16.10.2018 | Technik Weihnachtsgeschäft: Aufschwung für den mobilen Online-Handel

Weihnachten steht vor der Tür – zumindest wurde von Supermärkten, E-Commerce & Co bereits die Saison eingeläutet. Überall gibt es nun Lebkuchen, Weihnachtsmänner aus Schokolade und Glühwein zu kaufen. Und auch der Online-Handel erlebt schon jetzt seinen alljährlichen Aufschwung in der Vorweihnachtszeit. Dennoch wird der richtige Boom erst im November sowie Dezember kommen – vor allem im mobilen Sektor.

Dass sich der E-Commerce ohnehin im Wachstum befindet, ist kein Geheimnis. Laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. ist der E-Commerce allein im Jahr 2017 um knapp elf Prozent gewachsen und verzeichnete einen Bruttojahresumsatz von 58,466 Milliarden Euro. Damit wird mittlerweile jeder achte Euro im Einzelhandel über digitale Wege umgesetzt – Tendenz steigend. Dennoch verlief die Entwicklung im Jahr 2017 – ebenso wie in den vorangegangenen und vermutlich auch folgenden Jahren – nicht kongruent. Stattdessen lassen sich Unterschiede bei den verwendete Endgeräten sowie der Jahreszeit ausmachen. Auf gut Deutsch: Die Verbraucher kaufen immer mehr über mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets sowie vor allem zur Vorweihnachtszeit.

E-Commerce erlebt zur Vorweihnachtszeit einen Boom

Das Wachstum des Online-Handels verläuft also seit vielen Jahren zuverlässig, dennoch aber in Form von Wellen. Dass der Einzelhandel zur Vorweihnachtszeit seine größten Umsätze erzielt, ist seit Längerem unverändert. Mittlerweile wird aber der Marktanteil von Online-Anbietern gegenüber den Offline-Anbietern immer größer. Laut einer Statistik bezüglich der Vorweihnachtszeit 2017, planten vergangenes Jahr rund 82 Prozent der US-Amerikaner und 64 Prozent der Verbraucher in Großbritannien, einen Großteil ihrer Weihnachtsgeschenke online einzukaufen.

Der größte Boom für die Branche lässt sich demnach zwischen dem ersten November und 18. Dezember beobachten – anschließend würden die Lieferungen oft zu spät eintreffen, sodass der Aufschwung ein jähes Ende findet. In dieser Zeit wurde vergangenes Jahr an 58 Tagen jeweils mehr als eine Milliarde US-Dollar umgesetzt. Insgesamt machte allein die Vorweihnachtszeit somit einen Gesamtumsatz von 108,15 Milliarden US-Dollar weltweit aus. Auch in Frankreich wurden in dem betreffenden Zeitraum des Jahres 2017 insgesamt 30 Prozent höhere Umsätze generiert.

Immer mehr Verbraucher kaufen mobil

Zwar ist der Desktop, sprich der klassische Computer oder Laptop, nach wie vor das am meisten genutzte Medium für das Online-Shopping, jedoch befindet sich das Mobile Shopping über Smartphones oder Tablets ebenfalls seit mehreren Jahren auf dem Vormarsch. In der Vorweihnachtszeit 2017 wurde in den USA bereits knapp ein Viertel aller Käufe über das Smartphone getätigt. Weitere zehn Prozent nutzen ein Tablet. In Frankreich liegt das Smartphone bereits bei über 28 Prozent Marktanteil und damit sechs Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Aber wie sieht das eigentlich in Deutschland aus? Tatsächlich sind wir hierzulande noch ein Nachzügler im internationalen Vergleich. Im Jahr 2015 lag der Umsatz im Bereich Mobile Commerce „nur“ bei 12,85 Milliarden Euro. Das machte etwa drei Prozent des gesamten Einzelhandels aus. Bis zum Jahr 2020 soll dieser aber auf über 30 Milliarden Euro jährlich steigen und somit um fast 45 Prozent allein in diesem Jahr. Ein Grund für die eher schleppende Entwicklung sei laut Experten die Überalterung der deutschen Gesellschaft.

Dennoch werden die jüngeren Generationen schon bald einen Umbruch mit sich bringen. So haben im Jahr 2016 eigenen Angaben zufolge bereits 50 Prozent der 18- bis 34-jährigen Internetnutzer mindestens eine Sache via Smartphone gekauft. Etwa ein Drittel nutzte zudem das Tablet. Und auch in Deutschland boomt das Vorweihnachtsgeschäft im Online- und Mobile-Shopping: Etwa 78 Prozent der Verbraucher möchten hierzulande (wieder) ihre Weihnachtsgeschenke bevorzugt im Internet kaufen.

Vorweihnachtszeit ist auch Hochsaison für Logistikanbieter

Dass der E-Commerce so rasant wächst und vor allem zur Vorweihnachtszeit einen regelrechten Boom erlebt – egal, ob über Desktop, Smartphone oder Tablet – wirkt sich auch auf andere Branchen aus. So erleben die Logistikanbieter mittlerweile ebenfalls zwischen dem 1. November und 24. Dezember ihre Hochsaison, denn sie müssen die im Internet gekauften Waren zeitnah zum Empfänger liefern und dabei wichtige Fristen einhalten. Bestellungen, die nach dem 24. Dezember beziehungsweise den Feiertagen und somit zu spät für die Bescherung eintreffen, werden nämlich in der Regel wieder zurückgesendet.

Für die Logistikanbieter bedeutet die Vorweihnachtszeit also vor allem eines: Stress! Die Online-Händler können bequem ihre Bestellungen bearbeiten und Pakete online frankieren, während die Logistikanbieter anschließend für die Abholung sowie Lieferung verantwortlich sind – von sage und schreibe neun Millionen Paketen pro Tag allein in Deutschland. 

Sowohl für den E-Commerce als auch die Logistikanbieter und euch selbst, lautet das Motto für die kommende Weihnachtszeit also: Die Vorbereitungen sollten lieber früher als später getroffen werden, ansonsten wird der eigentlich besinnliche Advent zum puren Stress. Wenigstens handelt es sich für den Mobile Commerce aber um einen positiven Stress, denn auch dieses Jahr sind wieder hohe Umsätze im Milliardenbereich zu erwarten und somit ein erfolgreicher Jahresabschluss.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass auch in der kommenden Saison wieder neue Rekordzahlen erreicht werden und noch mehr Menschen zu ihren digitalen Geräten greifen, um die Weihnachtsgeschenke zu bestellen sowie sich bequem an die Haustüre liefern zu lassen. Denn für euch als Verbraucher bringt der Trend gleich mehrere Vorteile mit sich: Ihr habt im Internet deutlich mehr Auswahl, oftmals bessere Preise und erspart euch zugleich den Vorweihnachtswahnsinn in deutschen Kaufhäusern, Innenstädten & Co.