12.07.2019 | Verkehr & Mobilität Experten sicher: CO2-Steuer kommt! Was das für euch bedeutet…

Die „Wirtschaftsweisen“, Deutschlands führende Berater in Sachen Wirtschaft und Finanzen haben jetzt ein Sondergutachten zur CO2-Steuer veröffentlicht. Die kontrovers-diskutierte Steuer soll den Klimaschutz tiefer verankern.

Foto: Michael Kappeler/dpa

In der Kontroverse um den Klimaschutz und die Besteuerung von Treibhausgasen treffen viele Meinungen aufeinander. Soll es einen Preis für CO2-Ausstoß geben? Gibt es eine nationale oder internationale Lösung? Was werde ich zahlen? – Wir klären die wichtigsten Fragen!

Das steht fest:

Bundesregierung will Klimaziele erreichen

Die Bundesregierung erreicht ihre Klimaziele nicht und muss sich deshalb Lösungen überlegen, den Klimaschutz auszubauen. Um also den Treibhausgasen entgegenzuwirken, soll zum Beispiel eine Steuer den Ausstoß an CO2 verringern. Das Ziel der Regierung: Im Jahr 2030 55 Prozent weniger Treibhausgase als 1990.

Preisanstiege

Bundesumweltministerin Svenja Schulze von der SPD hat bereits eigene Vorschläge vorgebracht. Darin würden fossile Brennstoffe preislich angehoben werden. Diesel und Heizöl würden etwa um 11 Cent und Benzin, sowie Erdgas um knapp 10 Cent pro Liter beziehungsweise pro Kilowattstunde teurer werden. „Am Ende zahlt es in jedem Fall der Bürger“, so die klare Ankündigung von Christoph M. Schmidt (56), dem Chef der Wirtschaftsweisen.

Die Einschätzung der Experten

Die Wirtschaftsweisen sind fünf Experten, die die Regierung bei ihren finanzpolitischen Entscheidungen beraten. In diesem Sommer stellten sie die Ergebnisse aus einer Studie vor, in der es um die Besteuerung und/oder Bepreisung von CO2 ging. Die Idee klingt einfach: Klimafreundliche Technologien fördern und Klimaschädliches teurer machen.

Foto: Oliver Berg/dpa

FAQ:

Wofür sollen die Steuergelder genutzt werden?

Die Steuer soll den Ausstoß von Treibhausgasen verringern und kein Geld in die Staatskassen treiben. Produkte mit einer schlechten Klimabilanz werden teurer und weniger attraktiv. Das Geld, das damit eingenommen wird, kann wieder in den Klimaschutz investiert werden.

Was erreicht eine Klimaprämie?

Die untere Hälfte der Einkommensgruppen wird durchschnittlich durch eine Rückgabepauschale von etwa 75-100 Euro pro Jahr entlastet. So sollen die Kosten für den Klimaschutz nicht an Geringverdiener abgewälzt werden.

Wer zahlt weniger, wer zahlt mehr?

Große Wohnflächen und emissionsintensive Heizung haben eine schlechtere Klimabilanz. Außerdem würden Alleinstehende mehr belastet werden. Zudem werden Härtefälle wie sonst auch vom Sozialstaat geregelt. Und ob ihr in der Stadt und auf dem Land wohnt, spielt dabei eine untergeordnete Rolle.

Das Fazit der Experten

„[…]Für eine Eindämmung der Erderwärmung ist ein globales Vorgehen unabdingbar, für das eine neu aufgestellte Klimapolitik einen wertvollen Baustein darstellen kann. […] Von Europa und Deutschland kann nur dann eine Vorbildfunktion ausgehen, wenn sich Emissionsminderungen mit wachsendem Wohlstand und gesellschaftlicher Akzeptanz verbinden lassen.“

Heizen, Fliegen, Autofahren. Wie hoch ist deine CO2-Bilanz?

Check deine CO2-Bilanz

Weitere Hintergründe: