28.01.2021 | Verkehr & Mobilität Alles neu macht 2021: Darauf müssen Autofahrer achten

Der Jahreswechsel scheint gerade dazu prädestiniert zu sein, neue Regelungen und Gesetze auf den Plan zu rufen. Für die Autofahrer unter euch gibt es gleich eine ganze Portion an Neuigkeiten, die das Jahr 2021 mit sich bringt. Wie teuer es wird, wenn ihr euch nicht daran haltet, könnt ihr unter bussgeldkataloge.de nachlesen. Was sich im Detail ändert, verrät dieser Beitrag.

Abbildung 1: Ab April dürfen Fahrschüler mit dem Automatik-Auto üben und haben dennoch die Chance, einen Führerschein zu bekommen, mit dem sie Schaltgetriebe fahren können.

Ab 1. April 2021 gelten neue Regelung zum Automatik-Führerschein

Eigentlich wurde jungen Menschen immer dazu geraten, den Führerschein in einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe zu absolvieren. Der Grund: Nur wer in einem Auto mit Schaltgetriebe das Fahren erlernt hat, durfte sowohl Schalt- als auch Automatikgetriebe fahren. Das ist ab dem 1. April 2021 nun anders. Wer sich nun freut, die Fahrstunden in einem Automatikauto zu absolvieren und anschließend einen Führerschein zu erhalten, mit dem jedes Fahrzeug gefahren werden darf, der irrt sich, denn es gibt genaue Vorgaben, wann der Automatik-Führerschein das Lenken eines Autos mit Schaltgetriebe „erlaubt“. Mindestens zehn Schulungsstunden (à 45 Minuten) sowie eine Testfahrt von einer Viertelstunde sind Pflicht, um eine uneingeschränkte Fahrerlaubnis zu bekommen.

Was ist sonst noch neu in der Fahrschule? Bereits heute gilt, dass die Fahrprüfung zehn Minuten länger dauern wird als bisher. Darüber hinaus ist fest geregelt, dass jeder Prüfling acht Fahraufgaben bewältigen muss. Eine Fahraufgabe ist beispielsweise der Spurwechsel. Während der Prüfung muss er weitere fünf Kompetenzen erfolgreich nachweisen, wie etwa dass er fähig ist, eigenständig mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren. Auch das fünfminütige Feedbackgespräch im Anschluss an die Fahrprüfung ist Pflicht.

Abbildung 2: Pendler dürfen künftig 35 Cent pro Kilometer abrechnen. Dieser Betrag gilt ab Kilometer 21.

Fahren und Versichern wird teurer. Pendler könnten profitieren

Teurer wird das Autofahren in diesem Jahr gleich an zwei Stellen: Die Preise für Diesel und auch Benzin steigen. Das ist zum einen der Mehrwertsteuer geschuldet, die wieder auf 19 Prozent angehoben wurde und zum anderen den Bemühungen der Politik, den Klimaschutz zu optimieren. Das heißt für die Fahrer von Diesel- und Benzinfahrzeugen: Ihr Treibstoff wird teurer. So soll die Abkehr von fossilen Kraftstoffen forciert werden. Auch der Blick auf die Typenklasseneinstufung unter gdv.de zeigt: Für über sechs Millionen Menschen wird die Versicherung ihres Fahrzeugs teurer. Da für die Berechnung der Kaskoversicherung vor allem der Wert der Fahrzeuge ausschlaggebend ist, sind Oberklasse-Fahrzeuge und SUVs in einer teureren Typenklasse als Kleinwagen. Andersherum betrachtet werden 4,6 Millionen Fahrer mit günstigeren Versicherungskosten ausgestattet.

Zudem werden Fahrzeuge mit hohem Verbrauch auch steuerlich stärker zur Kasse gebeten. Die Preisrange liegt zwischen zwei Euro pro Gramm CO2 (für Fahrzeuge mit 95 bis 115 g/km CO2-Ausstoß) und vier Euro pro Gramm CO2 (für Fahrzeuge über 195 g/km CO2-Ausstoß). Zudem soll die neue Abgasnorm regeln, dass die durchschnittlichen Werte sich bei 95 g/km CO2-Ausstoß einpendeln.

Wer kommt günstiger weg? Auch an der Pendlerpauschale wurde gedreht, um Menschen mit längeren Arbeitswegen ein Stück weit für die höheren Kraftstoffkosten entgegenzukommen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Ab Kilometer 21 dürfen 35 Cent verrechnet werden anstatt 30 Cent. Ab dem Jahr 2024 soll die Pendlerpauschale auf 38 Cent steigen, heißt es unter bundesfinanzministerium.de.

Abbildung 3: Für Gaffer am Unfallort gibt es künftig höhere Strafen.

Höhere Strafen für Gaffer. Alter Bußgeldkatalog hat Bestand

Die Strafen, die Gaffern an Unfallstellen winken, sind die notwendige Konsequenz daraus, dass Ermahnungen offensichtlich ins Leere laufen. Um dem Verbot Nachdruck zu verleihen, dass an Unfallstellen Publikumsverkehr nicht geduldet wird, gibt es nun ein saftiges Bußgeld bis zu 1.000 Euro für diejenigen, die sich unerlaubt an einem Unfallort einfinden, um dort das Geschehene zu beobachten. Auf Filmen und Fotografieren von Opfern stehen Geld und Freiheitsstrafen, ebenso auf das Unterlassen von Hilfeleistungen oder gar die Behinderung von Rettungskräften. Auch wer keine Rettungsgasse bildet, kann künftig mit einem Bußgeld von 320 Euro belegt werden (plus zwei Punkte und ein einmonatiges Fahrverbot).

Was wird aus dem Bußgeldkatalog? Der in 2020 verschärfte und schnell wieder entschärfte Bußgeldkatalog besteht aktuell in einem Mischwerk fort. Der Grund: Ein Zitierfehler hatte die Novellierung zunichte gemacht. Erschwerend hinzu kommt nun die Tatsache, dass es keine Einigung zu Fahrverboten und Bußgeldern gibt. Das Verkehrsministerium und die Verantwortlichen in den einzelnen Ländern liegen vor allem in puncto Geschwindigkeitsbegrenzungen sowie die dafür auszusprechenden Strafen miteinander im Klinsch. Ein Beispiel: Der neue Bußgeldkatalog hätte bereits ab 21 Stundenkilometern innerorts oder 28 Stundenkilometern außerorts einen Monat Fahrverbot verhängt (plus 80 Euro Strafe und einen Punkt in Flensburg). Doch das Thema ist noch nicht ausdiskutiert, deswegen werden Temposünder aktuell nur mit einem Strafpunkt in Flensburg und einer Geldstrafe bestraft.

Deswegen gilt Bußgeld-technisch nun ein Flickenteppich oder vielmehr ein Teil des einst komplett verabschiedeten und in Teilen zurückgenommenen Bußgeldkatalogs. Falschparken auf Geh- und Radwegen oder in der „zweiten Reihe“ kostet 20 Euro. Radfahrer sollen künftig besser geschützt werden. Es gibt ein Schild, das das Überholen der Zweiräder verbietet. Innerorts sind 1,5 Meter Abstand Pflicht.