26.08.2019 | Verbraucherschutz Red-Bull-Verbot für Teenager: Grüne wollen Energydrink-Verkauf stoppen

Energydrinks enthalten viel Koffein und weitere ungesunde Zutaten. Die Grünen fordern deshalb, dass die Getränke an Jugendliche nicht mehr verkauft werden dürfen. So denkt ihr darüber?

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Kommt jetzt die Altersbeschränkung für Red Bull und Co?

Die ernährungspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Renate Künast, hat sich für ein Verkaufsverbot für Energydrinks an unter 16-Jährige ausgesprochen. „Eine Altersbeschränkung ist das wirksamste Mittel, um Kinder und Jugendliche vor erheblichen Risiken durch übermäßigen Energydrink-Konsum zu schützen“, sagte Künast dem „Handelsblatt“.

„Unter 16-Jährige sollten diese Drinks nicht kaufen dürfen.“
Renate Künast, Die Grünen

CDU widerspricht: Energydrink-Verbot bringt nichts

Von der CDU kommt Widerspruch. „Verkaufsverbote sind keine Lösung. Im Gegenteil: Diese erhöhen den Reiz. Und springen zu kurz“, sagte Gitta Connemann, Vizechefin der Unions-Bundestagsfraktion, ebenfalls dem „Handelsblatt“. „Was käme dann als nächstes? Kaffee?“

Eure Meinung:

Ergebnis: Sollte es ein Verkaufsverbot für Energydrinks an Jugendliche geben?

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Zu viel trinken: So riskant sind Energydrinks

Aus Expertensicht kann der übermäßige Konsum von Energydrinks bei Kindern und Jugendlichen gesundheitliche Risiken erhöhen. Dies betreffe vor allem das Herz-Kreislauf-System, hatte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im Mai nach Auswertung von Studien mitgeteilt.

Demnach traten nach Konsummengen von einem Liter und mehr bei einigen jungen Erwachsenen Folgen wie

  • störendes Herzklopfen,
  • Kurzatmigkeit,
  • unkontrolliertes Muskelzittern,
  • schwere Übelkeit
  • und Angstzustände auf.

Befragungen hätten ergeben, dass unter Kindern und Jugendlichen in Deutschland jeder Zehnte zu bestimmten Gelegenheiten Energydrink-Mengen von einem Liter oder mehr zu sich nehme.

Grüne werfen Regierung Verharmlosung vor

Künast wirft der Bundesregierung vor, die gesundheitlichen Gefahren durch Energydrinks zu verharmlosen. „Für jeden zehnten Jugendlichen besteht durch zu hohen Energydrink-Verzehr ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für Herz und Kreislauf.“ Statt mit einer Altersbeschränkung Jugendliche vor diesen Gefahren zu schützen, setze Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) weiterhin auf Forschung und Warnhinweise, kritisierte Künast.

Diese ungesunden Zutaten sind in Energydrinks

Unionsfraktions-Vize Connemann betonte hingegen: „Wir haben die Höchstmenge bei Energydrinks begrenzt.“ Zudem seien Warnhinweise Pflicht. In der BfR-Stellungnahme hatte es geheißen, pro 250-Milliliter-Dose seien in Energydrinks üblicherweise 80 Milligramm Koffein enthalten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfehle, dass Kinder und Jugendliche täglich nicht mehr als drei Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht zu sich nehmen sollten.

Dazu enthalten die Getränke meist viele weitere ungesunde Zutaten. Dazu gehören große Mengen von Zucker. Heikel sehen einige Ernährungsexperten auch Taurin, das früher aus Ochsengalle gewonnen wurde und das für die aufputschende Wirkung von einigen Energydrinks sorgen soll. Inzwischen wird Taurin synthetisch hergestellt, auch der menschliche Körper kann die Substanz selbst produzieren. Nötig ist sie zum Beispiel für den Aufbau des Nervensystems und das Funktionieren des Immunsystems.