13.06.2017 | Technik Ab jetzt gilt's - keine Roaming-Gebühren mehr: Das müssen Sie beachten!

Seit dem 15. Juni 2017 gibt es keine Roaming-Gebühren mehr im EU-Ausland. Dennoch sind ein paar Dinge zu beachten, da es einige Kostenfallen gibt, die bleiben. Wir klären die wichtigsten Fragen um das Thema.

Foto: Friso Gentsch / dpa

Endlich ist das Roaming abgeschafft - seit dem 15. Juni 2017 müssen wir für Anrufe, SMS oder Internet im EU-Ausland nichts mehr zahlen. Ab da gilt das "Roam-Like-At-Home"-Prinzip! Doch Vorsicht: Es gibt Ausnahmeregelungen! 

Wer ist Teil der Roaming-freien Zone?

Die Europäische Kommission, der Ministerrat der EU und das Europäische Parlament haben die Änderung beschlossen. Im November 2015 entschieden sie, dass es keine Roaming-Gebühren zum 15. Juni geben solle. Das Ende der Gebühren gilt folglich für alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Auch vereinzelte nicht EU-Länder haben sich angeschlossen - z. B. Island und Liechtenstein. Aber hier gibt es Ausnahmen. Aufpassen sollte man in der Schweiz, auf den britischen Kanalinseln sowie in Ländern wie Andorra oder Monaco. Hier gilt die EU-Verordnung nicht. Denken Sie auch bitte daran, dass typische Urlaubsländer wie die Türkei oder Ägypten NICHT zur EU gehören. Hier winken also weiterhin saftige Roaming-Gebühren. 

Roaming-Aufschläge sind erlaubt!

Apropos Urlaub: Die Befreiung der Roaming-Gebühren gilt nur für zeitlich begrenzte Aufenthalte im Ausland - eine Geschäftsreise etwa oder Urlaub. Sollten Sie beispielsweise ein Winter-Häuschen in Andalusien haben und für längere Zeit die günstige deutsche Flatrate nutzen wollen, kann Ihr Provider vertragliche Aufschläge erheben. Obacht: Auch können Sie mit ihrer SIM-Karte aus dem Ausland nach Deutschland telefonieren oder simsen - aber nicht automatisch vergünstigt von Deutschland ins Ausland. Auch hier fallen weiterhin extra Gebühren an.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Stichwort: Fair-Use-Grenze?

Bei der neuen Roaming-Regelung soll natürlich von vorneherein Missbrauch vorgebeugt werden. Man möchte verhindern, dass Nutzer einen günstigeren Vertrag im Ausland abschließen, um diesen dann dauerhaft im Heimatland zu nutzen. Kann also ein Mobilfunkanbieter nachweislich NICHT seine Kosten decken, die durch seinen bereitgestellten Roaming-Dienst entstehen, kann auch in diesem Fall legitim ein Roaming-Aufschlag erhoben werden. Allerdings entscheiden darüber die Regulierungsbehörden.

Achtung Kreuzfahrt!

Vorsichtig müssen Sie auch sein, wenn Sie sich auf einer Kreuzfahrt befinden. Denn: Die Befreiung der Roaming-Gebühren gilt nicht in europäischen Gewässern - und schon gar nicht in außereuropäischen. Woran liegt das? Auf einem Kreuzfahrtschiff oder auch einem Flugzeug müssen Smartphone Daten via Satellit vermittelt werden. Unter Umständen kann also ein Telefonat in die Heimat über Satellit bis zu 7 Euro pro Minute kosten. Nicht minder hoch werden Gebühren für SMS oder Surfen! 

Tipp!

Informieren Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrem Mobilfunkanbieter über die Bedingungen in Ihrem Urlaubsland. Achten Sie außerdem auch weiterhin auf die Hinweis-Kurznachrichten, die Sie im ausländischen Netz erhalten. In diesen kurzen Messages, die Sie auch weiterhin erhalten, werden die Konditionen üblicherweise nochmal festgehalten!