11.02.2020 | Technik Techniktipps auf Reisen - darauf solltet ihr achten

Reisen ist beliebt. Vielleicht wollt ihr ein Jahr Work & Travel machen, vielleicht seid ihr auch regelmäßig auf Geschäftsreisen. Vielleicht möchtet ihr auch sonst schlichtweg die Welt erkunden. Doch was auf einer Seite viel Spaß macht, das kann auf der anderen Seite technische Kniffe erfordern. Ihr kommt in Guatemala nicht ins Onlinebanking? Ihr wisst nicht, welche Ein- und Ausfuhrbestimmungen gelten? Dieser Artikel zeigt euch, wie das Reisen viel einfacher wird.

Abbildung 1: Technik ist heute auch auf Reisen sehr beliebt - dabei solltet Ihr einiges beachten.

Roaming für das Smartphone

Das Roaming und somit die horrenden Gebühren wurden abgeschafft. Nun, das stimmt nicht so ganz, obwohl ihr es in den Nachrichten ständig gehört habt. Tatsache ist, dass sich die Roamingstruktur verändert hat, es aber immer noch teuer wird, wenn es sich um »die falschen« Länder handelt. 

Ein Überblick:

  • EU - innerhalb der EU sowie innerhalb der EWR gilt die EU-Roaming-Verordnung. Aber passt auf, die Verordnung gilt weder in der Schweiz, noch in der Türkei sowie in Flugzeugen und auf dem Seeweg. Auch San Marino, Andorra, die Isle of Man, Gibraltar und die Vatikanstadt sind nicht von ihr berührt.
  • Brexit - zuerst einmal wird sich für euch durch den Austritt Großbritanniens nichts an der Verordnung ändern. Dies könnte sich jedoch künftig anders gestalten.
  • Obergrenzen - innerhalb der EU gelten Preisobergrenzen, die das Ansteigen der Telefonrechnung verhindern.
  • Langer Aufenthalt - stellt der Mobilfunkbetreiber fest, dass ihr in den letzten vier Monaten mehr im Ausland denn in Deutschland wart, kann es zu einer Warnung und eventuellen höheren Gebühren kommen.
  • Außerhalb der EU - bei diesen Reisen fallen weiterhin höhere Kosten an, weshalb ihr spezielle Tarife nutzen solltet. Wie teuer der Anruf sonst wird, hängt von den Ländergruppen ab. Ihr könnt auf den Seiten eures Anbieters sehen, in welche Gruppe er welches Land einstuft.

Bei längeren Auslandsaufenthalten außerhalb der EU lohnt es sich für euch, eine entsprechende Länder-SIM zu nutzen. Vielfach sind sie länderübergreifend, sodass Amerika beispielsweise auch Kanada und Mexiko abdecken kann.

Apps für Reisende

Apps erleichtern euch schon den Alltag, nun auch das Reisen. Einige Tipps:

  • Zoll-App - ihr seid euch nicht sicher, bis zu welchem Warenwert ihr Güter aus den USA zollfrei einführen dürft? Oder ihr wisst nicht, ob ein Souvenir verboten ist? Was ist eigentlich mit Köstlichkeiten aus dem Ausland? Fallen sie gar unter das Einfuhrverbot? Die Zoll-App hilft euch in deutschen Zollfragen weiter. Für das Ausland gibt es übrigens ähnliche Apps.
  • Günstige Verpflegung - gerade Start-ups bieten weltweit Apps, die euch direkt zu günstigen Restaurants führen. Teilweise sind sogar Besonderheiten enthalten. Dazu zählen günstige Hotel- oder Restaurantessen, die ab einer gewissen Zeit preiswert abgegeben werden.
  • Coupon-Apps – fahrt ihr in die USA, kommt ihr an Coupons praktisch nicht vorbei. Wie gut, dass es dafür längst Apps gibt. Auch in anderen Ländern könnt ihr über diese Apps bares Geld sparen. Warum den Normalpreis bezahlen, wenn es auch günstiger geht?

