18.01.2021 | Technik Nach User-Flucht: WhatsApp verschiebt Datenschutz-Update

Neue Datenschutzrichtlinien haben für viel Verwirrung und mächtig Kritik bei den WhatsApp-Nutzern gesorgt. Millionen wechselten den Messenger, weil sie Angst um ihre Daten hatten. Jetzt verschiebt WhatsApp das geplante Update auf Mai und will mit Fakten aufklären.

Foto: Ritchie B. Tongo/EPA FILE/dpa

Erst vor kurzem veröffentlichte WhatsApp neue Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB), die bereits am 8. Februar 2021 in Kraft treten sollten. Ein verpflichtender Datenaustausch mit Facebook, ohne welchen man WhatsApp nicht weiter hätte nutzen können, sorgte aber für viel Kritik. In diesem Fall hätte die App Verbraucher dazu gezwungen, ihre Daten an Facebook weiterzugeben. 

Abwanderung zu anderen Anbietern

Die Folge: Enttäuschte Nutzer und zahlreiche Neuanmeldungen bei Konkurrenten wie Telegram, Signal oder Threema. WhatsApp, das mit über 2 Milliarden Nutzern der größte Chatdienst der Welt ist, fühlt sich missverstanden und möchte mit Fakten aufräumen. 

Zeit für Aufklärung

Um dazu genügend Zeit zu haben und Nutzer vom Datenschutz-Update überzeugen zu können, hat der Messenger deshalb den Zeitpunkt der Neuerung um ein paar Monate nach hinten in den Mai verschoben. Auf Twitter heißt es: 

"Wir wollen sichergehen, dass unsere Nutzer genügend Zeit bekommen, sich die Geschäftsbedingungen genau anzuschauen und zu verstehen. Wir hatten niemals vor, auf dieser Grundlage Profile zu löschen und werden es auch in der Zukunft nicht tun".

Hier im originalen Wortlaut:

Damit geht der Chat-Gigant auf die Kritik ein, man sei gezwungen, sein Profil zu löschen, wenn man nicht seine Daten freigebe. 

Alte Standards sollen bleiben

Laut WhatsApp geht es bei dem Update aber vor allem auch darum, bessere Möglichkeiten für Kommunikation mit Unternehmen zu schaffen. Die bereits bestehenden Sicherheitsvorkehrungen wie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sollen auch in Zukunft bestehen bleiben.