16.08.2019 | Technik Ab September wird Online-Shopping kniffliger: Das müsst ihr beachten

Keine langen Schlangen, kein ewiges Suchen, zwei Klicks und zack bestellt! Online-Shopping bequem von der Couch, für viele völlig normal. Ab dem 14. September tritt die neue Zahlungsdienstrichtlinie der EU in Kraft, dadurch wird sich beim Einkaufen im Internet einiges ändern.

Foto: Jens Büttner / dpa

69% der EU Bürger shoppten 2018 online. Die Anzahl der Nutzer steigt seit mehreren Jahren kontinuierlich. Kein Wunder, denn für viele ist dies der einfachste und praktischste Weg, um an das Produkt zu kommen. Bereits vor ihrer Einführung sorgt die neue EU-Zahlungsdienstrichtlinie für Wirbel. Der Handel kritisiert jetzt schon, dass so mancher Einkauf daran scheitern könne. 

Bisher konnten Nutzer beispielsweise online ein Auto mit Kreditkarte und Sicherheitsnummer mieten. Oder sich bei Paypal einloggen und mit Passwort die Zahlung abwickeln. Nun müssen Nutzer eine Zwei-Faktoren-Authentifizierung durchführen, um den bargeldlosen Zahlungsverkehr zu tätigen. Zwei von drei Faktoren braucht ihr als Käufer dafür:

  • etwas, das man selber festlegt (Pin, Passwort), 
  • etwas, das man besitzt (registriertes Smartphone, Chipkarte mit Nummer)
  • etwas Persönliches (Fingerabdruck, Gesichtsmerkmale).

Was sich auch ändern wird, ist der Zahlvorgang über Drittanbieter, wie Klarna oder Paypal. Bisher hat die kontoführende Bank den alleinigen Zugriff auf euer Konto. Ab 14. September müssen die Banken den Zugriff von Drittanbietern erlauben. Allerdings nur, wenn ihr als Kontoinhaber ausdrücklich zustimmt. Ohne diese Bestätigung bleibt es wie gehabt und kein Drittanbieter darf auf die Kontodaten zugreifen. Nur die Bank hat die Zugriffsmöglichkeit auf euer Konto. 

Wann ihr die doppelte Authentifizierung nicht braucht

Die neue Richtlinie tritt nur für Zahlungsprozesse in Kraft, die online abgewickelt werden, für die es bisher keine hohen Sicherheitsstandards gab. Bei 

  • Lastschrift
  • Rechnung
  • Vorkasse

bleibt alles wie gehabt. Beiträge unter 30€ sollen ebenfalls ohne doppelte Sicherheitsabfrage auskommen. 

Ziel: Online-Shopping soll sicherer werden 

Bisherige Schätzungen der EU haben herausgefunden, dass alleine der Betrug mit Zahlungen von Kreditkarten jährlich einen Schaden von ca. 1,3 Milliarden Euro verursacht. Die Maßnahmen sollen Betrugsfälle im elektronischen Zahlungsverkehr bekämpfen und bargeldlose Zahlungen sicherer machen.