16.09.2019 | Verbraucherschutz Unbedingt prüfen! Mobilfunk-Anbieter verschicken zu hohe Handy-Rechnungen

Wer zuletzt wieder seine Handy-Rechnung bekommen hat, sollte sie unbedingt checken! Denn namhafte Mobilfunkanbieter haben an ihre Kunden falsche und überhöhte Rechnungen verschickt. Das steckt dahinter!

Zehntausende Kunden von Mobilcom-Debitel, Vodafone und Klarmobil haben falsche und zu hohe Handyrechnungen erhalten. Das berichtet die Stiftung Warentest. Grund dafür war ein Abrechnungsfehler. Es wurden „Sonderdienste“ von Drittanbietern in Rechnung gestellt, die überhaupt nicht in Anspruch genommen wurden. Nach Erkenntnissen der Stiftung Warentest haben die genannten Mobil­funk­anbieter drei Monate lang falsche Rechnungen verschickt.

Falsche Rechnung? So erkennt ihr sie

Laut den Experten von Stiftung Warentest steht im Rechnungstext die Firma Infin. Was die Kunden genau bestellt haben sollen, gehe aus den Rechnungen nicht hervor, heißt es. Infin allerdings sagt, dass sie selbst keine Dienste berechnet haben und „fälschlicherweise“ auf der Rechnung stehen.

Wichtig also generell für alle Handybesitzer: Prüft eure Rechnungen, ob solche Dienste von Infin oder anderen Anbietern, die ihr nicht zuordnen könnt, dokumentiert wurden.

Wie gehe ich vor, wenn ich eine falsche Rechnung bekommen habe?

Wenn ihr auf der Handyrechnung dubiose Abbuchungen findet, meldet euch schriftlich bei eurem Mobilfunkanbieter. Weist auf den Fehler hin und fordert, dass euch das Geld zurückerstattet wird. Die rund 41.000 betroffenen Kunden von Vodafone, Klarmobil und Mobilcom-Debitel sollen Gutschriften erhalten oder haben das bereits schon.

Übrigens: Wer sich vor Fehlbuchungen schützen möchte, kann die Dienste von Drittanbietern auch komplett sperren lassen. Dafür müsst ihr euren Mobilfunkanbieter kontaktieren. Der Nachteil ist allerdings, dass ihr dann auch keine Dienste von seriösen Drittanbietern mehr über eure Handyrechnung abrechnen lassen könnt.

Vorsicht! Auch Abzocke bei Drittanbietern möglich

Prinzipiell ist es zur Vereinfachung für den Kunden angenehm, dass Mobilfunkanbieter über die Hand­yrechnung die Buchung von Dritt­anbieter­diensten abwickeln. Seriöse Dienste fordern aber eine ausdrück­liche Bestätigung der Bestellung. Oft wird das so gelöst, dass der Kunde einen Button klicken muss, auf dem steht „zahlungs­pflichtig bestellen“.

Oft wird Kunden aber ein Kauf oder ein Abo untergeschoben, weil sie beispielsweise durch das Anklicken eines Werbebanners mit einem Drittanbieter in Verbindung gekommen sind. Doch ein Klick auf Werbung ist kein Kauf. Auf keinen Fall zahlen, sondern direkt Beschwerde beim Anbieter einreichen!

Eine Beschwerde per E-Mail (rufnummernmissbrauch@bnetza.de) bei der Bundes­netz­agentur ist ebenfalls sinnvoll, weil sie die staatliche Aufsicht inne hat.