20.02.2019 | Verkehr & Mobilität Hunderte Baustellen: So viel Verspätung droht Bahn-Fahrern in Bayern 2019

Das Schienennetz ist in die Jahre gekommen, die Deutsche Bahn kämpft gegen einen milliardenschweren Sanierungsstau. Das werden Fahrgäste dieses Jahr zu spüren bekommen - besonders auf einer der wichtigsten Strecken. Welche Auswirkungen die Bauarbeiten für Fahrgäste in Bayern haben, zeigen wir euch hier.

  • Nach Angaben der Deutschen Bahn wird es im Jahr 2019 in Spitzenzeiten 800 Baustellen gleichzeitig geben. Wir geben euch einen Überblick, wo es in euren Regionen zu größeren Behinderungen kommt.

    Nach Angaben der Deutschen Bahn wird es im Jahr 2019 in Spitzenzeiten 800 Baustellen gleichzeitig geben. Wir geben euch einen Überblick, wo es in euren Regionen zu größeren Behinderungen kommt.

    Foto: Lukas Schulze/dpa
  • Im laufenden Jahr will die Bahn das Bestandsnetz und die Stationen mit insgesamt 10,7 Milliarden Euro auf Vordermann bringen. Dafür werden rund 1.500 Kilometer Gleise, über 300 Brücken und mehr als 1.500 Weichen erneuert.

    Im laufenden Jahr will die Bahn das Bestandsnetz und die Stationen mit insgesamt 10,7 Milliarden Euro auf Vordermann bringen. Dafür werden rund 1.500 Kilometer Gleise, über 300 Brücken und mehr als 1.500 Weichen erneuert.

    Bild: Deutsche Bahn
  • Darüber hinaus werden 650 Bahnhöfe modernisiert, darunter etliche in Bayern.

    Darüber hinaus werden 650 Bahnhöfe modernisiert, darunter etliche in Bayern.

    Bild: Deutsche Bahn
  • Augsburg-Nürnberg: Eingleisige Sperrung 
	Vom 28. Februar bis 24. Juni 2019 steht aufgrund von Bauarbeiten nur ein Gleis zwischen Mündling und Otting Weilheim zur Verfügung. An Wochenenden vom 29. März bis 24. Juni – ausgenommen am Osterwochenende – ist die Strecke zwischen Donauwörth und Augsburg von Freitag 20:40 Uhr bis Montag 4:10 Uhr total gesperrt.

    Augsburg-Nürnberg: Eingleisige Sperrung 

    Vom 28. Februar bis 24. Juni 2019 steht aufgrund von Bauarbeiten nur ein Gleis zwischen Mündling und Otting Weilheim zur Verfügung. An Wochenenden vom 29. März bis 24. Juni – ausgenommen am Osterwochenende – ist die Strecke zwischen Donauwörth und Augsburg von Freitag 20:40 Uhr bis Montag 4:10 Uhr total gesperrt.

    Bild: Deutsche Bahn
  • Augsburg-Nürnberg: Eingleisige SperrungDie Fernverkehrszüge verkehren von Montag bis Freitag mit Verzögerungen von bis zu 25 Minuten und fahren teilweise früher als sonst ab. Am Samstag und Sonntag werden die Fernverkehrszüge mit einer längeren Fahrzeit von ca. 20 Minuten umgeleitet, fahren in München Hbf ca. 20 Minuten früher als sonst ab und einzelne Züge fallen auf Teilabschnitten aus.

    Augsburg-Nürnberg: Eingleisige Sperrung

    Die Fernverkehrszüge verkehren von Montag bis Freitag mit Verzögerungen von bis zu 25 Minuten und fahren teilweise früher als sonst ab. Am Samstag und Sonntag werden die Fernverkehrszüge mit einer längeren Fahrzeit von ca. 20 Minuten umgeleitet, fahren in München Hbf ca. 20 Minuten früher als sonst ab und einzelne Züge fallen auf Teilabschnitten aus.

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  • Salzburg-Rosenheim: Eingleisige SperrungVom 11. April bis 24. Juni 2019 steht auf dieser Strecke wegen Gleiserneuerungen nur eines von zwei Gleisen zur Verfügung.

    Salzburg-Rosenheim: Eingleisige Sperrung

    Vom 11. April bis 24. Juni 2019 steht auf dieser Strecke wegen Gleiserneuerungen nur eines von zwei Gleisen zur Verfügung.

    Bild: Deutsche Bahn
  • Salzburg-Rosenheim: Eingleisige SperrungFernverkehrszüge verkehren auf dem Regelweg mit einer Verspätung von ca. 20 Minuten, fahren in München Hbf bis zu ca. 20 Minuten früher als sonst ab und einzelne Züge fallen auf Teilabschnitten aus.

    Salzburg-Rosenheim: Eingleisige Sperrung

    Fernverkehrszüge verkehren auf dem Regelweg mit einer Verspätung von ca. 20 Minuten, fahren in München Hbf bis zu ca. 20 Minuten früher als sonst ab und einzelne Züge fallen auf Teilabschnitten aus.

