11.07.2014 | Verbraucherschutz Sommerfeste: Organisatoren in der Pflicht

Sommerfeste: Organisatoren in der Pflicht
Grillen Grillparty Gartenparty (480)
Da die Grenzen aber fließend sind und ein Fest auch ohne "Eintrittsgeld" professionellen Anstrich haben kann, sollte man größere Feiern vorsichtshalber mit einem Versicherungsvertreter abklären. Beispielsweise ist für ein Sommerfest mit Zelt- und Bankaufbau und organisiertem Ausschank, das zwar in der Mehrzahl von Mitgliedern eines Vereins besucht wird, aber für jeden zugänglich ist, die Vereinshaftpflichtversicherung nicht zuständig. Der Hauptorganisator täte daher besser daran, eine Zusatzversicherung abzuschließen. Wenn man sich dann keine Sorgen um Haftung und Unfälle zu machen braucht, kann das nur der Stimmung gut tun. Dann braucht sich auch niemand über kleine Schäden bei Festen im Grünen schwarz zu ärgern.  

Wer sich nicht sicher ist, ob seine Privathaftpflichtversicherung für eine Festivität ausreicht, der sollte danach fragen und sich ein "Ja" gegebenenfalls schriftlich geben lassen. Meist geht es um kleinere Sachschäden. Aber schwere Verletzungen - und dann ein teurer Regress einer Krankenkasse oder gar Rentenversicherung - können eben nie ausgeschlossen werden.  

Und wie steht’s mit anderen Kosten, etwa denen, die für’s Abspielen von CDs oder Kassetten beziehungsweise durch Musik aus dem Radio anfallen können? Die „Gesellschaft für musikalische Aufführungen“ (GEMA) hat ein waches Auge auf „öffentliche Veranstaltungen“, bei denen die Gäste (unter anderem) durch Noten beschwingt werden. Doch keine Sorge: Der Treff der Nachbarn im Garten ist nicht öffentlich – kostet also keine GEMA-Gebühren; für das Straßenfest oder die Feier des Kleingartenvereins werden sie aber fällig.  

Dabei kommt es im Wesentlichen auf zwei Rechengrößen an: Zum einen auf die Größe der Veranstaltungsfläche und zum anderen, ob Eintrittsgeld erhoben wird. So muss der Veranstalter eines Straßenfestes, das auf einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern mit LiveMusik stattfindet, ohne dass Eintrittsgeld erhoben wird, pro „Veranstaltungstag“ 86 Euro an die GEMA abgedrückt werden. Doch auch Events, für die kein Eintritt genommen wird (etwa ein Firmenjubiläum mit geladenen Gästen), müssen der GEMA gemeldet werden – wenn dort Musik gespielt wird. Infos unter www.gema.de  

Ebenfalls wichtig: Bei Festen unter freiem Himmel und sommerlichen Temperaturen ist Vorsicht geboten, wenn Speisen und Getränke unter das Volk gebracht werden. Werden hygienische Vorgaben nicht eingehalten, kann es neben gesundheitlichen auch zu rechtlichen Problemen kommen. Denn wer Lebensmittel anbietet, der haftet dafür, dass die Produkte einwandfrei sind und ohne gesundheitliche Beeinträchtigung genossen werden können.   Und so haben Gerichte zu Garten-/Straßenfesten entschieden: