17.12.2019 | Verbraucherschutz Light-Lebensmittel im Test: Diese Produkte sind sinnvoll und sparen Kalorien

Light-Produkten werben damit, dass sie Fett und Zucker einsparen. Das stimmt oft auch, allerdings erkaufen wir uns diese Ersparnis oft mit ungesunden Fetten, umstrittenen Süßstoffen oder Zusatzstoffen, die viele Verbraucher meiden wollen. Die Stiftung Warentest hat nun 77 Light-Produkte untersucht. Bei welchen Kunden genau hinschauen sollten, erfahrt ihr hier.

  • Die Stiftung Warentest hat 77 Light-Produkte untersucht, was sie taugen. Beispielhaft zeigen wir euch hier einzelne Produktgruppen aus dem Test. Alle Ergebnisse der Stiftung Warentest gibt es hier.

    Die Stiftung Warentest hat 77 Light-Produkte untersucht, was sie taugen. Beispielhaft zeigen wir euch hier einzelne Produktgruppen aus dem Test. Alle Ergebnisse der Stiftung Warentest gibt es hier.

  • Fotos: Stiftung Warentest
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Sie werben mit weniger Fett und weniger Zucker, hellblau ist oft ihre Signalfarbe: Light-Lebensmittel. Die Masche zieht bei Kunden im Supermarkt und bei Discountern. Rund 40 Prozent der Bundesbürger kaufen zucker- und fettreduzierte Lebensmittel. Aber was taugen sie wirklich? Dieser Frage ist die Stiftung Warentest in einem großen Vergleich nachgegangen, in dem sie 77 Light-Produkte getestet hat. 

Zentrales Ergebnis: Light lohnt sich nicht immer

Ein zentrales Versprechen lösen die meisten Produkte ein: Mit ihnen lassen sich Zucker und Fett einsparen und dadurch oft auch Kalorien. In Zahlen ausgedrückt: 60 Prozent der Produkte sparen kräftig Kalorien. Fettreduzierte Salami, Käse, Fleischpflanzerl und Halbfettmargarine gehören dazu.

Doch das ist nicht die ganze Wahrheit, wie die Tester herausfanden. Denn mit jedem zweiten Light-Produkt müssen Verbraucher laut Stiftung Warentest Kompromisse eingehen. Konkret heißt das: Die Lebensmittel enthalten ungesunde Fette, umstrittene Süßstoffe oder Zusatzstoffe.

Viel Zucker in Molkereiprodukten

In Joghurts oder Milchdrinks ist viel Zucker der Preis für „weniger Fett“. Sechs Molkereiprodukte im Test werben damit, dass sie kaum Fett enthalten. Aber mit bis zu 14 Gramm Zucker pro 100 Gramm sind sie eben so süß wie vergleichbare Produkte, die nicht fettreduziert sind.

Kochcremes mit vielen Zusatzstoffen

Auch leichte Salatdressings haben zwar rund ein Drittel weniger Fett, aber dafür deutlich mehr zugesetzten Zucker als die Originalprodukte derselben Marken. Cremes zum Kochen punkten mit weniger Fett, vier von sechs enthalten aber bis zu 15 Prozent ungesundes Palmfett. Keine Creme kommt ohne Zusatzstoffe wie Stabilisatoren, Farb- und Aromastoffe aus.

Weniger Zucker durch Süßstoffe erkauft

Bei zuckerreduzierten Lebensmitteln kompensieren die Hersteller das Minus an Haushaltszucker oft durch Süßstoffe oder andere süßende Zutaten wie Fructose, Honig oder Agavendicksaft. Kalorien spart das nicht unbedingt. Die Stiftung Warentest rät, die Nährwerttabellen und Zusatzverzeichnisse von Light-Produkten mit denen herkömmlicher Produkte zu vergleichen und von Natur aus Zucker- und Fettarmes zu bevorzugen: Gemüse, Joghurt pur, Magerquark oder Schinken.

​Diese Lebensmittel wurden getestet:

Die getesteten Lebensmittel stammen aus folgenden Bereichen:

  • Cerealien
  • Crème fraiche
  • Desserts
  • Fleischpflanzerl/Frikadellen
  • Frisch­käsezube­reitungen
  • Fruchtjoghurt
  • Frucht­nektar
  • Halb­fett­margarine
  • Käse
  • Konfitüren
  • Milch­misch­getränk
  • Pro­teinreiche Molkerei­pro­dukte
  • Sahne/Schlagsahne
  • Salat­dressing
  • Tomatenketchup
  • Wurst