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  • Aschaffenburg-Würzburg: Eingleisige SperrungVom 31. März bis 15. April 2019 wird die Strecke zwischen Aschaffenburg und Laufach wegen Bauarbeiten nur eingleisig befahrbar sein.

    Aschaffenburg-Würzburg: Eingleisige Sperrung

    Vom 31. März bis 15. April 2019 wird die Strecke zwischen Aschaffenburg und Laufach wegen Bauarbeiten nur eingleisig befahrbar sein.

    Bild: Deutsche Bahn
  • Aschaffenburg-Würzburg: Eingleisige SperrungFernverkehrszüge werden teilweise über Jossa mit einer Verzögerung von ca. 35 Minuten und Haltausfall Hanau, Aschaffenburg umgeleitet. Einzelne Züge fallen zwischen Nürnberg-München aus.

    Aschaffenburg-Würzburg: Eingleisige Sperrung

    Fernverkehrszüge werden teilweise über Jossa mit einer Verzögerung von ca. 35 Minuten und Haltausfall Hanau, Aschaffenburg umgeleitet. Einzelne Züge fallen zwischen Nürnberg-München aus.

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  • Bamberg-Nürnberg: Totalsperrung SchnellfahrstreckeVom 30. März bis 2. April 2019 5 Uhr und vom 5. April bis 9. April wird die Schnellfahrstrecke wegen Bauarbeiten zwischen Bamberg und Breitengüßbach total gesperrt.

    Bamberg-Nürnberg: Totalsperrung Schnellfahrstrecke

    Vom 30. März bis 2. April 2019 5 Uhr und vom 5. April bis 9. April wird die Schnellfahrstrecke wegen Bauarbeiten zwischen Bamberg und Breitengüßbach total gesperrt.

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  • Bamberg-Nürnberg: Totalsperrung SchnellfahrstreckeDie Fernverkehrszüge werden mit einer Verzögerung von ca. 90 Minuten über Würzburg-Fulda-Erfurt umgeleitet und fahren in München und Nürnberg früher ab. Es entfallen die Halte in Erlangen, Bamberg und Coburg.

    Bamberg-Nürnberg: Totalsperrung Schnellfahrstrecke

    Die Fernverkehrszüge werden mit einer Verzögerung von ca. 90 Minuten über Würzburg-Fulda-Erfurt umgeleitet und fahren in München und Nürnberg früher ab. Es entfallen die Halte in Erlangen, Bamberg und Coburg.

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  • München Hauptbahnhof: Bahnsteigarbeiten 
	Schon seit 2. Januar bis 1. September 2019 finden Tunnelbohrungen für Rettungsschächte am Münchener Hauptbahn zwischen den Gleisen 11/12, 16/17 und 20/21 sowie an den Haltestellen Donnersberger- und Hackerbrücke statt.

    München Hauptbahnhof: Bahnsteigarbeiten 

    Schon seit 2. Januar bis 1. September 2019 finden Tunnelbohrungen für Rettungsschächte am Münchener Hauptbahn zwischen den Gleisen 11/12, 16/17 und 20/21 sowie an den Haltestellen Donnersberger- und Hackerbrücke statt.

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  • München Hauptbahnhof: Bahnsteigarbeiten
	Während der Sperrung der Gleise 20/21 vom 02.01. bis 15.03., Gleis 11/12 vom 16.03. bis 15.05. und Gleis 16/17 vom 16.05. bis 19.07. kommt es vereinzelt zu Haltausfällen und verlängerten Reisezeiten von ca. 5 bis 10 Minuten.

    München Hauptbahnhof: Bahnsteigarbeiten

    Während der Sperrung der Gleise 20/21 vom 02.01. bis 15.03., Gleis 11/12 vom 16.03. bis 15.05. und Gleis 16/17 vom 16.05. bis 19.07. kommt es vereinzelt zu Haltausfällen und verlängerten Reisezeiten von ca. 5 bis 10 Minuten.

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  • München Hauptbahnhof: BahnsteigarbeitenIn der Zeit vom 27.07. bis 02.09. jeweils in den Nächten von Samstag auf Sonntag und Sonntag auf Montag ist die Strecke zwischen München Hauptbahnhof und München Laim in der Zeit von 22:50 Uhr bis 4:50 Uhr total gesperrt. Es wird über München Ost umgeleitet. Verspätungen von bis zu 30 Minuten möglich.

    München Hauptbahnhof: Bahnsteigarbeiten

    In der Zeit vom 27.07. bis 02.09. jeweils in den Nächten von Samstag auf Sonntag und Sonntag auf Montag ist die Strecke zwischen München Hauptbahnhof und München Laim in der Zeit von 22:50 Uhr bis 4:50 Uhr total gesperrt. Es wird über München Ost umgeleitet. Verspätungen von bis zu 30 Minuten möglich.

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Bahnkunden müssen auch in diesem Jahr mit zahlreichen Baustellen im deutschen Netz rechnen. In Spitzenzeiten werde es 800 Baustellen gleichzeitig geben, kündigte Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla an. Neben Instandhaltungsvorhaben würden allein rund 50 Neu- und Ausbauprojekte geplant oder umgesetzt. Hier geben wir euch einen Überblick zu den größten Vorhaben in Bayern.

