem solchen Fall am besten handelt erfahrt ihr hier.

Foto: Wawan Kurniawan/dpa

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus hat die Bundesregierung heute (17.03.) eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen. Die USA haben ein Einreiseverbot für Bürger aus dem Schengen-Raum ausgesprochen. Auch viele andere Länder reagieren auf die Ausbreitung des Virus mit Einreisebeschränkungen- oder verboten.  Einige Flüge wurden storniert und Deutschland selbst hat seine Einreisebedingungen verschärft. 

Unsicherheit bei Urlaubern: Reise stornieren oder nicht?

Die Osterferien sind eine beliebte Reisezeit für Urlauber. Viele stellen sich aufgrund der Corona-Krise die Frage, ob sie ihre Reise jetzt stornieren sollen und ob die Kosten für Urlaubsreisen oder Flugtickets erstattet werden. Wir haben bei Michael Siegel, einem Rechtsanwalt für Reiserecht, nachgefragt, wie ihr jetzt am besten handeln solltet. Grundsätzlich rät er davon ab, eine Reise in dieser Krisen-Zeit anzutreten. Auch der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder rät dazu, die Osterferien in Bayern anstatt im Ausland zu verbringen. 

Stornieren von Pauschalreisen

Bei Pauschalreisen, die in den nächsten Tagen angetreten werden sollten, gibt es keinen Grund zur Sorge. Einige Anbieter haben die gebuchten Reisen schon storniert und die Reisenden informiert. Falls das nicht der Fall ist: Schreibt eurem Reiseveranstalter, dass ihr die Reise stornieren wollt. Euer Geld solltet ihr hierbei problemlos zurückerhalten, auch wenn ihr keine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen habt. 

Falls die Pauschalreise erst in den Osterferien oder danach stattfinden sollte, ist eine kostenfreie Stornierung nicht mit Sicherheit gegeben. Hier müsst ihr euch mit eurem Reiseveranstalter in Verbindung setzen. Viele Konzerne zeigen sich in der Krisenzeit laut Reiserechtler Michael Siegel aber sehr kulant. Von einer sofortigen Stornierung ist zunächst jedoch abzuraten, da unklar ist, ob die Reisewarnung in ein paar Wochen noch gilt. Wenn ihr eure Reise für die Osterferien oder einen späteren Zeitraum bereits jetzt selber storniert habt ihr das Risiko, auf den Stornogebühren sitzen zu bleiben. 

Stornieren von Flugtickets

Einige europäische Fluglinien haben ausgewählte Flüge der nächsten paar Tage aufgrund geringer Nachfrage bereits anulliert. In diesem Fall erhaltet ihr das Geld für euer gebuchtes Ticket zurück. Falls ihr ein Ticket stornieren wollt, zeigen sich die meisten europäischen Fluglinien in dieser Krise jedoch auch kulant. Ob sich nicht-europäische Fluglinien ebenfalls kulant zeigen, ist unsicher. In einem Großteil der Fälle bekommt ihr die Kosten für euer Ticket kostenfrei erstattet. Dies ist jedoch abhängig von der jeweiligen Fluggesellschaft und vom Zeitpunkt des Fluges.  

Stornieren von Unterkünften

Bei Unterkünften ist die kostenfreie Stornierung vom Land abhängig. Wenn das Reiseziel in einem Hochrisikogebiet ist, oder die Grenzen geschlossen sind, sollte eine kostenfreie Stornierung für Reisen in nächster Zeit problemlos möglich sein. Liegt die Unterkunft in einem Land, das aktuell offen und/oder wenig betroffen ist, muss der Kunde auf Kulanz hoffen. Auch hier ist zu beachten, dass sich Risikogebiete in den nächsten Wochen noch ändern können. 

Grundsätzlich gilt: Wer seine Reise nicht antreten möchte, sollte beim Veranstalter nachfragen, ob und wie das möglich ist. 

Bei Reisen, die in den nächsten paar Tagen angetreten werden sollten, ist die kostenfreie Stornierung in Zeiten der Corona-Krise in den meisten Fällen kein Problem. Ob eine Reise, die in ein paar Wochen geplant war, ebenso einfach storniert werden kann, hängt vom jeweiligen Reiseveranstalter ab. Desweiteren solltet ihr regelmäßig die Seite des Auswärtigen Amtes checken, um aktuelle Reisewarnungen und Einreiseverbote zu erfahren. 

Rückholaktion für gestrandete Touristen gestartet

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat eine Rückholaktion für im Ausland gestrandete Touristen engekündigt. Für diese Maßnahme sollen 50 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Viele deutsche Reisende stecken wegen der Coronavirus-Pandemie im Ausland fest. Zunächst sollen im Laufe der nächsten Tage Pauschalreisende aus betroffenen Gebieten zurückgeholt werden. Weiterhin sei es wichtig zu verhindern, dass weitere deutsche Urlauber im Ausland stranden. Aus diesem Grund wird vor allem von touristischen Reisen abgeraten. 

Alles, was ihr sonst über das Corona-Virus wissen müsst