04.06.2019 | Verbraucherschutz Neue Zähler, neue Preise? Das ändert sich für euch beim Heizungsablesen

Einmal im Jahr kommen die Ablesedienste und wollen den Heizungsverbrauch dokumentieren. Was für die Dienstleister ein lukratives Geschäft ist, kostet die Mieter unnötig Zeit und Geld. Doch das könnte sich in Zukunft ändern.

Foto: Ista/dpa

Zwischen 50 und 100 Euro müssen Mieter jedes Jahr für das Ablesen der Heizung bezahlen. Während die Vermieter zwar die Anbieter zum Ablesen der Zähler beauftragen, müssen die Mieter die Kosten dafür übernehmen. Das geschieht in der Regel über die Nebenkostenabrechnung. Da Vermieter diese Kosten nicht bezahlen müssen, sind diese auch selten bestrebt die Preise zu vergleichen und den günstigsten Ablesedienst zu beauftragen. 

Mieterverbände kritisieren aktuelle Praxis

Das Problem: In Deutschland haben die Ablesefirmen fast ein Monopol, da es mit Techem, Brunata-Metrona und Ista nur drei marktbestimmende Unternehmen gibt. Dementsprechend hoch sind auch die Preise. Mieterverbände kritisieren die aktuelle Praxis für das Ablesen von Heizungszählern. "Vermieter haben keinen Anreiz ein günstiges Unternehmen auszusuchen, da diese die Kosten komplett auf den Mieter umlegen können", so Monika Schmid-Balzert (Geschäftsführerin Mieterbund Bayern) im Gespräch mit ANTENNE BAYERN.

Bald keine Hausbesuche mehr?

Ein weiteres Problem: Die Ablesefirmen kommen meist wochentags, sodass für die Mieter nicht selten ein halber Arbeitstag verloren geht. Hier könnte sich aber bald was ändern. Laut einer neuen EU-Richtlinie soll künftig das Fernablesen zum Standard werden. Die lästigen Hausbesuche der Ableseunternehmen würden dann entfallen. Deutschland muss diese Richtlinie der EU bis zum 25. Oktober 2020 in nationales Recht umsetzen. Ab diesem Datum sollen dann alle neu installierten Zähler fernablesbar sein.

Wenn ihr noch einen alten Zähler habt, soll dieser bis zum Jahr 2027 in einen fernablesbaren Zähler umgewandelt werden - sofern das in eurem Haus technisch machbar ist. Die neuen Zähler sollen euch auch beim Energiesparern helfen. Ab 2022 sollt ihr dann auch mehrmals im Jahr kostenfrei Informationen über den aktuellen Verbrauch erhalten.

Einheitlicher Standard soll Preisvergleich vereinfachen

Nach Plänen der Bundesregierung soll es einen einheitlichen Standard für die neuen Zähler geben. So soll der Anbieterwechsel und der Preisvergleich der einzelnen Ableseunternehmen vereinfacht werden.

Ob die Preise für das Ablesen der Heizung durch den neuen Standard sinken werden, wird sich zeigen. Fakt ist: In einigen Wohnungen hängen heute bereits die neuen Zähler, an den Preisen hat sich seitdem aber nichts verändert. Der Mieterbund Bayern hält hingegen eine Preissenkung für möglich. "Die Ablesekosten könnten durch die Fernablesung sogar günstiger werden, da weniger Personal benötigt wird", so Schmid-Balzert.