Je nach Region empfehlen sich Wetter- und Unwetterapps. Gerade beim Hiking solltet ihr wissen, ob das Wetter umschlägt oder ob es gar zu einem Hurrikan kommen kann.

Weitere Techniktipps

Im Ausland werden euch plötzlich Steine in den Weg gelegt, mit denen ihr niemals gerechnet hättet. Mit einmal ist euer Onlinebanking gesperrt, obwohl ihr euch gestern noch einloggen konnte. Aus Sicherheitsgründen sperren Banken die Zugänge gerne, um auszuschließen, dass sich nicht ein Betrüger vom anderen Ende der Welt aus einloggen möchte. Generell gilt:

  • Bescheid geben – sagt eurer Bank vor der Abreise Bescheid, dass ihr euch für einige Zeit im Ausland aufhalten möchtet und somit das Onlinebanking von dort nutzt. Das genügt oft schon.
  • VPN nutzen – jetzt seid ihr in Kolumbien und wollt abends Prime oder Netflix nutzen. Das Problem: Auch hier gibt es Ländersperren und der Zugang kann gesperrt werden. Damit das Problem erst gar nicht auftaucht, solltet ihr ein VPN verwenden. Es kann euren üblichen Standort simulieren und schützt euch zugleich vor der Nachverfolgung. Auch beim Onlinebanking aus dem Ausland ist diese Variante sinnvoll, zumal ihr wohl häufig offene WLAN nutzen werdet.

Ein VPN hat aber noch mehr Nutzen:

  • Sportschau? – dass ihr im Ausland nicht unbedingt die deutschen Programme in der Senderliste des TV findet, ist bekannt. Doch auch auf die Mediathek können in der Regel nur Zuschauer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zugreifen.
  • VPN hilft – über ein VPN ist es möglich, IPs auf der ganzen Welt zu nutzen. Ihr simuliert der Mediathek somit, dass ihr euch im erlaubten Bereich aufhaltet und schaut die Sportschau problemlos.
  • Streams – auch bei Streams oder Angeboten wie Sky funktioniert das Prinzip. Zudem habt ihr, je nach Aufenthaltsort, über das VPN auch bei Netflix die Chance, die Inhalte aus den USA zu schauen.

Damit all dies funktioniert, müsst ihr nicht nur einen VPN-Anbieter wählen, sondern an das Wichtigste bei allen Auslandsreisen denken:

  • Adapter – kein Stream, keine E-Mail, keine Musik: Besorgt euch vor der Reise schon die benötigten Steckdosenadapter für eure Geräte. Hotels haben nur eine begrenze Anzahl von ihnen vorrätig und viele Urlauber vergessen, dass die Steckdosen nicht alle aussehen, wie die in Deutschland.
  • Equipment – schafft euch gute Kopfhörer an, um auf der Reise streamen zu können. Sicherlich kommt es auf eure Unterkunft an, doch gerade bei Work & Travel schlaft ihr in Mehrbettzimmern. Niemand möchte euren Stream mitverfolgen, zugleich wollt ihr Ruhe haben.
Abbildung 2: Auch im Urlaub streamen und deutsches Programm nutzen? Nicht unmöglich.

Fazit – Helfer gehören in jede Tasche

Während ihr bezüglich des Roaming innerhalb der EU weniger Probleme habt, müsst ihr außerhalb der Grenzen dennoch auf die Kosten achten. Ebenso wichtig sind jedoch technische Helfer. Die Zoll-Apps ist ein unglaublich nützliches Helferlein, denn endlich wisst ihr, was ihr ein- und ausführen dürft und was nicht. Spart euch die möglichen Strafgebühren oder den Ärger am Flughafen. VPNs sichern euren Aufenthalt im Ausland ab und erlauben es euch, problemlos auf das Onlinebanking zuzugreifen, aber auch wie gewohnt eure Streams mitverfolgen zu können.