18.07.2019 | Technik Vorsicht beim Mega-Foto-Trend: Das macht die FaceApp mit euren Bildern

Die FaceApp ist in den App-Stores gerade die beliebteste Smartphone-Anwendung. Mithilfe eines Fotos zeigt sie euch, wie ihr in 30 Jahren aussehen könntet. Doch den kurzen Spaß zahlen die Nutzer mit ihren Daten.

FaceApp ist momentan in sozialen Netzwerken super angesagt - User verbreiten Fotos, wie sie im Alter aussehen könnten oder posten Bilder von "gealterten Stars", wie hier Ed Sheeran.

Die sogenannte "FaceApp" ist derzeit die beliebteste App im Google Play Store und im App Store von Apple. Das Prinzip: Ihr macht ein Foto von euch und die App errechnet mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz, wie ihr in ein paar Jahrzehnten aussehen könntet

Damit die Bilder möglichst detailgetreu und realistisch werden, nutzt die App neuronale Netzwerke. Diese scannen die Fotos und können erkennen, wo die Haut im Alter schlaff werden könnte oder wie sich eure Haarstruktur entwickelt. Mit jedem gemachten Bild trainiert die künstliche Intelligenz ihren Algorithmus, um immer detailgetreuer zu werden. 

Die App kann eure Fotos aber nicht nur älter oder jünger machen, sie verrät euch auch, wie ihr im anderen Geschlecht, mit Bart oder mit einer neuen Haarfarbe aussehen würdet.

Auch Promis machen beim Trend mit 

Viele Nutzer posten in den sozialen Netzwerken seit einigen Tagen Fotos ihres "gealterten Ichs". Auch zahlreiche Prominente machen mit und zeigen ihren Followern, wie sie später einmal aussehen könnten. 

Unter dem Hashtag #faceapp finden sich aber auch viele Nutzer, die sich einen Spaß machen und Fotos von Promis auf die Zeitreise schicken.

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When you take a trip to the Year 3000.

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Datenschutz der App umstritten

Entwickelt wurde die App von der russischen IT-Firma Wireless Lab. Sobald ihr die App ruterladet, stimmt ihr der Datenschutzerklärung und den AGB des Unternehmens zu. Damit bekommt die App umfangreiche Rechte. Alle Fotos, die ihr in der App macht, werden nicht lokal auf eurem Gerät bearbeitet, sondern landen in einer riesigen Cloud und bleiben dort auch gespeichert. Der Anbieter gibt zwar an, die meisten Fotos nach 48 Stunden wieder zu löschen, wie verlässlich diese Aussage ist, lässt sich schwer beurteilen. 

Fakt ist: Laut den AGB tretet ihr die Rechte an euren gemachten Fotos ab. Der Anbieter darf eure Bilder also für Werbezwecke nutzen und auch weiterverkaufen. Gerade diesen Fakt sehen viele Datenschützer kritisch. Sollte die Entwicklerfirma Wireless Lab die App eines Tages verkaufen, so ist es wahrscheinlich, dass der neue Anbieter auch alle über euch erhobenen Daten übernehmen darf. 

Zudem speichert die App eure IP-Adresse, weiß welches Handy ihr nutzt und dokumentiert wie oft ihr die FaceApp nutzt. Diese Daten sind sehr wertvoll und lassen sich für gutes Geld an Werbekunden weiterverkaufen. Diese nutzen die Daten dann, um euch personalisierte Werbung anzuzeigen. 

Kostenfalle Abo

Einige Funktionen bietet die App nur an, wenn ihr ein kostenpflichtiges Abo abschließt. Der jährliche Preis dafür beträgt 20 Euro und verlängert sich automatisch, wenn der Nutzer nicht kündigt. Für knapp 40 Euro können Nutzer alle Funktionen für immer freischalten. Ob der kurze Spaß diesen Preis wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.