15.07.2014 | Technik Fett-Brandgefahr am Herd: mehrere 10.000 Küchenbrände jedes Jahr

Fett-Brandgefahr am Herd: mehrere 10.000 Küchenbrände jedes Jahr
Eine Gasflamme brennt auf einem Küchenherd. Foto: Roland Weihrauch/Archiv
Jährlich werden den deutschen Versicherern circa 700.000 Brandschadenfälle gemeldet. Darunter sind mehrere 10.000 Küchenbrände. Gerade Fettbrände in der Küche treten in Deutschland sehr häufig auf und verursachen hohe Schäden. "Die Ursache ist oft Unachtsamkeit, denn das Risiko wird unterschätzt", sagt Dr. Rolf Voigtländer, Geschäftsführer des Instituts für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS).  

Es kann schnell gehen: Sie geben Öl in die Pfanne und haben die Kochplatte auf die höchste Stufe gestellt. Plötzlich klingelt dasTelefon und Sie verlassen den Raum. In der Pfanne entwickeln sich schnell hohe Temperaturen. "Oberhalb von etwa 350 Grad Celsius findet eine spontane Selbstentzündung statt", berichtet Voigtländer. Und dazu kann es nach IFS-Untersuchungen nach dem Einschalten der Herdplatte bereits nach circa fünf Minuten kommen. Meist greift der Fettbrand schnell auf die Dunstabzugshaube und die Küchenmöbel über.  

Glücklicherweise wird der entstehende Brand in den meisten Fällen rechtzeitig entdeckt. Dennoch kann durch den giftigen Rauch akute Gefahr bestehen oder wenn beim Löschen des Fettbrandes Wasser benutzt wird. Aus einem Liter Wasser entstehen durch die große Hitze innerhalb von Sekunden circa 1.700 Liter Wasserdampf. Dieser reißt die Fetttröpfchen explosionsartig auseinander. Schwere Verbrennungen sind die Folge.  

Wenn noch die Chance besteht, den Brand selbst zu löschen, darf das Feuer nur erstickt werden - beispielsweise mit dem Deckel. Das reicht oft schon aus.  

Das IFS zeigt im Film zum Thema wie schnell sich Fett entzündenkann und was dann zu tun ist.