07.05.2020 | Verkehr & Mobilität Bankkredit oder Händlerfinanzierung: Worauf du beim Autokauf achten solltest

Ein neues Auto soll her und du willst es gern finanzieren? Die bekanntesten Finanzierungsmodelle sind dabei ein klassischer Autokredit der Bank oder eine Händlerfinanzierung direkt über den Autoverkäufer. Wo hier die Vor- und Nachteile liegen, erläutert der folgende Artikel.

Autos gelten als Statussymbole. Umso wichtiger ist es für viele Menschen, mit den Trends zu gehen und sich von Zeit zu Zeit einen Neuwagen anzuschaffen.

So funktioniert ein klassischer Autokredit

Der Wunsch nach einem neuen Auto kommt oft plötzlich. Seien es die neuesten Autotrends oder das langsame Ableben des alten Autos. Umso dringender ist der Wunsch dann. Und der Markt bietet ein großes Angebot: ob moderne Neuwagen mit spannenden Features oder günstige, zuverlässige Gebrauchtwagen. Wichtig ist in jedem Fall, dass du dein Wunschmodell bezahlen kannst. Ein Autokredit ist hier eine viel genutzte Möglichkeit.

Autokredite werden, ähnlich wie klassische Ratenkredite, von Banken und Kreditinstituten vergeben. Der wichtigste Punkt ist dabei, dass sie zweckgebunden sind. Das heißt, dass du die Kreditsumme ausschließlich zur Finanzierung deines Autos nutzen darfst. Im Gegenzug sind die Konditionen oft günstiger als bei frei verfügbaren Krediten. Der Zinssatz ist verhältnismäßig niedrig und die Laufzeit flexibel wählbar. Du solltest dabei beachten, dass du die Kosten für den Wagen möglichst realistisch einschätzt. Informiere dich also bereits im Vorfeld über dein Wunschauto und die voraussichtlichen Kosten bei verschiedenen Händlern. So ersparst du dir in der Folge böse Überraschungen, wenn das Geld nicht ausreicht. Sinnvoll ist außerdem, verschiedene Kreditangebote zu vergleichen. Dabei findest du die für dich besten Konditionen, sodass du nicht zu viel Geld zurückzahlen musst. Einen einfachen Onlinevergleich kannst du hier durchführen.

Wichtige Voraussetzungen, um einen Autokredit zu erhalten

Viele Kredite kannst du zudem online abschließen. Natürlich steht dir auch der Weg in die Bank offen. In jedem Fall musst du als Kreditnehmer einige Voraussetzungen erfüllen, um einen Autokredit zu erhalten:

  • Du musst volljährig sein.
  • Du musst einen Wohnsitz in Deutschland haben.
  • Du musst ein Girokonto in Deutschland haben.
  • Du musst in einer Festanstellung sein.
  • Du musst ein regelmäßiges Einkommen haben.
  • Du musst kreditwürdig sein.

Die meisten dieser Voraussetzungen lassen sich einfach nachweisen. Dein Personalausweis zeigt sowohl dein Alter als auch deinen Wohnsitz an. Bei Beantragung eines Kredits gibst du überdies Bankdaten an. Mit Einkommensnachweisen und einem Auszug aus deinem Arbeitsvertrag kannst du beweisen, dass du diese Voraussetzungen erfüllst. Um die Bonität festzustellen, greifen viele Kreditinstitute auf das bekannte Schufa-Scoring zu. Dieses gibt Auskunft darüber, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Kreditnehmer den Kredit fristgerecht zurückzahlen kann. Erfüllst du alle Voraussetzungen, steht dem Autokredit und damit dem Autokauf praktisch nichts mehr im Weg.

Bei einer Händlerfinanzierung läuft alles direkt über deinen Autohändler. Der Zwischenschritt bei der Bank entfällt.

Was ist eine Händlerfinanzierung?

Im Gegensatz zum Autokredit steht die Händlerfinanzierung. Diese läuft, wie der Name bereits vermuten lässt, direkt über den Autohändler, bei dem du das Auto kaufen möchtest. Der Autohändler fungiert dabei sozusagen als Mittelsmann. Er übernimmt alle Formalitäten und kümmert sich um den Abschluss der Finanzierung. Das ist für Autokäufer angenehm, weil ihnen die Arbeit abgenommen wird. Im weiteren Verlauf ändert sich für den Autokäufer nichts. Er begleicht, ähnlich wie beim Autokredit, seine Raten und zahlt damit das Auto ab. Die Zinsen, die bei einer Händlerfinanzierung auf dich zukommen, sind oft noch niedriger als die eines Autokredits. Die Händler möchten damit neue Kunden locken. Umso wichtiger ist es, dass du verschiedene Angebote vergleichst. Denn die Händlerfinanzierung ist nur durch niedrige Zinsen noch nicht die günstigste Finanzierungsmethode.

Den Barzahlerrabatt nicht vergessen

Insgesamt weist der Autokredit gegenüber der Händlerfinanzierung einige Vorteile auf. Zunächst ist hier der Barzahlerrabatt zu nennen. Diesen gewähren Autohändler, wenn der Käufer die gesamte Kaufsumme in bar bezahlt. Meist liegt der Rabatt bei rund zehn Prozent vom Kaufpreis. Hier kannst du also bereits ordentlich sparen: Bei einem Kaufpreis von 20.000 Euro sind es bereits 2.000 Euro, die du weniger zahlen musst. Bei einem Autokredit kannst du diesen Rabatt direkt berücksichtigen lassen, sodass der Kredit insgesamt günstiger ausfällt. Entscheidest du dich für eine Händlerfinanzierung, entfällt der Barzahlerrabatt selbstverständlich. Wichtig: Den Barzahlerrabatt musst du als Kunde gezielt einfordern. Die meisten Autohändler gewähren ihn problemlos, aber bieten ihn nicht einfach so an. Du hast in diesem Moment natürlich die Möglichkeit, zu feilschen. So kannst du, je nach Händler, bis zu 20 Prozent Rabatt bekommen.

Ein weiterer Vorteil ist, dass du den Autokredit frei nutzen kannst. Egal, bei welchem Händler oder über welche Onlineplattform du dein neues Auto kaufst – die Kreditsumme kannst du hier ausgeben. Eine Händlerfinanzierung ist ausschließlich bei dem Händler einzusetzen, bei dem du sie abschließt. Mit einem Autokredit kannst du also problemlos ein kurzfristiges Angebot bei einem Autohändler wahrnehmen und so wiederum Geld sparen.

Bei einer Händlerfinanzierung ist es außerdem so, dass dem Käufer das Auto erst nach Zahlung der letzten monatlichen Rate gehört. Er erhält erst dann den Fahrzeugbrief. Zahlst du also einen Bankkredit ab, gehört dir das Auto, sobald du damit den Autohändler verlässt.

Ob Neu- oder Gebrauchtwagen: Beim Autokauf gilt es, die beste und günstigste Finanzierungsmethode zu finden.

Fazit: Bankkredit oft günstiger

In vielen Fällen ist der Bankkredit für dich als Verbraucher wesentlich günstiger als eine Händlerfinanzierung. Es lohnt sich trotzdem, verschiedene Angebote einzuholen und die realen Kosten zu vergleichen. Dabei macht es übrigens keinen Unterschied, ob du dich für einen Neuwagen oder ein gebrauchtes Modell entscheidest. Unabhängig vom Kaufpreis bieten Autokredite oft bessere Konditionen, sodass du im Gegensatz zum Händlerkredit bares Geld sparst.