15.10.2019 | Verkehr & Mobilität Kfz-Versicherungen werden jetzt billiger: So spart ihr Beiträge

Bei der Kfz-Versicherung lohnt sich für Autofahrer die Untreue: Wer bis Jahresende zu einem anderen Versicherer wechselt, hat gute Chancen, einen günstigeren Tarif zu finden. Kunden sollten aber den Kündigungsstichtag im Blick haben.

Foto: Marcel Kusch/dpa

Die großen Online-Makler Check24 und Verivox erwarten für die kommenden Wochen bei Kfz-Versicherungen sinkende Preise beim Abschluss von Neuverträgen. Allerdings unterscheiden sich die Analysen der Portale bisher noch: Verivox meldet am Dienstag (15.10.), dass die Preise schon jetzt um drei Prozent niedriger seien als Anfang Oktober 2018, wie das Unternehmen in Kooperation mit dem Mathematiker Wolfgang Bischof von der Technischen Hochschule Rosenheim errechnet hat. Check24 sieht bislang leicht höhere Preise als im Vorjahr.

Vergleich der Stiftung Warentest: Das sind die günstigsten Tarife

Auch die Stiftung Warentest empfiehlt Kunden jetzt zu vergleichen. Wer sein Auto aktuell bei einem teuren Anbieter versichert hat, kann durch einen Wechsel der Kfz-Versicherung oft mehrere Hundert Euro sparen. Denn die Preisunterschiede bei den Kfz-Versicherungen sind enorm. 

Ein Beispiel der Tester zeigt: Die güns­tigsten Angebote für einen 45-jährigen Familien­vater, der eine Kfz-Haft­pflicht plus Vollkasko für seinen Kombi wünscht (Ehepartner ebenfalls als Fahrer versichert), betragen 291 bis 443 Euro pro Jahr. Beim teuersten Anbieter bezahlt er 1.012 Euro.

Für ein Ehepaar mit 20-jährigem Kind liegen die billigsten Versicherungsangebote zwischen 530 und 720 Euro. Der teuerste Tarif im Test schlägt mit 1.813 Euro zu Buche.

Kfz-Versicherung: Beste Angebote für Gebrauchtwagen

Im Test sind 150 Tarife von 68 Versicherern. Davon hat Stiftung Warentest folgende Tarife am besten in der Kategorie „Haftpflicht“ für Gebrauchtwagen auf dem Beitragsniveau für 40-Jährige bewertet:

  • DA Deutsche Allg. (Komfort)
  • Europa Go (Komfort)
  • Friday
  • Verti (Klassik)
Preiskampf bei Versicherern beginnt erst

Jährlich im Herbst wechseln mehrere Millionen Autobesitzer auf der Suche nach einem billigeren Tarif ihre Versicherung. „Große Versicherer hatten eine Rückkehr des Preiskampfes beim Neugeschäft bereits vorhergesagt“, sagte Wolfgang Schütz, Geschäftsführer der Verivox Versicherungsvergleich.

„Erfahrungsgemäß erleben wir ab Mitte Oktober einen verschärften Wettbewerb. Der wird dann sicher wieder bis zum Wechselstichtag anhalten“, sagte Tobias Stuber, Geschäftsführer der Kfz-Versicherung bei Check24.

Versicherer wechseln: Das müssen Kunden beachten

Grundsätzlich können Kunden ganz einfach ihre Kfz-Versicherung wechseln. Im Blick müssen sie aber den Kündigungsstichtag am 30. November eines jeden Jahres haben. Dieser fällt dieses Jahr auf einen Samstag. 

Bis zum 30. November muss dem bisherigen Versicherer gekündigt werden, und zwar schriftlich - am besten per Post. Bei rechtzeitiger Kündigung endet der alte Vertrag am 1. Januar um 0 Uhr. Bis dahin benötigen Kunden einen neuen Versicherungsvertrag für ihr Auto!

Ein außerordentliches Kündigungsrecht hat derjenige, dessen Kfz-Versicherer den Beitrag erhöht: Hier könnt ihr mit einer Frist von nur einem Monat nach der Mitteilung kündigen.

Billigere Neuverträge bedeuten allerdings nicht unbedingt, dass die Kfz-Versicherung insgesamt günstiger wird. Das liegt einerseits an Preiserhöhungen für Bestandsverträge, andererseits daran, dass manche Automodelle im Laufe ihres Fahrzeuglebens in teurere Typklassen rutschen: Neuwagen werden in der Regel von gut situierten Menschen mittleren Alters gekauft, die in wenige Unfälle verwickelt sind. Käufer von Gebrauchtwagen sind dagegen häufig jüngere Fahrer, die im Durchschnitt mehr Unfälle verursachen.

Kfz-Versicherung: Diese Leistungen sind wichtig

Natürlich zählt nicht nur der Preis, auch die Absicherung ist wichtig. Folgende Punkte sind unter anderem beim Leistungsumfang wichtig:

  • Deckung: Eure Kfz-Haftpflichtversicherung sollte laut Stiftung Warentest ihre Deckung über das gesetzliche Mindestmaß erhöhen. Gute Tarife bieten pauschal 100 Millionen Euro und mindestens 12 Millionen Euro pro verletzter Person.
  • Wildschaden: Im Kleingedruckten eurer Teilkasko solltet ihr unbedingt auf die genaue Formulierung achten und prüfen, ob unter „erweiterter Wildschaden“ die Formulierung „alle Tiere“ oder „alle Wirbeltiere" wirklich auftaucht. Denn einige Tarife greifen nur bei Zusammenstößen mit Wild, aber zum Beispiel nicht bei Unfällen mit Hunden.
  • Marderbiss: Die Stiftung Warentest hält es außerdem für wichtig, dass sowohl direkte Schäden durch Marderbisse, als auch mögliche Folgeschäden mit mindestens 2.000 Euro von einem Teilkasko-Tarif abgedeckt werden.
  • Fahrlässigkeit: Zudem weisen die Experten daraufhin, dass der Teil- und Vollkaskoschutz auch bei grober Fahrlässigkeit greifen und die Entschädigungen in diesem Fall nicht gekürzt werden sollten.

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