03.02.2020 | Verbraucherschutz Bayern zahlen 67 Euro mehr pro Jahr! Strom wird im Frühjahr noch teurer

Die Welle der Strompreiserhöhungen in Deutschland ebbt nicht ab. Für das Frühjahr haben jetzt weitere Versorger steigende Preise angekündigt. Drei Viertel aller Stromlieferanten haben damit 2020 ihre Preise erhöht oder angekündigt, sie anzuheben. So sieht es mit den Stromkosten in Bayern aus!

Foto: Nicolas Armer/dpa

Der Start ins neue Jahrzehnt bringt für Stromkunden wenig Grund zur Freude. Schon zum Jahreswechsel wurde der Strom für Millionen Haushalte teurer. Für das Frühjahr 2020 haben nun weitere Versorger steigende Preise angekündigt.

Eine Auswertung von Verivox zeigt, dass alleine im Zeitraum von Januar bis April 2020 in Bayern 169 Versorger ihre Strompreise erhöhen werden oder erhöht haben. In das Gebiet mit Preiserhöhungen fallen fast drei Millionen Haushalte. Durchschnittlich wird der Strom hier im Freistaat dadurch um 67 Euro pro Jahr teurer.

Zweite Preisrunde im Frühjahr inzwischen üblich

Im Vergleich kommen die Bayern damit noch vergleichsweise günstig weg. Denn bundesweit betrachtet haben für Februar, März und April 86 örtliche Stromversorger Preiserhöhungen von durchschnittlich 8,1 Prozent angekündigt. Für eine dreiköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden (kWh) bedeutet das sogar Mehrkosten von rund 100 Euro pro Jahr. Am stärksten betroffen sind laut Verivox die Bewohner von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hamburg.

„Vor allem kundenstarke Anbieter verschieben ihre Preiserhöhungen ins Frühjahr“, sagt Valerian Vogel, Energieexperte bei Verivox. „Zusammen mit der Preiswelle zu Jahresbeginn haben 2020 nun drei Viertel aller Grundversorger ihre Strompreise erhöht.“

Preiserhöhung erhalten? Chance zum Wechseln nutzen

Wer von seinem Stromanbieter über eine Preiserhöhung informiert wird, sollte handeln und die Zeit zum Wechsel nutzen. Dadurch sind Ersparnisse von mehreren Hundert Euro pro Jahr möglich. In der Regel übernimmt der neue Anbieter die auch Abmeldung beim bisherigen Versorger.

So begründen die Versorger die höheren Preise

Als Grund für die Strompreiserhöhungen geben die Versorger gestiegene Umlagen und Netzgebühren an. Die EEG-Umlage, über die der Ausbau der erneuerbaren Energien finanziert wird und die von allen privaten Verbrauchern entrichtet werden muss, stieg zum Jahreswechsel um rund 5 Prozent von 6,405 Cent/kWh auf 6,756 Cent/kWh. Sie macht knapp ein Viertel des gesamten Strompreises aus. Ein weiteres Viertel des Strompreises entfällt auf die Stromnetzgebühren. Auch diese sind im neuen Jahr um rund 4 Prozent gestiegen.