11.07.2014 | Verbraucherschutz Irreführende Etiketten auf Lebensmitteln

Irreführende Etiketten auf Lebensmitteln
Viele Verbraucher können die Qualitätsmerkmale von Lebensmitteln nicht richtig bewerten, sagen Verbraucherschützer. Foto: Oliver Berg
Bei einem Einkauf von Produkten mit „sauberen Etiketten“ erwarten die Verbraucher, dass Zusatzstoffe nicht enthalten sind. Doch die Auslobungen der Industrie täuschen häufig darüber hinweg, dass deklarationsfreundliche Alternativen eingesetzt werden, die eine ähnliche Wirkung haben und nicht als Zusatzstoff gekennzeichnet werden müssen. Bei fast allen Produkten mit dem Label „ohne Geschmacksverstärker“ wird den Geschmack verstärkender Hefeextrakt eingesetzt. 

In Verbindung mit den „sauberen Etiketten“ findet man auch Slogans wie „Natur pur“ oder „natürlich“. Das kommt bei den meisten Tütensuppen vor. Dadurch wird Ursprünglichkeit vorgegaukelt. In den langen Zutatenlisten sind jedoch hoch verarbeitete Stoffe, etwa Antioxidantien oder Aromen, enthalten.

Die Ohne-Label sind ein überflüssiges Marketinginstrument. Der Verschleierung auf den Etiketten muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden, fordern die Verbraucherzentralen. Bei der Werbung mit „ohne xy“ dürften keine Ersatzstoffe mit gleicher Funktion eingesetzt werden. Bei der Werbung mit Selbstverständlichkeiten dürften keine Ausnahmen erlaubt werden und die Zutatenlisten müssten transparenter werden.