11.07.2014 | Verbraucherschutz Verbraucherzentrale: Tipps für einen besseren Geflügeleinkauf

Verbraucherzentrale: Tipps für einen besseren Geflügeleinkauf
Eingepacktes Fleisch liegt in einer Supermarkt-Kühltheke. Verbraucher in Deutschland müssen in vielen Fällen weniger für Frischfleisch bezahlen. Foto: Caroline Seidel
Tierhaltung im industriellen Maßstab bereitet Probleme aus ethischer, ökologischer und gesundheitlicher Sicht. "Billigangebote werden teuer erkauft und gehen zu Lasten der Tiere und der Umwelt", sagt Susanne Moritz, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern.

Werden Antibiotika unkontrolliert eingesetzt, besteht die Gefahr, dass resistente Keime entstehen. Dies kann dazu führen, dass Medikamente bei Menschen nicht mehr greifen. Alternativen sind nach Ansicht der Verbraucherzentrale Geflügelfleisch aus bäuerlicher Auslaufhaltung, Bio-Geflügel oder Fleisch, das mit einem Regionalsiegel angeboten wird. Ernährungsexpertin Susanne Moritz rät, sich nach den Haltungsbedingungen zu erkundigen. "Höhere Preise sind gerechtfertigt, wenn der Aufwand in der Produktion höher ist", betont Moritz. Kriterien hierfür sind genaue Regelungen für hochwertiges Futter und Medikamentengaben, mehr Platz für die Tiere und Tageslicht in den Ställen.

In der konventionellen Geflügelmast lebt ein Masthuhn nur etwa sechs Wochen, eine Mastpute 18 Wochen. Bei den Masthühnern stehen häufig 20.000 bis 40.000 Tiere in einem Stall. "Um Krankheiten vorzubeugen, ist die Behandlung ganzer Bestände mit Antibiotika üblich", erklärt Susanne Moritz.

In 2012 ergab eine Untersuchung in Nordrhein-Westfalen, dass 90 Prozent der Masthühner in Laufe ihres Lebens mit Antibiotika behandelt wurden. Der Bundestag hat kürzlich ein Gesetz zur Eindämmung des Antibiotikaeinsatzes in der Tiermast auf den Weg gebracht. Wegen vieler Änderungswünsche wurde dies im Bundesrat vorerst gestoppt. Die Verbraucherzentrale Bayern hofft, "dass es gelingt, das Problem an der Wurzel zu packen und den Einsatz von Antibiotika auf das absolut notwendige Maß zu beschränken".