14.04.2020 | Verbraucherschutz Baby-Obstbrei Test: Viele nur befriedigend

Ökotest hat 20 verschiedene Obstbreie für Babys und Kleinkinder getestet. Ein Großteil der Produkte schnitt mit "gut" ab, von einem Obstbrei raten die Experten aber ab.

Foto: Patrick Pleul/dpa

Obst ist gesund und ist auch häufig in Babysbreis enthalten. Problematisch wird es nur, wenn der natürliche Zuckergehalt in den Breis zu hoch ist. Zu viel Zucker kann für die Babys nämlich schädlich sein.

Ökotest hat 20 verschiedene Breie von beliebten Marken wie Hipp und Alete, sowie die Eigenmarken von dm, Rossmann und Müller in der Preiskategorie von 0,26 bis 0,63 Euro pro 100 Gramm getestet und besonders auf Zuckergehalte und Schadstoffe geachtet.

Das Ergebnis: Keines der Produkte erreichte das Gütesiegel "sehr gut", 11 Breie schnitten mit "gut" ab, 8 Breie waren "mittelmäßig" und ein Produkt sogar "mangelhaft".

Erfreulich: Kein Brei im Test enthielt schädliche Pestizide. Dieser war in vergangenen Tests häufig in "Quetschies" nachgewiesen.

Die Ergebnisse:

Einen eindeutigen Testsieger gibt es nicht. 11 Obstbreie schnitten mit "gut" ab. Der günstige Obstbreie in dieser Klasse sind die Obstbreie Bio Birne und Bio Erdbeere von Milasan.

Beim Milasan Obstbrei Bio Erdbeere wurde unter anderem die Verwendung von Wasser und Reismehl kritisiert. Durch das Wasser wird das Püree verdünnt und durch das Reismehl bekommt der Obstbreie dann doch wieder die pürierte Konsistenz.

Die Eigenmarken Babydream von Rossmann und Babylove von DM schnitten mit "befriedigend" ab. Diese werben mit Anitoxidationsmittel Ascorbinsäure, diese geben dem Brei eine vermeintlich appetitlichere Farbe. Ascorbinsäure ist eine andere Bezeichnung von Vitamin C und davon ist laut Stiftung Öko-Test von Natur aus genug im Obst. 

Der Pro-Bi-Jo Früchtemix wurde mit "ausreichend" bewertet. Hier liegt der Anteil an Fruchtpüree gerade mal bei 65 Prozent. Zudem wurde auch hier mit Wasser und Reismehl gestreckt.

Am schlechtesten schnitt der Obstbrei Bebivita Pfirsich mit Maracuja in Birne - Note: "mangelhaft". Hier liegt der Anteil an Fruchtpüree bei gerade mal 42 Prozent. Zudem enthält der Birnen- und Maracujasaft nur Fruchtkonzentrat.

Rat der Experten:

Neben der Qualität der Nährstoffe, dem Fruchtgehalt, kritischen Stoffen, wurden auch die Richtigkeit der Angaben geprüft. 

Viele Hersteller ihre Obstbreie als "ohne Zuckerzusatz" oder "ungesüßt". Das erweckt bei vielen Verbrauchern einen falschen Eindruck. Der natürliche Zuckergehalt ist bei den getesteten Produkten mit 10 Prozent sehr hoch. 

Experten raten demzufolge davon ab, die Obstbreie für Babys und Kleinkinder ständig als vollwertige Mahlzeit zu verwenden. Zudem decken die Breie nicht alle Nährstoffe ab, die das Baby zum Beispiel beim stillen bekommt.

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