01.04.2020 | Verbraucherschutz Warnung: Diese Abzockmaschen nutzen Betrüger in Zeiten von Corona

Viele Betrüger nutzen die Verunsicherung in der Bevölkerung aus und haben neue Abzockmaschen entwickelt. Wir verraten euch, die aktuellen Warnungen von Polizei und Verbraucherzentralen.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Viele Menschen in Bayern sind in Zeiten des Corona-Virus verunsichert oder haben Angst. Betrüger nutzen die Angst und die Verunsicherung in der Bevölkerung schamlos aus und machen Profit. Die Polizei und Verbraucherschützer warnen.

Enkeltrick in Zeiten von Corona

Der Enkeltrick ist eine bekannte Abzockmasche, trotzdem fallen jeden Tag wieder Senioren auf diese Masche darauf rein. In Zeiten von Corona haben die Betrüger diesen Trick abgewandelt. Am Telefon geben sich die Anrufer als Verwandte aus, die an Corona erkrankt sind. Um die Behandlungskosten zu bezahlen, fordert der Betrüger Geld oder Wertgegenstände vom Opfer. Die erbeuteten Gegenstände oder das Geld wird dann oftmals von Komplizen des Betrügers abgeholt. 

Um diese Betrugsmasche zu vermeiden, sollen die älteren Menschen darauf bestehen, dass die Anrufer selbst ihren Namen sagen, anstatt sich verleiten zu lassen, den Namen von Enkeln oder Neffen und Nichten zu erraten. Zudem kann es hilfreich sein, den Anrufer nach Gegegebenheiten zu fragen, die nur der jeweilige Angehörige wissen kann.

Im Verdachtsfall sollte man sich sofort mit der Polizei unter der 110 in Verbindung setzen.

Falsche Beamte machen Covid-19 Tests

Die Polizei warnt bundesweit zudem vor einer Betrugsmasche, bei der angebliche Mitarbeiter von Polizeidienststellen oder Gesundheitsämtern Corona-Tests an der Haustür anbieten. Um glaubhafter zu wirken, tragen einige Betrüger hierfür auch Schutzanzüge. Das Ziel der Betrüger ist es, sich Zutritt zur Wohnung des Opfers zu verschaffen oder Geld mit den gefälschten Tests zu machen.

Diese Tests finden in Wirklichkeit jedoch nie ohne Vorankündigung statt und sind auch komplett kostenfrei. Zudem können sich die Mitarbeiter in diesem Fall ausweisen. Sollte euch etwas verdächtig vorkommen, wählt auch hier sofort den Polizei-Notruf 110.

Fakeshops für Schutzmasken und Desinfektionsmittel 

Schutzmasken und Desinfektionsmittel sind gerade gefragte Produkte und in ziemlich vielen Onlineshops ausverkauft. Solltet ihr einen Onlineshop finden, der diese Produkte anbietet, solltet ihr auf einige Dinge achten. Der Preis sollte weder zu hoch oder zu niedrig als branchenüblich angegeben sein. Zudem solltet ihr in das Impressum schauen, wer hinter diesem Onlineshop steht. Fehlt ein Impressum, dann hütet euch gleich vor diesem Onlineshop.

Außerdem solltet ihr auf die angebotenen Zahlungsmöglichkeiten achten. Nutzt auf keinen Fall "Vorkasse", da hier die Gefahr hoch ist, dass ihr das Geld überweist und niemals ein Produkt geliefert bekommt. Nutzt stattdessen Zahlungsmöglichkeiten, wie PayPal oder Rechnungskauf. Achtet zudem darauf, ob es ein "Trusted Shop Logo" gibt. Dieses Logo zeigt, dass es sich hierbei um einen geprüften und zertifizierten Onlineshop handelt.

Falsche Soforthilfen

Bund und Länder bieten Selbstständigen und Unternehmen gerade Soforthilfen zur finanziellen Unterstützung an. Auch hier wollen die Betrüger profitieren. Im Internet kursieren Fake-Seiten mit Antragsformularen, auf denen beispielsweise unbürokratisch Soforthilfen zur Auszahlung in Höhe von 30.000 Euro angeboten werden. Die Betrüger wollen dabei eure Adressdaten oder schlimmstenfalls eure Bankdaten abgreifen.

Teilweise wurden Unternehmen gezielt telefonisch kontaktiert und explizit auf die entsprechende Seite im Internet hingewiesen. Der Anrufer gab sich dabei als Angehöriger der einzig offiziellen Stelle zur Abwicklung der Soforthilfe aus. 

Vertraut aus diesen Grund nur den offiziellen Antragsformularen der Bundesländer. Den Link für die Soforthilfen in Bayern findet ihr hier.

Gefälschte E-Mails von Banken und Sparkassen

Auch einkommende Mails von Banken und Sparkassen solltet ihr in dieser Zeit nicht blind vertrauen. Derzeit kursiert eine E-Mail der Sparkassen, die täuschend echt wirkt. Dabei wird auf die Schließung einiger Filialen hingewiesen und man bekommt die Aufforderung über einen Link die Kontakt- und Adressdaten abzugleichen, da der Kontakt in den nächsten Wochen nur noch über E-Mail und Telefon möglich ist. Dieser Link führt jedoch nicht zur Sparkasse, sondern zu einer gefälschten Seite, die eure Daten abgreifen will.

Diese E-Mails sehen professionell aus, sind gut geschrieben und zielen auf Emotionen, so die Verbraucherschützer. Bevor ihr einen Link anklickt, achtet auf jeden Fall auf die Absenderadresse und wohin der Link führt. Solltet ihr euch unsicher sein, ob die E-Mail wirklich von eurer Bank oder eurer Sparkasse stammt, ruft bei einfach kurz bei eurem Geldinstitut an.