19.08.2020 | Reise 5 Tipps: Was machen, wenn das Urlaubsziel zum Risikogebiet wird?

Noch sind in Bayern knapp drei Wochen Sommerferien übrig und den wohlverdienten Sommerurlaub wollen sich die wenigsten von uns nehmen lassen. Einige bleiben dieses Jahr bei uns im schönen Bayern, viele zieht es aber auch an die sonnigen Mittelmeerstrände. Doch was, wenn das Urlaubsland zum Risikogebiet erklärt wird?

Foto: Christian Charisius/dpa

Ihr seid im Urlaub und euer Reiseland wurde zum Risikogebiet erklärt? Oder habt ihr schon gebucht aber gerade erfahren, dass euer Ziel jetzt plötzlich Risikogebiet ist? Wir haben alle Informationen für euch, die jetzt wichtig sind:


1. Reisewarnung bedeutet nicht gleich Reiseverbot

Was man auf keinen Fall vergessen darf: Nur weil eine Reisewarnung besteht, bedeutet das nicht gleich, dass es verboten ist in das entsprechende Land zu Reisen. 

Solltet ihr euch momentan in einem Risikogebiet aufhalten oder euren Urlaub in ein solches gebucht haben müsst ihr eure Reise also weder abbrechen, noch stornieren

Man muss sich aber auch bewusst sein, dass das Auswärtige Amt Rückholaktionen aus Risikogebieten künftig ausgeschlossen hat und in Bayern eine 14-Tägige Quarantänepflicht nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet gilt. 

Einzige Ausnahme ist, wenn man einen max. 48-Stunden-Alten Test vorzeigen kann, der auf keine Anzeichen einer Covid19-Erkrankung schließen lässt. 

2. Kostenlose Stornierung für Pauschal-Reisende

Grundsätzlich gilt: Kontaktiert bitte sofort euren Reiseveranstalter, sobald ihr die Meldung erhaltet, dass euer Reiseziel als Risikogebiet eingestuft wurde. 

Rechtlich gesehen könnt ihr laut §651h BGB eure Pauschalreise immer stornieren, wenn am Bestimmungort oder in dessen unmittelbarer Nähe unvermeidbare außergewöhnliche Umstände auftreten, die die Durchführung der Pauschalreise oder die Beförderung von Personen an den Bestimmungsort erheblich beeinträchtigen

3. Regelung für Individual-Reisende

Im Gegensatz zu Pauschalreisen können Individualreisen nicht einfach kostenlos storniert werden. Individual-Reisende seid ihr, wenn ihr bspw. Flug und Hotel oder Ferienwohnung getrennt voneinander gebucht habt. Wird euer Reiseziel in diesem Fall zum Risikogebiet erklärt, habt ihr keinen Anspruch eine kostenlose Stornierung bzw. die vollständige Rückerstattung des gezahlten Preises. 

Hier müsst ihr auf die Kulanz des Anbieters hoffen.

4. Testpflicht bei Rückkehr aus Risikogebiet

Seit dem 8. August sind Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten verpflichtend

Wer keinen max. 48-Stunden-Alten negativen Coronabefund vorweisen kann muss sich in eine 14-Tägige Quarantäne begeben, bzw. sich bei der Einreise auf Covid19 testen lassen. 

Sträubt man sich bei der Rückkehr aus einem Risikogebiet gegen die verpflichtende Meldung, Testung, Nachweispflicht und häusliche Quarantäne , muss man mit hohen Bußgeldern rechnen, die die örtlichen Behörden verhängen können. 

5. Reiseversicherungen

Wichtig ist außerdem aber auch, dass Reiseversicherungen bei der Einstufung als Risikogebiet nicht automatisch zahlen müssen. 

Habt ihr eine Auslandsreisekrankenversicherung abgeschlossen? Vorsicht: Das bedeutet nicht automatisch, dass ihr einen Anspruch darauf habt, dass diese auch automatisch eure Kosten übernimmt, weil euer Reiseziel zum Risikogebiet erklärt wurde. 

Auch das solltet ihr im besten Fall also schon vor Reiseantritt mit eurer Versicherung abklären bzw. diese direkt kontaktieren, wenn ihr bereits im Urlaubsland seid.