11.07.2014 | Verbraucherschutz BSI informiert Betroffene über großangelegten Identitätsdiebstahl

BSI informiert Betroffene über großangelegten Identitätsdiebstahl
Verschlüsselung und Anonymisierung sind längst nicht mehr nur für Computerspezialisten ein Thema. Foto: J. Büttner
Die Deutsche Telekom, Freenet, gmx.de, Kabel Deutschland, Vodafone und web.de sollen ihre Kunden direkt informieren, sofern sie betroffen sind, teilte die Behörde mit. Das BSI habe den Unternehmen dafür die entsprechenden Adressen zur Verfügung gestellt. Damit seien 70 Prozent der Betroffenen abgedeckt. Den verbleibenden Nutzern, die einen Mail-Zugang bei einem anderen Dienstleister haben, rät die Behörde dringend, über einen am Montag ins Netz gestellten Sicherheitstest zu prüfen, ob ihre Adressen unter den gestohlenen Daten ist. Bei den gestohlenen Daten soll es sich auch um Zugangsdaten zu sozialen Netzwerken und Online-Shop handeln.

Die Staatsanwaltschaft Verden war im Zuge von Ermittlungsverfahren auf einen Datendiebstahl von 18 Millionen E-Mail-Adressen samt Passwörtern gestoßen. Davon gehörten etwa 3 Millionen Nutzern aus Deutschland. Nach ersten Erkenntnissen sollen einzelne Adressen bereits aktiv ausgenutzt werden. Das BSI rät Betroffenen, ihren Rechner zu bereinigen und die Passwörter zu ändern.

Betroffene, die von ihrem Provider informiert wurden oder ihre Betroffenheit über den webbasierten Sicherheitstest herausgefunden haben, erhalten mit der Information daher auch Empfehlungen zu erforderlichen Bereinigungs- und Schutzmaßnahmen:



  1. Der eigene Computer ebenso wie andere genutzte Rechner sollten mit einem Virenschutzprogramm auf Befall mit Schadsoftware überprüft und bereinigt werden. Als zusätzliche Möglichkeit der Überprüfung kann der "PC-Cleaner" verwendet werden, zu dem auf der Webseite "BSI für Bürger" verlinkt ist.

  2. Nach der Überprüfung und Bereinigung des Rechners sollten Anwender ihr E-Mail-Passwort sowie auch alle anderen Passwörter ändern, die sie zur Anmeldung bei Sozialen Netzwerken, Online-Shops und anderen Online-Diensten nutzen.

  3. Um generell zu verhindern, dass Schadsoftware auf den Rechner gelangt, sollten Anwender die grundlegenden Sicherheitsregeln beachten, die das BSI auf seiner Webseite "BSI für Bürger" zusammengestellt hat.

  4. Anwender sollten zukünftig in regelmäßigen Abständen überprüfen, ob ihr Computer verwundbar für Angriffe aus dem Internet ist. Eine schnelle Testmöglichkeit bietet das Angebot "Check and Secure" der Initiative botfrei.de des eco-Verbands.



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Laut einer Studie des Georgia Tech Research Institutes braucht so ein Passwort zwölf Stellen um Sicherheit zu gewährleisten. Dass darin sowohl Groß- als auch Kleinbuchstaben und Zahlen vorkommen, versteht sich von selbst. Doch wer macht das schon? Die meisten benutzen deshalb ein einfaches Passwort, und dieses eben auch für mehrere Seiten weil sie befürchten es sonst zu vergessen.

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