12.08.2020 | Technik "Inbound-Marketing" - der neue Trend im Online-Marketing

Im Online-Marketing gibt es ständig Veränderungen. Wer im Google-Ranking auf den vorderen Plätzen ranken möchte, muss sein Marketing aufgrund regelmäßiger Veränderungen anpassen. Die Google-Algorithmen bewerten Seiten nach immer differenzierteren Kriterien. Noch vor nicht allzu langer Zeit waren Keywords und gute Rankings das A und O für den Erfolg. Doch das reicht heute bei weitem nicht mehr aus.

Es gibt nicht mehr „die“ Rankingfaktoren. Der Wettbewerb unter den Anwärtern auf Platz 1 im Suchmaschinen-Ranking verschärft sich dadurch zusehends. Im gleichen Maß, wie die Werbe-Ausgaben steigen, sind auch die Kunden von übermäßiger Werbung im Internet genervt. Dies belegt eine Studie von Digital Information World. In der Studie wird gezeigt, dass 47% der Internetnutzer weltweit einen Werbeblocker benutzen.

Andere Studien heben auch hervor, dass 99% der neuen Nutzer nicht bereit sind, beim ersten Besuch der Website einen Kauf zu tätigen. Was bringt dann ein Top-Ranking bei Google, wenn aus dem Traffic kein Umsatz generiert werden kann? In diesem Fall müssen Nutzer zu Kunden werden. Gerade hier setzt Inbound-Marketing an.

Was ist Inbound-Marketing?

Bevor wir in das Thema richtig einsteigen, müssen wir erstmal Inbound-Marketing besser verstehen. Diese Strategie lässt sich wie folgt definieren:

„Das Inbound Marketing verfolgt generell den Ansatz, dass die User und Webseitenbesucher durch mehrwertige Inhalte in Kunden umgewandelt werden bzw. ein Produkt oder Angebot überhaupt erst einmal entdecken können.“
>> Definition von Marketing Institut

Beim Inbound-Marketing handelt es sich um einen digitalen Marketing-Prozess, mit dem mehr Traffic, Aufmerksamkeit und Engagement generiert werden kann. Um von potenziellen Kunden gefunden zu werden, bedient sich Inbound-Marketing auch der klassischen Marketing-Kanäle wie SEO, Social Media und manchmal auch SEA.

Beim Inbound-Marketing ist es wichtig, die Zielgruppe genau zu identifizieren, möglichst viel über die potenziellen Kunden zu wissen und zielgruppengerechten Content in regelmäßigen Abständen zu veröffentlichen. Darüber hinaus ist die Wahl der Kanäle, auf denen die Texte veröffentlicht werden, auch entscheidend, denn nur wenn die Zielgruppe diese auch verwendet, kommen die Inhalte auch an.

Um die potenziellen Kunden besser zu verstehen, ist die Erstellung von Personas sehr hilfreich. Mit Personas kann man sich in die Rolle der Kunden besser hineinversetzen und deren Kaufentscheidungsprozesse besser nachvollziehen.

Um sich einer effektiven Inbound-Marketing-Strategie zu nähern, sollte man sich den Sales Funnel (Marketing Trichter) im Detail ansehen:

  • 1) Anziehen: Inhalte, die von der Zielgruppe gesucht werden, führen zum eigenen Angebot. Dabei ist es sehr wichtig, dass die Inhalte hochwertig sind und dass die Themen passen. Ein Unternehmensblog oder Social-Media-Kanäle sind hier ideal, um passende Themen zu veröffentlichen. Das können Erklärungen zu Produkten sein, weiterführende Informationen zur Verwendung der Produkte oder zur Lösung eines Problems. Auch Kundenbewertungen sind hier sehr wichtig. Eine SEO-Strategie, die beispielsweise die relevanten Keywords implementiert, kann dazu beitragen, in den SERPs weit vorne zu landen.
  • 2) Interagieren: Durch den Besuch der Webseite kommt man mit dem Angebot in Berührung. Ein neuer Lead und damit ein potenzieller Kunde wird generiert. Der Kaufentscheidungsprozess kann je nach Branche wenige Minuten bis hin zu mehreren Monaten dauern. Selten wird direkt ein Kauf getätigt. Umso wichtiger ist es hier, den Nutzern weitere Touchpoints anzubieten wie z.B. Downloads oder eine Anmeldung zum Newsletter, um in Kontakt zu bleiben. Praxistipp: Kunden interagieren mit einer Seite, weil die Informationen einen Mehrwert liefern oder weil der Customer Service schnell und unkompliziert offene Fragen beantwortet.
  • 3) Abschließen: Weitere Interaktionen (regelmäßige Newsletter, Social Media, etc.) führen dazu, dass ein potenzieller Kunde in Kontakt bleibt und schließlich einen Kauf tätigt. Bei diesem Prozess wir ein Lead zu einem Kunden umgewandelt. Wichtig ist hier den Nutzern im Kaufentscheidungsprozess den richtigen Content zur richtigen Zeit anzubieten.
  • 4) Begeistern: Weitere, darauf aufbauende Maßnahmen (weiterführende Inhalte, die nach dem Kauf wichtig werden oder ausgeprägter Kundenservice) machen die Kunden glücklich und führen zu einer hohen Bindung. Formulare oder Chatbots helfen dabei, herauszufinden, ob die Kunden tatsächlich zufrieden sind und sich wohlfühlen. Auch eine aktive Kommunikation und Interaktion in den sozialen Medien kann dies unterstützen.

