15.11.2019 | Verkehr & Mobilität ADAC erhöht Beiträge: So teuer wird's ab 2020

Pannenhilfe, Versicherungssteuer, Digitalisierung - die Ausgaben von Deutschlands größtem Verein steigen schneller als die Einnahmen. Jetzt bittet der ADAC die Mitglieder mit höheren Beiträgen zur Kasse.

Foto: Christophe Gateau/dpa

Der ADAC erhöht die Beiträge für seine 21 Millionen Mitglieder. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung beschloss der ADAC folgende Anpassungen der Jahresbeiträge (ab April 2020):

  • Basistarif: bisher 49 Euro - künftig 54 Euro
  • Plus-Mitgliedschaft: bisher 84 Euro - künftig 94 Euro
  • Premium-Mitgliedschaft: 139 Euro.

Die neue Premium-Mitgliedschaft enthält weltweite Pannenhilfe, Rückholdienst und Abschleppen in die Wunschwerkstatt.

ADAC schreibt seit Jahren rote Zahlen

Die Beitragserhöhung ist die erste seit 2014. Sie soll dem Verein mindestens 10 Prozent mehr Geld in die Kasse bringen. Denn die Einnahmen reichen nicht mehr, um Pannenhilfe, Dienstleistungen, Digitalisierung und die inzwischen auch für die Pannenhilfe fällige Versicherungssteuer zu bezahlen: Operativ schreibt der Verein seit Jahren rote Zahlen. ADAC-Präsident August Markl sagte: „Eine höhere Effizienz und die Beitragsanpassung zusammen sorgen dafür, dass der ADAC finanziell gut aufgestellt ist und 2020 schwarze Zahlen schreiben kann.“

Mitglieder bekommen „Motorwelt“ nicht mehr zugeschickt

Dabei helfen sollen ab Januar auch Einsparungen bei der Mitgliederzeitschrift „Motorwelt. Statt zehnmal soll sie nur noch viermal jährlich erscheinen, und die Mitglieder bekommen sie auch nicht mehr ins Haus geschickt, sondern können sie in Edeka- und Netto-Supermärkten abholen. Das spart über 50 Millionen Euro Portokosten.

Die Beitragserhöhung wurde mit 228 Stimmen bei nur 9 Gegenstimmen angenommen. Es könne nicht alles beim Alten bleiben, auch der ADAC müsse investieren und sich modernisieren, sagte Markl: „Wer auf dem Smartphone der Menschen nicht stattfindet“, der „existiert im Alltag der Leute schlichtweg nicht, oder nicht mehr lange.“ 

Machtverhältnisse in ehrenamtlichen Gremien neu austariet

Eine „durchaus kontroverse Debatte“ hatte es laut ADAC-Generalsyndikus Christian Reinicke dagegen über die neue Satzung gegeben, die die Machtbalance zwischen der angestellten Geschäftsführung, den sieben ehrenamtlichen Präsidiumsmitgliedern und den 18 ehrenamtlichen Vorsitzenden der ADAC-Regionalclubs neu austariert. Die sogenannten Regionalfürsten können laut einer Sprecherin künftig nicht mehr ADAC-Präsident oder -Vizepräsident werden. Die Geschäftsführer bekommen zudem mehr Verantwortung. Die Satzungsänderung wurde schließlich mit 96 Prozent der Stimmen angenommen - bei ebenfalls 9 Gegenstimmen.