25.02.2020 | Reise Urlaub in Italien absagen wegen Corona-Virus: Das müssen Reisende wissen

Mailänder Dom: zu. Markusplatz: leer. Supermärkte: leergekauft. Bars und Restaurants: geschlossen. Italien erlebt mit dem starken Ausbruch des Corona-Virus surreale Szenen. Und Italien ist ja auch ein beliebtes Urlaubsland für uns Bayern. Worauf Urlauber achten müssen, wenn sie eine Italien-Reise in die betroffenen Gebiete nicht mehr antreten wollen, erfahrt ihr hier.

Foto: Daniele Mascolo/XinHua/dpa

Die Bilder aus Italien im Kampf gegen das Corona-Virus sind beunruhigend. Bayern bereitet sich schon für mögliche Infektionen bei Reisenden aus Italien vor. Außerdem sollen Informationen speziell für Italien-Reisende bereitgestellt werden. Wer in Italien mit einem Coronavirus-Fall Kontakt hatte, soll sich an sein Gesundheitsamt wenden. In Bayern gibt es bisher keine neuen Corona-Fälle. Während das in Italien weiter grassiert, sind auch im österreichischen Tirol inzwischen zwei Menschen infiziert.

Weil es in Bayern aber seit Tagen keinen neuen Fall gab, sei das Ansteckungsrisiko hier minimal, sagt der Präsident des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), Andreas Zapf.

Corona auf Insel Teneriffa: Hotel unter Quarantäne

Doch viele Urlauber sind verunsichert. Nun musste auf der beliebten spanischen Ferieninsel Teneriffa ein ganzes Hotel unter Quarantäne gestellt werden. Ein 69-jähriger Italiener - ein Arzt aus der Lombardei - wurde positiv auf das Corona-Virus getestet. Rund 1.000 Gäste des H10 Costa Adeje Palace Hotels können nun die Anlage nicht mehr verlassen. Das berichtet der spanische Sender RTVE. Ob unter den Hotelgästen auch Deutsche sind, ist bislang nicht bekannt.

Foto: AP/dpa

Wann und wie komme ich aus einer Reisen wieder raus?

Der Corona-Virus breitet sich in Italien immer mehr aus.

  • Schulen sind geschlossen.
  • Museen öffnen nicht mehr.
  • Bars und Restaurants machen dicht.
  • Die Supermärkte sind wie leer gefegt.
  • Viele große Veranstaltungen wurden abgesagt.

Und Italien ist ja auch ein beliebtes Urlaubsland. Der Dom in Mailand ist zum Beispiel für Touristen geschlossen und sogar der traditionelle Karneval in Venedig wurde vorzeitig abgebrochen. In den Regionen Lombardei und Venetien wurden für viele Orte Ein- und Ausreiseverbote ausgesprochen, teilte das Auswärtiges Amt mit. Wie wirkt sich das auf Reisende aus?

Urlaub gebucht: Habe ich Chancen mein Geld wiederzubekommen?

Pauschalreisende sollten sich schnell bei ihrem Reiseveranstalter melden. Wegen der außerordentlichen Umstände durch das Corona-Virus können sie von ihrer Reise kostenlos zurücktreten. Bei der aktuellen Situation in Teilen Italiens müsste man auch viele Abstriche während des Urlaubs machen. Hier hat der Reisende ein außerordentliches Rücktrittsrecht.

Das Reiseunternehmen DER Touristik hat auf ANTENNE BAYERN-Anfrage zum Beispiel mitgeteilt, dass Kunden, die eine Reise nach Mailand gebucht haben, kostenlos stornieren und umbuchen können. Aber Achtung: Das gilt erstmal nur für anreisende Gäste bis zum 28. Februar. Die restlichen Regionen in Italien können Urlauber problemlos bereisen.

Übrigens: Wenn ein Reiseveranstalter eine Gratis-Umbuchung anbietet, aber eine kostenlose Storno ablehnt, sollten sich Urlauber nicht unter Druck setzen lassen. Kein Reisender ist verpflichtet, sich auf ein solches Umbuchungsangebot einzulassen. Denn das Angebot muss auch für die persönliche Reiseplanung passen. Betroffene sollten deshalb auf eine Gratis-Stornierung bestehen. Als Gründe sind Störungen wie geschlossene Museen oder Restaurants anzuführen.

Was gilt, wenn ich auf eigene Faust nach Italien reise?

Für Individualreisen sieht die Situation nicht so gut aus: Wenn man auf eigene Faust mit dem Auto oder dem Zug nach Italien fährt, hat man keinen Vertrag nach dem deutschen Reiserecht abgeschlossen. Das bedeutet, man muss hier auf Kulanz bei dem Hotel oder dem Mietwagenverleih hoffen. Generell können die Reisenden den Urlaub nicht kostenfrei stornieren – außer das Hotel liegt im Sperrgebiet und ist daher nicht erreichbar.

Was sagt das Auswärtige Amt zur Lage in Italien?

Das Auswärtige Amt informiert  hier laufend über die Entwicklungen in Italien, was das Corona-Virus angeht. Auch zu möglich Ein- und Ausreisesperren wird hier informiert. Derzeit sind italienische Flughäfen bis auf weiteres für Direktflüge aus China gesperrt. An Flughäfen und Häfen werden Gesundheitskontrollen mit Temperaturmessungen durchgeführt. Flughäfen, Häfen und Bahnhöfe sind dagegen regulär in Betrieb. 

Empfohlen wird, sich vor Reiseantritt bei der für Reisende zuständigen italienischen Auslandsvertretung sowie beim italienischen Gesundheitsministerium zu informieren. Das Ministerium hat unter folgender Nummer eine Hotline eingerichtet:

(+39) 1500

Angst vor Reise: Rücktritt möglich?

Angstgefühle sind in diesem Fall wohl kein ausreichender Grund, einen Reiserücktritt zu erklären. Beim Reiseveranstalter entstehen immer Rücktrittskostenansprüche, sprich Stornokosten.

Das sollten Italien-Rückkehrer außerdem wissen!

Zum Schutz vor weiteren Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus dürfen Reiserückkehrer aus Italien bei den Blutspendediensten des Deutschen Roten Kreuzes und des Bayerischen Roten Kreuzes vier Wochen lang kein Blut spenden. Die Zeitspanne werde ab der Rückkehr berechnet, sagte Sprecher Patric Nohe.

Für Reisende aus der gesamten Volksrepublik China sowie aus Nord- und Südkorea betrage die Sperre seit längerem ohnehin vier Wochen, allerdings wegen des Chikungunya-Virus. Es kann durch Stechmücken übertragen werden und die Tropenkrankheit Chikungunyafieber verursachen. „Die Inkubationszeit des neuartigen Coronavirus (Sars-CoV-2) liegt bei bis zu 14 Tagen und ist somit durch diese Maßnahme ebenfalls abgedeckt“, so Nohe.