14.05.2020 | Verkehr & Mobilität Petition gestartet: Automobilclubs kritisieren neuen Bußgeldkatalog

Ende April ist ein neuer Bußgeldkatalog für Autofahrer in Kraft getreten. Mehrere Automobilclubs kritisieren die verschärften Maßnahmen - mittlerweile wurde auch eine Petition gestartet.

Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Seit Ende April gilt der neue Bußgeldkatalog für Autofahrer. Die neuen Änderungen könnt ihr hier nachlesen. Viele Verkehrsteilnehmer sehen die verschärften Bußgeldregelungen kritisch, jetzt schließen sich auch die Automobilclubs an. 

Neuer Bußgeldkatalog sei "unverhältnismäßig"

Mit der neuen Regelung ist der Führerschein beispielsweise jetzt schon bei innerorts 21 km/h zu schnell erstmal für vier Wochen. Zudem gibt es in diesem Fall 80 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg.


Der Automobilclub ADAC hält den neuen Bußgeldkatalog für unverhältnismäßig."Wir als ADAC haben dafür plädiert, dass wir eine gefährdungsabhängige Betrachtungsweise brauchen", sagt Gabriele Schön vom Verbraucherschutz des ADAC im RTL-Interview. Mit dem neuen Bußgeldkatalog könne keine Differenzierung zwischen Verkehrsverstößen vorgenommen werden.

So wird durch den neuen Bußgeldkatalog ein Geschwindigkeitsverstoß in einer 30er-Zone genauso bestraft, wie ein gleich hoher Geschwindigkeitsverstoß in einer 50er-Zone.

Auch der Verein "Mobil in Deutschland" kritisiert die neuen Regelungen. Der neue Bußgeldkatalog sei eine "Führerscheinvernichtungsmaschine", so ein Sprecher des Vereins. Durch die schnellere Chance den Führerschein zu verlieren, seien auch mehrere Hunderttausend Jobs in Gefahr.

Petition gestartet

Dr. Michael Haberland ist CSU-Politiker aus München und Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V. und hat eine Petition gegen die neue StVO-Novelle gestartet.

"Die Erhöhung aller Bußgelder, insbesondere derer bei bereits kleinsten Geschwindigkeitsüberschreitungen, ist nicht nur übertrieben, sondern sendet auch absolut falsche Signale", so Haberland in seiner Petition. Bislang haben bereits mehr als 130.000 Personen die Petition unterschrieben