31.01.2019 | Verbraucherschutz Stromversorger BEV Energie ist pleite: Das sollten Kunden jetzt tun

Es ist ein Schreck für bis zu 500.000 Gas- und Stromkunden: Der umstrittene Anbieter BEV Energie hat beim Amtsgericht München Insolvenz beantragt. Was das für die betroffenen BEV-Kunden bedeutet und was Verbraucherschützer raten, erfahrt ihr hier.

Foto: Verbraucherzentrale NRW

In den letzten Wochen haben sich zahlreiche verärgerte Kunden des Energieversorgers BEV bei den Verbraucherzentralen gemeldet. Nun hat das Unternehmen einen Insolvenzantrag gestellt, als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde der Münchner Anwalt Axel Bierbach bestellt. Das teilte das Insolvenzgericht des Amtsgericht München mit. Bis zu 500.000 Kunden sind betroffen, die Verunsicherung ist groß.

Darauf sollten BEV-Kunden achten

Die Experten der Verbraucherschutzzentralen geben daher einige Tipps, worauf es jetzt ankommt:

  • BEV-Kunden sollen kein Geld mehr auf die Konten der BEV überweisen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird den Kunden stattdessen ein Ersatzkonto mitteilen.
  • Zur Sicherheit sollen BEV-Kunden erteilte SEPA-Lastschriftmandate widerrufen – schriftlich, am besten per Einschreiben, gegenüber der BEV.
  • Betroffen sind auch alle, die von der BEV einen Bonus versprochen bekommen haben, zum Beispiel nach 12 Monaten Vertragslaufzeit, oder zu viel bezahltes Geld zurückbekommen müssten. Diese Ansprüche werden Kunden vermutlich im Rahmen des Insolvenzverfahrens stellen müssen. Dafür ist es jetzt noch zu früh, der Insolvenzverwalter wird die betroffenen Kunden später informieren.

Weitere Tipps der Verbraucherschützer gibt es hier.

Erhalte ich als BEV-Kunden weiterhin Strom und Gas?

Ja, der Vertrag mit BEV läuft zunächst uneingeschränkt weiter. Finster und kalt wird es in den Wohnungen nicht. Im schlimmsten Fall muss der örtliche Grundversorger als Lieferant einspringen. Eine Unterbrechung der Versorgung ist daher nicht zu befürchten. Die Ersatzleistung wird aber wahrscheinlich zu teureren Preisen angeboten.

Was können BEV-Kunden gegen drastische Preiserhöhungen tun?

Seit Wochen beschweren sich BEV-Kunden über die heftigen Preiserhöhungen des Anbieters. So sollte für einen Verbraucher in Nordrhein-Westfalen der Grundpreis beim Strom von 6,23 Euro auf 50,16 Euro im Monat steigen. Der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz liegt ein Schreiben vor, das die Steigerung des Grundpreises von 4 Euro monatlich auf 42 Euro im Monat ankündigt.

Generell haben Kunden bei Preisänderungen ein Sonderkündigungsrecht und sind nicht an die eigentliche Laufzeit ihres Vertrags gebunden. Das gilt auch im Fall der Insolvenz. Ob in Aussicht gestellte Bonuszahlungen, die es bei der BEV gab, nach der Insolvenz noch ausgezahlt werden, ist unklar. BEV-Kunden sollten sich allerdings überlegen, ob sie nun ordentlich zum Laufzeitende kündigen und den Anbieter wechseln. Verbraucherzentralen bieten Beratung und für die Kündigung kostenlose Musterbriefe an.

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