14.01.2015 | Verbraucherschutz Beliebte Betrugsmasche mit gefälschten Mahnschreiben: Daran können Verbraucher gefälschte Briefe erkennen

Dass wir per E-Mail immer mal wieder windige Schreiben von irgendwelchen Pseudo-Firmen bekommen, sind wir mittlerweile fast schon gewohnt. Mit einem Klick landen sie im Müll, falls sie vorher nicht schon vom Spam-Ordner abgefangen werden. Doch was tun, wenn plötzlich solch dubiose Schreiben im Briefkasten liegen? Mit ganz offiziell anmutenden Briefköpfen, Unterschriften etc.?

Beliebte Betrugsmasche mit gefälschten Mahnschreiben: Daran können Verbraucher gefälschte Briefe erkennen

Achtung! Aktuell befinden sich angebliche Mahnschreiben der Staatsanwaltschaft Hamburg, vor allem in Franken, im Umlauf. Angeblich liege ein Ermittlungsverfahren gegen den Empfänger vor. Ziel der betrügerischen Masche ist es meist, die Kontodaten des Empfängers auszuspähen. Das Mahnschreiben enthält die Aufforderung, sich bei dem Inkasso-Unternehmen telefonisch zu melden. Am Telefon sollen Sie dann Ihre Bankdaten angeben. Fallen die Begriffe "Inkasso" oder "Forderung" bricht den meisten Menschen schon der Angstschweiß aus. Doch was machen Inkasso-Firmen eigentlich?

Ein Geschäftsführer beauftragt Inkassobüros, um nicht bezahlte Rechnungen bei dem Schuldner einzutreiben. Legale und seriöse Inkassobüros benötigen jedoch eine Erlaubnis vom Land- oder Amtsgericht.Das ist an sich ein normaler Vorgang. Schließlich will der Auftraggeber sein Geld wenn er Dienstleistungen erbracht oder Waren geliefert hat. Klar, dass die bezahlt werden müssen. Tut man das nicht, kann einem nach einer Weile eben so ein Inkasso-Schreiben ins Haus flattern.

Im Gegensatz zu solchen berechtigten Fällen fallen dubiose Inkassoforderungen durch eine einschüchternde und barsche Wortwahl auf. Beängstigende Konsequenzen, wie unter anderem Ermittlungsverfahren, Zwangsvollstreckungen und gar der bevorstehende Besuch des Gerichtsvollziehers werden als Druckmittel genannt. Häufig wird in gefälschten Forderungen nicht einmal erwähnt, welche Rechnungen noch offen liegen oder welche Produkte der Empfänger überhaupt erworben haben soll. Bereits vorgefertigteÜberweisungsformulare sind den gefälschten Mahnungen beigefügt mit der Aufforderung, sofort Geld zu überweisen, um einem drohenden Vollstreckungsverfahren aus dem Weg zu gehen. Fallen Sie nicht auf solche gefälschten Briefe rein! Eine gerichtliche Vorgehensweise seriöser Inkasso-Firmen ist erst üblich, wenn Sie vorab nicht nur eine Rechnung sondern auch mehrere Mahnungen erhalten haben.

Doch woran erkennt man die gefälschte Mahnung? Mit unseren Tipps entlarven Sie die Schwindel-Briefe künftig ganz einfach. Und dann können Sie sie dorthin befördern wo sie hingehören: In den Müll!

  • Tief durchatmen und Ruhe bewahren

    Bevor Sie in Panik verfallen, denken Sie kurz nach ob sie sich in den letzten Wochen etwas zu Schulden haben kommen lassen. Reine Weste? Bestimmt! Möchten Sie trotzdem noch mal auf Nummer sicher gehen, dann beachten Sie weitere Hinweise.

  • Adresse

    Handelt es sich bei dem Absender um eine real existierende Adresse? Das können Sie leicht prüfen. Zunächst können Sie im Internet recherchieren, ob es sich bei der angegebenen Adresse tatsächlich um den Standort der Inkasso-Firma handelt und ob bereits bestehende Verbrauchererfahrungen mit Betrugswarnungen vorliegen. Einfach die Adresse bei Google eingeben und abwarten welche Treffer zuerst angezeigt werden. Sind es Verbraucherschutzorganisationen, sollten Sie stutzig werden.

  • Ist ein Gläubiger genannt?

    Bei einem Gläubiger handelt es sich um den Auftraggeber, der eine Leistung meist in Form einer Geldzahlung fordert. Also wer will Geld von Ihnen? Kennen Sie den im Schreiben erwähnten Auftraggeber? Falls nicht: Ruhig bleiben. Da stecken sehr wahrscheinlich Betrüger dahinter.

  • Formalitäten beachten

    Enthält die Mahnung eine persönliche Anrede und sind Formalitäten wie Grammatik und Rechtschreibung korrekt? Wenn Sie nicht korrekt angesprochen werden oder die Anrede schwammig ist wie zum Beispiel "Sehr geehrte(r) Frau / Herr...", können Sie das Ding meist direkt in der Papiertonne entsorgen. Allerdings gibt es auch Ausnahmen! Prüfen Sie kritisch und fragen Sie im Zweifelsfall bei der Stelle nach, die Ihnen eine Mahnung schickt. Suchen Sie sich die Nummer aber von der offiziellen Website der Firma raus und rufen Sie nicht blindlinks die Nummer, die auf dem Brief angegen ist, an. Denn auch die kann gefaked sein.be

  • Kritisch bleiben

    Wenn Dienstleistungen genannt sind, wie beispielsweise die Nutzung einer kostenpflichtigen Hotline, sollten Sie misstrauisch werden. Haben Sie aufgezeigte Dienste in Anspruch genommen? Nein? Dann sind Sie auch keine Zahlungen schuldig.

  • Trügerische Optik

    Lassen Sie sich nicht vom seriösen Anschein – einem professionell gestalteten Briefkopf und Logo mit einem scheinbar bedeutsamen Kanzleinamen - täuschen. Ein hübsches, professionelles Design bekommen auch Schüler hin.

Dann wenden Sie sich an die Verbraucherzentrale Bayern. Bei der unabhängigen Anlaufstelle für Verbraucher können Sie ihr erhaltenes Mahnschreiben prüfen lassen.