Im Idealfall laufen große Teile dieser Prozesse dabei automatisiert ab. Die vier Phasen bilden dabei das Grundgerüst für die Bewertung einzelner Leads. So genannte C-Leads, also solche, die aktuell nicht direkt kaufbereit sind, können dann automatisch in einen Marketing-Prozess gelangen, der sie in kaufbereite A-Leads verwandelt.

Die ersten Schritte im Inbound-Marketing sind immer komplex, aber laut diverser Studien gibt es immer mehr Unternehmen, die bei ihrer Marketingstrategie auf Inbound-Marketing setzen. Durch die nachhaltigen Effekte ist erfolgreiches Inbound-Marketing sehr profitabel.

Wenn ihr Unterstützung bei eurer Inbound-Marketing-Strategie benötiget, steht die Online Marketing Agentur in München euch gerne zur Verfügung.

Inhalte, die begeistern

Eine zentrale Rolle im Inbound-Marketing spielt der Content, der so aufbereitet sein muss, dass er Nutzer über alle Kanäle hinweg begleitet und anzieht. Damit man sich von der Konkurrenz unterscheidet, muss man relevanten und interessanten Content erstellen. Doch was heißt das eigentlich?

Guter Content liefert dem User Mehrwert. Nutzer, die über Google recherchieren, erwarten fundierte Inhalte ganz oben auf den Suchergebnisseiten. Darauf hat Google mit seiner Verfeinerung der Algorithmen reagiert. Die Suchergebnisse sollten die bestmögliche Antwort auf eine Frage geben. Aber wenn der Nutzer eine Website öffnet und dort die Antwort auf seine Frage nicht findet, dann verlässt dieser die Seite und recherchiert weiter. Laut einer Studie sind 75% der Nutzer an guten Inhalten interessiert, auch wenn ihnen bewusst ist, dass ein Unternehmen etwas verkaufen möchte. Gute Inhalte werden gerne gelesen, angeschaut oder auch etwa in Form von Podcasts angehört. Um einen Text mit Mehrwert zu erstellen, kann man sich an den E-A-T-Richtlinien von Google orientieren:

  • Expertise: Wer Seiteninhalte bereitstellt, sollte dazu fähig sein, eine fachkundige Antwort zu liefern. Zeigen Sie dem Leser, dass Sie der Experte sind und Antworten auf Problemstellungen haben. Machen sie keine Aussagen und Versprechen, die Sie nicht belegen können. Zitate sollten aus glaubwürdigen Quellen sein, der Text in sich schlüssig und die Textlänge sollte angemessen sein.
  • Authority: Stimmt die Content-Qualität, entwickelt eine Website zunehmend ein Renommee. Google spricht dann von der Autorität eines Internet-Brands. Die Seite muss innerhalb der Branche und unter Kunden ein hervorragendes Standing aufbauen. Verlinkungen von anderen starken Seiten unterstreichen die sichtbare Autorität.
  • Trustworthiness: Trustworthiness heißt im Deutschen Vertrauenswürdigkeit, Vertrauen entsteht durch Zeichen der Sicherheit und Seriosität. Die Seitenbetreiber geben nicht nur vor, etwas oder jemand zu sein, sie sind es tatsächlich. Eine „Über-uns-Seite“, „Terms of Use“, „Datenschutzrichtlinien“ oder eine SSL-Verschlüsselung tragen dazu bei, dass der User sich sicher fühlt.

Beim Inbound-Marketing sind Content und Nutzer-Engagement wichtig. Mit dieser Strategie möchte man auch dem Nutzer eine gute Erfahrung anbieten, damit er zurückkehrt und zu ein einem treuen Kunden wird. Auf diese Weise kann man die Zeit erhöhen, die ein Benutzer auf der Website verbringt und die Anzahl der Conversions steigern.

SEO und Inbound-Marketing-Synergien

Auch beim Inbound-Marketing hat SEO höchste Priorität. Ohne Reichweite funktioniert auch Inbound-Marketing nicht. SEO ist der nachhaltigste und günstigste Kanal, um den Traffic auszubauen. Neben Content sind für SEO auch Onpage- und Offpage-Faktoren sowie eine gute Usability entscheidend. Damit schafft man nicht nur Erfolge wie bessere Rankings, sondern erhält auch eine Seite, auf der sich die Nutzer wohlfühlen und sie gerne besuchen.

Beim Inbound-Marketing können kleine Details einen Unterschied machen, insbesondere wenn man sich vom Wettbewerber absetzen will. Dabei kann man sich an folgenden Punkten orientieren:

  • Keywords: Keywords sollten immer benutzt werden, aber mit Bedacht. Wenn man ein Keyword zu oft benutzt, klingt der Text spammig und der Nutzer verlässt die Seite. Man sollte das Keyword auch in den Meta-Daten und in der URL verwenden, damit der Nutzer bei der Suchanfrage den passenden Artikel findet.
  • URLs: Die URLs sollten auch gepflegt werden, diese sollten kurz sein und keine Nummern oder Ziffern beinhalten. Sprechende URLs werden öfters geteilt und ein Nutzer sieht sofort, um was es auf der Seite geht.
  • Meta-Daten: Auch die Meta-Daten sollten optimiert werden, indem der Inhalt der Seite kurz zusammengefasst wird, das Keyword enthalten ist und die Beschreibung Unique ist. Bei den Meta-Daten kann man auch bestimmte Symbole und Sonderzeichen verwenden, um sich von der Konkurrenz abzuheben und die Klickrate zu erhöhen.
  • Duplicate Content: Duplicate Content ist ein absolutes No-Go. Weder bei Menschen noch bei Google kommen Duplikate gut an. Die Sichtbarkeit und Rankings können sich dadurch verschlechtern. Im Endeffekt klicken weniger User auf die Website und die Erfolge bleiben aus.
  • Usability: Die Seite soll für den Nutzer verständlich sein und er sollte alles finden, wonach er gesucht hat. Fühlt sich der Benutzer verloren auf der Website, verlässt er diese und kommt nicht zurück. Für einen schlechten ersten Eindruck gibt es selten eine zweite Chance. Auch die Ladegeschwindigkeit ist ein wichtiger Faktor. Seiten mit langen Ladezeiten verlieren viel Traffic, weil der Nutzer nicht so lange warten möchte.
  • Technik: Regelmäßige Technik-Checks helfen dabei, die Website fehlerfrei am Laufen zu halten. Was bringt der beste Inhalt, wenn die Seite nicht erreichbar ist oder Google die Seite nicht sauber crawlen kann?
  • Linkaufbau: Eine Linkaufbau-Strategie dient auch dazu, mehr Traffic zu generieren und das Ranking zu verbessern. Die Websites, die bei Google auf den ersten Plätzen ranken, haben meistens sehr viele Backlinks. Gerade dieser Punkt darf nicht unterschätzt werden. Es gibt viele Seiten, die guten und hochwertigen Content erstellen. Unter diesen Seiten muss Google einen Gewinner bestimmen. Hier macht Linkaufbau oft den Unterschied, um ein Top-Ranking zu erzielen.

Mehr Informationen zu den Tipps und Tricks der SEO-Optimierung findet ihr in diesem SEO Guide.

Inbound-Marketing und Automation

Ohne die richtigen Daten und Tools wird man eine erfolgreiche Inbound-Marketing-Strategie nicht umsetzen können. Es ist kaum möglich und unwirtschaftlich, alle Prozesse des Inbound-Marketings manuell umzusetzen. Ein wesentlicher Bestandteil des Inbound-Marketing ist daher auch die „Marketing und Sales Automation“. Dadurch kann man potenzielle Kunden ohne Aufwand zum Abschluss bringen. Im Prinzip geht es hier darum, automatische Workflows zu erstellen, die viel Zeit sparen oder händisch gar nicht umsetzbar sind.

