30.03.2020 | Verbraucherschutz Das ändert sich im April: Corona-Hilfen für Familien, Fliegen wird teurer & mehr

Die Änderungen im Monat April sind überschattet von der andauernden Corona-Krise.

Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Im April gibt es wieder zahlreiche Änderungen für die Verbraucher. Zentrales Thema ist auch hierbei das Corona-Virus und seine Folgen. Wir zeigen euch die wichtigsten Änderungen:

Verlängerter Kündigungsschutz für Mieter

Wenn ein Mieter aufgrund der Corona-Krise seine Miete nicht rechtzeitig zahlen kann, darf dieser nicht einfach gekündigt werden. Dabei betroffen sind die Mietbeiträge im Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni 2020. Bislang konnten Vermieter das MIetverhältnis kündigen, wenn zwei Monate in Folge keine Miete gezahlt wurde. Die Bundesregierung hat nun eine Aufschubsregelung beschlossen. 

Die offenen Mietbeiträge müssen dann bis zum 30. Juni 2022 beglichen werden, sonst kann der Vermieter das Mietverhältnis kündigen. In dieser Zeit sind Verzugszinsen auf die offene Summe zulässig. 

Verbraucherdarlehen können pausiert werden

Auch Verbraucherdarlehen dürfen aufgrund der Corona-Krise pausiert werden. Kann ein Darlehensnehmer seinen Kredit aufgrund von Zahlungsausfällen nicht mehr rechtzeitig zahlen, so kann der Kredit für maximal drei Monate pausiert werden. Davon betroffen sind auch die Rückzahlungs-, Zins-, und Tilgungsleistungen. Diese Regelung gilt für alle Darlehensverträge, die vor dem 15. März 2020 geschlossen wurden. 

Der Verbraucher muss für eine Stundung der Zahlungen jedoch nachweisen, dass er durch das Corona-Virus Zahlungsausfälle erlitten hat und eine Zahlung des Kredits daher aktuell nicht möglich ist.

Arbeitslosengeld vorerst ohne Prüfung

Wer durch Kündigung oder Kurzarbeit unter das Existenzminimum rutscht, kann Hartz IV beantragen. Dabei verzichten die Arbeitsagenturen ab April ein halbes Jahr auf die Prüfung von Vermögenswerten und der Höhe der Wohnungsmiete. Ein Antrag auf Arbeitslosengeld kann sowohl telefonisch, als auch online gestellt werden.

Kinderzuschlag für Niedrigverdiener

Familie, bei denen der Verdienst aktuell nicht für die gesamte Familie ausreicht, haben die Möglichkeit den Kinderzuschlag zu beantragen. Ab April wird die Berechnungsgrundlage vereinfacht. Statt wie bisher zuvor sechs Monate, müssen die betroffenen Familien nur noch den letzten Gehaltsnachweis einreichen, um den Kinderzuschlag zu beantragen. Diese Regelung gilt vorerst bis Ende September. 

Höherer Mindestlohn für Baugewerbe

Bundesweit können ab April rund 200.000 Arbeiter im Baugewerbe von einem höheren Mindestlohn profitieren. Der Mindestlohn für Hilfsarbeiten beträgt dann 12,55 Euro pro Stunde. Facharbeiter bekommen in Bayern dann mindestens 15,40 Euro pro Stunde. In den tarifgebundenen Betrieben wird besser bezahlt. 

Fliegen wird teurer

An Urlaub ist zwar derzeit nicht zu denken, trotzdem erwarten uns in Zukunft höhere Preise bei Flugtickets. Grund ist ein Gesetz für mehr Umweltschutz. 

Die Flugsteuer auf Inlandsflüge und Flüge innerhalb der EU steigen von 7,50 Euro auf 13,03 Euro pro verkauftem Ticket, für längere Flüge bis 6000 Kilometer von derzeit 23,43 Euro auf 33,01 Euro und für Langstreckenflüge von 42,18 Euro auf 59,43 Euro. Unklar ist jedoch, in welchem Umfang die Airlines die erhöhten Steuern an die Fluggäste weitergeben.

Adoption von Stiefkindern

Ab April dürfen auch unverheiratete Paare Stiefkinder adoptieren. Voraussetzung ist, dass das Paar mindestens seit vier Jahren eheähnlich zusammenlebt oder schon ein Kind zusammen haben. Ist eines der Ehepartner noch andersweitig verheiratet, ist eine Adoption von Stiefkindern nur in Ausnahmefällen möglich.