15.07.2014 | Technik Microsoft beendet den Support für die Betriebssoftware Windows XP - Die wichtigsten Fragen und Antworten

Microsoft beendet den Support für die Betriebssoftware Windows XP - Die wichtigsten Fragen und Antworten
Hacker haben für Stunden die Websites von FBI und Justizministerium lahmgelegt. Foto: Oliver Berg/Archiv

In Deutschland lief dem Analysedienst Statcounter zufolge der Oldtimer im Februar noch auf 11,9 Prozent aller Rechner. Am weitesten verbreitet ist das dienstälteste Betriebssystem nach Angaben von Microsoft noch immer bei Privatnutzern.

Allein schon wegen des Alters ist Windows XP nicht mehr alltagstauglich und ohnehin ein Sicherheitsrisiko. «Microsoft hat vor 16 Jahren mit der Entwicklung begonnen, zu der Zeit waren die Sicherheitsanforderungen komplett andere», sagt Christian Illek, Geschäftsführer von Microsoft Deutschland. Dennoch gehörte es bis zuletzt zu einem der populärsten Betriebssysteme überhaupt.

Über die Risiken sollten sich Anwender jedoch klar sein und etwas tun, sagt Matthias Gärtner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Das Ende des Supports komme ja nicht überraschend. «Das ist wie Weihnachten.» Es gebe die Befürchtung, dass bereits gefundene Schwachstellen in der Software von Kriminellen derzeit noch bewusst zurückgehalten und erst nach Ende des Supports aktiv ausgenutzt würden, betont das BSI auf einer eigens eingerichteten Ratgeberseite.

Was Kriminelle noch in der Pipeline haben könnten, sei ungewiss, sagt auch Microsoft-Manager Oliver Gürtler. In Unternehmen vor allem aus dem Mittelstand könnte das Probleme bedeuten. Insgesamt schätzt Microsoft, dass bis zu 30 Prozent der insgesamt 60 Millionen Rechner in deutschen Unternehmen noch mit XP laufen. So seien zum Beispiel Attacken möglich, die von traditionellen Antiviren-Programmen gar nicht erkannt werden. Und wie soll man nun reagieren? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

  • Kann man Windows XP weiter verwenden?

    Windows XP kann man beliebig lange weiter nutzen, ein Verfallsdatum gibt es nicht. Doch es empfiehlt sich umzurüsten, denn mit XP lebt man gefährlicher – bzw. arbeitet man nicht mehr sicher genug.

  • Welche Gefahr besteht?

    Weil Microsoft jetzt keine Schutzsoftware mehr bereitstellt, entstehen Schlupflöcher, durch die Schadsoftware auf dem Rechner landen können.
    Selbst Sicherheitssoftware von Drittanbietern bietet hier keinen 100-prozentigen Schutz. Außerdem gibt es noch das Problem mit inkompatibler Software: Also neue Soft- und Hardware erkennen XP nicht mehr und verursachen dadurch Fehler oder funktionieren einfach nicht.
    Und ein dritter Punkt: Es gibt bei PC-Problemen keine Hilfe von Microsoft mehr. Man ist auf sich allein gestellt.

  • Was kann oder sollte man tun ?

    Über kurz oder lang sollte man über ein Umrüsten auf Windows 7 oder 8.1 nachdenken. Je nachdem, mit welcher Arbeitsoberfläche man besser zurecht kommt.
    Bei Windows 8.1 kann man zum Beispiel viele Programme nutzen, die man auch auf vom Smartphone her kennt.
    Um zu testen, ob die Computerhardware überhaupt leistungsfähig genug ist für Windows 8, stellt Microsoft zumindest einen Upgrade-Assistenten zur Verfügung. Sind dann die Voraussetzungen gegeben, steht einem Upgrade grundsätzlich nichts mehr im Wege.
    Allerdings ist ein Umstieg nicht kostenlos, wer sich für Windows 8 entscheidet, muss sich die Software kaufen.
    Die Grund-Version von Windows 8.1 im Microsoft-Store kostet momentan knapp 120 Euro, die professionelle Variante etwa 280 Euro.

  • Die meisten Geldautomaten arbeiten auch noch mit XP. Muss man jetzt Angst haben, dass man irgendwann kein Geld mehr bekommt?

    Grund zur Sorge, dass die Automaten womöglich ausfallen oder von Hackern attackiert werden, besteht nicht. Die Banken nutzen ein spezielles XP-Betriebssystem, das von der Herstellerfirma noch bis 2016 unterstützt wird. Aber nach und nach werden die Geldautomaten auf ein aktuelles Betriebssystem umgerüstet.