Ein Beispiel für automatisierte Prozesse ist das Versenden von Lifecycle-Newslettern:

  • Zuerst wird ein Touchpoint auf der Webseite geschaffen, um sich zu einem Newsletter anzumelden
  • Je nachdem über welchen Touchpoint sich ein Nutzer angemeldet hat, wird er automatisch einer entsprechenden Newsletter-Gruppe zugewiesen. Ein User, der einen Download für einen Ratgeber über „Die Rechte von Mietern“ getätigt hat, hat andere Interessen als ein Hausbesitzer, der sich die Checkliste zu „Vermietertipps“ herunterlädt.
  • Der Newsletter-Abonnent erhält nun regelmäßig automatische Mailings, die genau auf seine Interessen und Bedürfnisse zugeschnitten sind und ihn im Kaufentscheidungsprozess begleiten.

Zu den wesentlichen Faktoren zählt auch, dass man für ein erfolgreicheres Inbound-Marketing den Vertrieb in das Online-Marketing integriert. Das funktioniert, indem man Online-Marketing, Website-Daten und das CRM miteinander vernetzt und in einen Gesamt-Prozess übersetzt. Statt Kaltakquise werden potenzielle Leads für den Vertrieb aufbereitet. Der Vertrieb spielt wiederum Informationen an das Online-Marketing zurück, welches seine Aktivitäten anpasst, um mehr und bessere Kunden zu generieren. Leads werden so automatisch bewertet und C-Leads in A-Leads umgewandelt.

Wie lassen sich Ergebnisse erzielen und messen?

Im Onlinemarketing gibt es viele Tools, um die vielen, ständig wachsenden Datenbestände zu strukturieren und auszuwerten. Ein Tool, das den ganzen Inbound-Marketing-Prozess abdecken kann, ist die Performance Suite. Die Performance Suite vereint alle Online-Marketing-Kanäle wie SEO, SEA, Social Media, E-Mail-Marketing & Co und setzt zusätzlich auf Automation und künstliche Intelligenz (KI). So werden zum Beispiel Leads durch automatische, aber personalisierte Mailings (Lifecyle Newsletter) regelmäßig angesprochen und zu Conversions gebracht. Da im Tool alle Online-Marketing-Aktivitäten übersichtlich steuerbar sind, lässt sich ebenfalls auswerten, welche Marketingaktivitäten und Touchpoints besonders relevant sind. Hieraus ist ableitbar, wie die Verteilung des Marketing-Budgets angepasst und auf die wichtigsten Online-Marketing-Kanäle verteilt werden kann.

Darüber hinaus unterstützt Sie die Performance Suite über KI dabei, bessere Inhalte zu erstellen. Die App überprüft auch, wie sich die Rankings für bestimmte Texte verbessert haben und wie sich die bestehenden Backlinks auf die Rankings auswirken. Bei vielen Websites entstehen mehrere Probleme bei der Texterstellung, wie zum Beispiel fehlende Meta-Tags oder Links, die nicht mehr online sind. Mit dem OnPage-Crawler der Performance Suite können diese Fehler entdeckt und als Aufgabe in der Road Map hinterlegt werden. Dadurch bekommen Seitenbetreiber direkt Hinweise zu den entstehenden Problemen und können diese nach Priorität zuordnen und beheben. Das verschafft den notwendigen Überblick für effizientes Arbeiten.

Inbound-Marketing liefert für den User wichtige Informationen und bietet einen Mehrwert. Das Online Marketing Tool ist als kostenlose Version erhältlich. User, die ihre Onlinestrategie wesentlich verbessern können, haben die Möglichkeit, ein Upgrade zu erwerben. Damit lassen sich noch mehr Daten generieren und auswerten. Mit den neu gewonnenen Informationen ist es möglich, das Inbound-Marketing noch effizienter zu machen. Die Performance Suite deckt den gesamten Prozess ab, daher kann sie auch auswerten, welche Kanäle besonders relevant sind.

Fazit: Inbound-Marketing als wichtiger Geheimtipp

Inbound-Marketing geht Hand in Hand mit dem ohnehin wichtiger werdenden Content-Marketing und den üblichen SEM-Methoden. Besonders in Zeiten, in denen die Kundenbindung insbesondere im E-Commerce immer wichtiger wird, sollte diese nachhaltige Form der Vermarktung keinesfalls ignoriert werden.