01.04.2019 | Verbraucherschutz Strom in Bayern so teuer wie nie: So viel zahlt ihr mehr

Der durchschnittliche Strompreis in Deutschland ist bereits den siebten Monat in Folge gestiegen. Bayern liegt bei den Erhöhungen sogar über dem bundesweiten Durchschnitt. Ein Ende der Preissteigerungen ist nicht in Sicht.

Foto: Jan Woitas/dpa

Bayern ist bundesweit Spitzenreiter, wenn es um Preiserhöhungen bei Stromtarifen geht. Besonders trifft es dabei Kunden, die einen Vertrag beim örtlichen Grundversorger haben. Hier wurden bereits zu Jahresbeginn die Preise bei etlichen Grundversorgern, darunter auch in Großstädten wie Würzburg, Augsburg, Regensburg oder Bayreuth um bis zu 7 Prozent erhöht

Auch Anfang April haben wieder etliche Grundversorger in ganz Deutschland den Preis nach oben korrigiert. So haben beispielsweise die Stadtwerke München ihren Strompreis um vergleichsweise moderate 2 Prozent erhöht. Im bundesweiten Durchschnitt wurden die Preise im ersten Quartal um 5 Prozent erhöht - Bayern liegt mit 5,5 Prozent leicht darüber.

Laut einer aktuellen Statistik des  Vergleichsportals check24 liegt der bundesweite Durchschnittspreis bei 29,42 Cent pro Kilowattstunde. Das sei ein neuer Negativrekord. 

So viel müsst ihr im Durchschnitt mehr bezahlen
durchschnittlicher Jahresverbrauch durchschnittliche Mehrkosten pro Jahr
2.000 Kilowattstunden (Single-Haushalt) 30 Euro
4.000 Kilowattstunden (3-Personen-Haushalt) 60 Euro
6.000 Kilowattstunden (5-Personen-Haushalt) 90 Euro
Senkung der Strompreise nicht in Sicht

Von der Preiserhöhung sind aber nicht nur die Grundversorger betroffen. Laut dem Vergleichsportal Verivox gab es im letzten Jahr bei lediglich zwei Anbietern Preissenkungen, die meisten Anbieter erhöhten den Preis. Experten gehen davon aus, dass sich der Preisanstieg in den nächsten Monaten fortsetzen wird. Um langfristig Geld zu sparen, lohnen sich Stromspartipps oder der regelmäßige Preisvergleich mit anderen Anbietern. 

Die Stromanbieter begründen die Preiserhöhungen mit steigenden Beschaffungskosten. Der Großhandelspreis lag im letzten Jahr durchschnittlich rund 30 Prozent über dem Vorjahrespreis. Diese Preiserhöhungen fallen aber nicht so sehr ins Gewicht, wie gestiegene Kosten für Netzentgelte, die EEG-Umlage und Steuern.

Kleiner Trost: Es gibt einen aktuellen Vorschlag der Kohlekommission, bei dem der Bund ab 2023 Privatleuten und Unternehmen einen Zuschuss zu den Netzentgelten zahlen soll. Beschlossen ist hier aber noch nichts. 

Steigende Strompreise - so spart ihr bares Geld