So viel Geld will die Bahn ausgeben

In das Schienennetz und die Bahnhöfe fließt die Rekordsumme von 10,7 Milliarden Euro, vergangenes Jahr waren es 9,4 Milliarden Euro gewesen. Der Anstieg geht zum Teil auch auf höhere Baupreise zurück. Den Großteil der Summe übernimmt der Bund. Das Milliardenprojekt Stuttgart 21 ist da noch nicht eingerechnet.

Einschränkungen für die Fahrgäste sollen möglichst gering gehalten werden. „Wir bekommen das Fahren und Bauen immer besser in den Griff“, sagte Pofalla. So würden mehr Bauleute eingesetzt, häufiger Hilfsbauwerke errichtet und mehr nachts gearbeitet - damit die Züge frühzeitig wieder rollen können.

Wichtige Nord-Süd-Strecke wird zur Großbaustelle

Allerdings gibt es einige Großvorhaben, die die Fahrgäste sehr wohl spüren werden. Allen voran die Generalüberholung der ersten, rund 30 Jahre alten Schnellfahrstrecken. Sie beginnt 2019 mit dem Abschnitt Hannover-Göttingen, wo vom 11. Juni bis 14. Dezember gebaut wird. Folge: Totalsperrung, Umleitung, Zugausfälle. 

Zwischen Hamburg und Frankfurt, Berlin und Frankfurt sowie Hamburg und München brauchen die Züge dann 30 bis 45 Minuten länger - sofern alles läuft wie geplant. Und die Züge werden voraussichtlich auch voller sein, weil weniger fahren als üblich, wie die Bahn ankündigte.

Die Nord-Süd-Strecke ist einer der wichtigsten Strecken im Netz: 15,5 Millionen Fahrgäste fahren pro Jahr mit ICE und Intercity zwischen Hannover und Würzburg. Bis Ende 2023 soll die gesamte Strecke saniert sein.

Ab Ende März: Strecke Augsburg-Nürnberg wird zur Baustelle

Dazu kommen viele weitere Baustellen. Zwischen Augsburg und Nürnberg sind die Züge von Ende März bis Ende Juni 20 bis 25 Minuten länger unterwegs, weil an Weichen und Gleisen gearbeitet wird. Von Ende Oktober bis Mitte Dezember können Züge mehrerer ICE-Linien nicht am Frankfurter Flughafen halten, weil S-Bahn-Züge über den Fernbahnhof umgeleitet werden.

Verspätungen nehmen zu: Bahn versucht zu besänftigen

Baustellen sorgen nach Berechnungen der Bahn aber für immer weniger Verspätungen. Trotzdem kam im vergangenen Jahr etwa jeder vierte Fernzug zu spät. Dafür führt die Bahn aber externe Gründe ins Feld: Stürme, Starkregen, Blitzeinschläge und Trockenheit, außerdem eine Streckensperrung nach einem ICE-Brand und ein Warnstreik im Dezember. Zur Wahrheit gehört auch, dass es angesichts steigender Fahrgastzahlen Engpässe gibt bei Personal und Schienennetz.

Hier sind die Bahn-Probleme am größten

Ein besonderes Augenmerk liegt nach Pofallas Angaben darauf, die Flaschenhälse im Netz zu weiten - etwa durch neue Weichen und Überholgleise. Vier große Engstellen wurden identifiziert: Zwischen Köln und Dortmund sind die Gleise nach Bahn-Berechnung zu 140 Prozent ausgelastet - Probleme im Betrieb kann es üblicherweise aber schon ab 90 Prozent geben. Andere Abschnitte sind kaum weniger überlastet:

  • Fulda-Mannheim (135 Prozent),
  • Würzburg-Nürnberg (125 Prozent)
  • und der Raum Hamburg (120 Prozent).

In diesen vier sogenannten Plankorridoren soll der Verkehr noch intensiver gemanagt werden. Denn Züge fahren dort sehr häufig Verspätungen ein und schleppen sie dann im Gesamtnetz mit. Hinzu kommen soll ein „Risikoradar“ für das Bauen. Drei bis vier Monate vor Baubeginn sollen Fachleute noch einmal prüfen, ob die oft Jahre im Voraus geplanten einzelnen Bauvorhaben in Summe nicht doch zu große Einschränkungen für die Fahrgäste bringen.

Gigantischer Sanierungsstau bei der Bahn

Die Bahn steht unter Druck: In dem 33 000 Kilometer langen Netz gibt es nach Konzernberechnungen einen Sanierungsstau von 54 Milliarden Euro. Zugleich will der Bund, dass das Staatsunternehmen bei Pünktlichkeit und Qualität bis zum Sommer deutlich besser wird. Und es laufen Verhandlungen darüber, wie viel Geld der Bund in der nächsten Förderperiode 2020 bis 2024 gibt, um das Netz instand zu halten.