11.07.2014 | Verbraucherschutz Zuschuss zum Betreuungsgeld dient als Lockmittel für schlechte Altersvorsorgeprodukte

Zuschuss zum Betreuungsgeld dient als Lockmittel für schlechte Altersvorsorgeprodukte
Die Kritik am Betreuungsgeld reißt nicht ab. Foto: Jan Woitas/Symbol
Politik beschenkt Versicherungswirtschaft auf Kosten der Kinder

„Das ist ein unlauteres Lockangebot zugunsten der Versicherungswirtschaft ohne Vorteil für die Kinder“, kritisiert Axel Kleinlein, Vorstandsvorsitzender des Bundes der Versicherten (BdV) und ergänzt: „Unsere Sorge ist, dass Verbraucher in falsche Altersvorsorge- bzw. Versicherungsprodukte gelockt werden. Schließlich darf das Geld nur in geförderte Riester-Verträge, in die Rürup-Rente oder die Entgeltumwandlung gesteckt werden.“  

Eltern, die ihre Kleinkinder nicht in eine Krippe geben, erhalten ab Sommer 2013 für Kinder im zweiten Lebensjahr 100 Euro pro Monat, ab 2014 auch für Kinder im dritten Lebensjahr. Vom 1. August 2014 an wird das von Kritikern als „Herdprämie“ eingestufte Betreuungsgeld sogar für alle auf 150 Euro erhöht. Obendrein werden zwei Alternativen angeboten. Wer auf eine Barauszahlung verzichtet und das Geld stattdessen zur privaten Altersvorsorge oder für die Ausbildung der Kinder anlegt («Bildungssparen»), bekommt einen zusätzlichen Bonus von 15 Euro pro Monat. Kleinlein ist empört: „Dem Verkauf von schlechten Altersvorsorge- bzw. Versicherungsprodukten und sogenannten Enkelpolicen wird somit wieder einmal unter dem Deckmantel des Staates Tür und Tor geöffnet – und das unter anderem auch auf Kosten unserer Kinder.“   

Der BdV warnt schon seit Jahren davor, Versicherungsprodukte zur Altersvorsorge zu nutzen oder gar Ausbildungspolicen für den Nachwuchs abzuschließen. Kleinlein: „ Versicherungs-produkte zur Altersvorsorge oder gar für die Ausbildung der Kinder zu wählen, ist schlicht gesagt Unfug. Die Verträge laufen lange und können meist nur mit hohen Verlusten gekündigt werden. Sie sind zudem mit hohen Kosten behaftet und besitzen in der Regel eine miserable Rendite.“