03.03.2020 | Verbraucherschutz Vollkornnudeln im Test: Jedes zweite Produkt mit Schimmelpilzen belastet

Vollkornnudeln sind ballaststoffreich und gelten deshalb als gesund. Insbesondere in der Fastenzeit greift der ein oder andere deshalb im Supermarktregal zu den bräunlichen Nudeln. Doch sind sie wirklich so gesund? Öko-Test hat jetzt Vollkorn-Spaghetti getestet und in jeder zweiten Packung Schimmelpilze gefunden.

  • Foto und Daten: Ökotest
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Sie schmecken intensiver nach Getreide und herber als helle Nudeln. Die ballaststoffreiche Alternative ist weniger beliebt, aber wird als gesünder angesehen. Öko-Test hat 20 Vollkorn-Spaghetti getestet und kann davon weniger als die Hälfte empfehlen. In einigen Produkten wurden Schimmelpilze festgestellt.

Wie wurde getestet?

Öko-Test hat die verschiedenen Produkte auf mehrere Kriterien getestet. Neben Geschmack und Biss, wurden die Spaghetti auch auf Schadstoffe, Schwermetalle und Mineralöl überprüft. Nur 8 der 20 getesteten Produkte haben dabei mit „sehr gut“ abgeschnitten, ein Produkt mit „gut“. Bei elf Marken wurde eine Schimmelpilz-Belastung festgestellt. Zwei davon sind aufgrund schlechten Geschmacks oder zusätzlicher Pestizid-Belastung als „ungenügend“ durchgefallen. Drei weitere Produkte wurden als „mangelhaft“ bezeichnet.

Welche Spaghetti sind betroffen?

In den Vollkorn-Spaghetti „Buitoni Integrale Spaghettini“ stecken nicht nur Schimmelpilze, sondern auch bedenkliche Pestizide in Form von Insektenspritzgiften. Die „Biozentrale Vollkorn Spaghetti“ fallen neben Schimmelpilzen durch ihren dumpfen Geruch und Geschmack mit „ungenügend" durch. Weitere Vollkorn-Spaghetti, bei denen die Schimmelpilz-Belastung als stark erhöht eingestuft wurde, sind: „Alnatura Vollkorn Spaghetti No. 3“, „Aldi Süd Bio Spaghetti aus reinem Bio-Vollkornhartweizen“ und "3 Glocken Vollkorn Nudel Spaghetti". Mehr dazu seht ihr in unserer Bildergalerie.

Um welche Schimmelpilze handelt es sich?

Die festgestellten Schimmelpilze gehören zu der Gruppe der sogenannten T2 und HT2-Toxine. Diese Art kann Blutzellen und das Immunsystem schädigen. Die Gifte sind stabil und können auch durch Kochen nicht vollständig zerstört werden. Erst vor kurzem hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit die Sicherheitsbewertung für diese Gruppe verschärft.

Wie gelangen die Gifte in die Spaghetti?

Die Toxine gelangen schon auf dem Feld ins Korn. Auch Weißmehl-Spaghetti sind von der Belastung nicht ausgenommen, sind jedoch weniger betroffen. „Vollkornprodukte sind prinzipiell stärker belastet“, so Öko-Test. Für betroffene Marken gilt, dass sie ihr Getreide sorgfältiger kontrollieren müssen.

Welche Spaghetti sind unbedenklich?

Sogar das Markenprodukt Barilla schneidet im Test nur mittelmäßig ab. Zu den acht Vollkorn-Spaghetti, die als „sehr gut“ bewertet wurden, zählen:

  • Bio Bio Vollkorn Spaghetti (Netto Marken-Discount)
  • Bioladen Spaghetti Vollkorn (Weiling)
  • Combino Bio Vollkorn Spaghetti (Lidl)
  • Edeka Bio Vollkorn Spaghetti (Edeka)
  • K-Bio Vollkorn Spaghetti (Kaufland)
  • Naturata Dinkel Vollkorn Spaghetti, Demeter (Naturata)
  • Nudelmacher Dinkel Vollkorn Spaghetti, Demeter (Spaichinge Nudelmacher)
  • Zabler Paradiso Bio Spaghettini Integrale (Bernhard Zabler)